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Der Orden Bne Briss · 1931-11-01 · Nr. 10 - November · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 10 - November
Date
1931-11-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Zwang rechnet, hat in den »Randbemerkungen« gegen die Kriegspsychose, gegen den Kiieg überhaupt gekämpft, denn über Nation, Rasse und Volk steht ihm das Menschentum. Mit Tolstoi preist er darum das Judentum glücklich, daß es nicht staatenbildend sei und dadurch seine kulturfördernden Kräfte frei bekommen habe. Durch dies »ungesicherte Leben» aber sei es geradezu zu Qualitätsleistungen gezwungen. . Er selbst fühlt sieh dies'm befreienden verpflichtet. Befreiend! Donn er sieht in seiner absoluten Lebcnsbejahung ein Erbteil seiner jahrtausendaltcn Rasse, aus der er auch »den tiefen Glauben an die Heiligkeit und Gleichberechtigung alles vitalen Seins und an den Menschen, als höchsten Träger dieser geheimnisreich »n Kraft« immer von neuem schöpft. In diesem Gliuben liegt eine Quelle deiner schöpferischen Kraft. Das Religiöse und das Ethische gehen bei ihm ein ins Aesthetischc: »Vor der Schönheit des-Seins , sagt er einmal, »haben sich doch immer wieder die langer Posten auf der Debetseite als belanglos erwiesen!: Und dieser Liebe zur- Schönheit des Seins, zum Leben mit allen seinen Freuden und I.eiden entquillt all, das Schöne und Beseligende, das er uns in seinen Schriften geschenkt hat. Da'ür zu seinem 60. Geburtstag Dank und Glückwunsch. pr Galliner Br. James Simon 80 Jahre. Unser Br. Dr. h. c. James Simon beging am 17. September d. J. seinen 80. Gebuftstag. lieber die Einzelheiten des segensvollen Wirkens dieses grollen Kaufmanns, Mäzens und Philanthropen hal>en die Tageszeitungen eingehend berichtet. Durch seine wertvollen Sammlungen hat er in ungewöhnlichem Malle zur Förderung der Kunst beigetragen. Sein Herzenskind, der Hilfsverein der deutschen Juden, hilft die Not der Armen und Dürftigen lindern. Durch großzügige gemeinsam mit dem U. O. B. B. veraristaheten Hilfsaktionen anläßlich der Pogrome in Rußland und Bulgarien, bei Naturkatastrophen, während der Balkaükricge 1912/13 und besonders im Weltkriege ist er den Opfern der Verfolgung zu Hilfe gekommen und hat Witwen und Waisen beschirmt. So hat sich Br. James Simon vielseitig im Sinne des Ordens betätigt.' Aus dem Büro des Sonderausschusses für die geistigen Interessen. Im Anschluß an unsere NT. 6.7 d. J. nennen wir nocl >erem Archiv vorhandenen Referate: Willy Cohn-Breslau: Die Frage Willy Cohn-Breslau: Wirtscha den Juden Hirsch-Berlin: § 218 Joseph-Stolp: Was ist Bildung? Israel-Elberfeld: Gedanken zu Landau-Lübeck: Jüdische Seefii reisende. Marx-Bruchsal: I)äs' Göttliche Orthal-Xürnberg: Beruf und Salzberger-Frahkfurt: Die Nah Scheyer-Liegnitz: Die Todesstp stisch betrachtet. (Dispositi ,Schloßberg-Maricnwerder: Indi Schlofiberg-Marienwerder: Auf Logen. W. U.: Kapitalbewegung und Veröffentlichungen in die folgenden in unfertigen Vorträge und des Logcnnachwüchses, titlichc Wandlungen bei Thema Brüderlichkeit, hrer und Forschungsbei Goethe. Leben. (Disposition) en der Juden. ' afe ethisch und jurirjn) iduuin und Loge, »aben der Bne Briß- Krcditwesen.- Als Beispiel dafür, daß auch in dieser Zeit schweren w irtschaftlichen Niedergang?s einzelne Logen noch einen hohen Grad geistiger Rührigkeit aufbringen, wird nachfolgend der Bericht des korrespondierenden Mitgliedes .des Sonderausschusses Br. E 1 k - S t e 11 i n mitgeteilt: Wir haben in unserer Lojc hier fortlaufende Arbeitsgemeinschaften eingericl tet, die sich sehr gut bewährt haben. Leber ein bestimmtes Gebiet werden von den verschiedenen Brüdern alle 14 Tage Vortrüge : init anschließender Ausspräche gehalten. Die Vor¬ 8. trüge finden nach einer kurzen Geschäftssitzung, oder auch ohne eine solche, ohne Ritual in einem der Iogcn^üume, nicht im.Tempel statt. Ich empfehle dasselbe Hauptthema, das wir behandelt haben: Geschichte der Juden in den letzten 150 Jahren. Es wurden folgende Referate gehalten: J Ueberblick über die jüdische Geschichte bis 1789 Die Juden während der. französischen Revojution und unter Napoleon Die Emanzipationsepochc in Deutschland Die geistigen Strömungen im Judentum: des 19. Jahrhunderts , .] Das deutsche Judentum bis 1870! Die Entstehung und die Geschichte der natiohalcn jüdischen Idee. Der Antisemitismus von Stöcker bis zur Gegenwart. Die Juden in Frankreich. „ . Weitere Themen lassen sich anschließen. j Als Grundlage diente das Werk von Dubnow. — Im Winter findet wahrscheinlich eine Arbeitsgemeinschaft über Soziologie der Juden statt (im Anschluß an Ruppin, Sombart. Max Weber, Rassen-Giinther, Hertz usw.) Die Themen werden etwa lauten: 1. Jüdische Geschichte im Lichte der Bevölkerungsstatistik, 2. Das Problem derj jüdischen Rasse.'3. Mischehe und Taufe, 4. Soziologie des biblischen Zeitalters, 5. Die Stellung der Juden im Wirtschaftsleben. 6. Alte und neue Wanderungen der Juden. — Es dürfte nicht schwer fallen, Arbeitsgemeinschaften für eine Reihe anderer Themata zu bilden, z. B. »Moderne pädagogische Probleme- (Spranger, Goldbeck, Groner, Individualpsychologie. Freud. Jung usw.) »Das Weltbild des modernen Menschen« (naturwissenschaftl., künstlerisch, literarisch^politisch, pädagogisch, philosophisch. 158

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