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Der Orden Bne Briss · 1931-10-01 · Nr. 9 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 9 - Oktober
Date
1931-10-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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ALBERT EINSTEIN Von Wladimir L a s a r e f f. i Albert Einstein wurde am 14. März 1879 in Ulm geboren. Er verbrachte^die Schulzeit in München und an der Kantonschub in Aarau (Schweiz), nach Studienabschlufi an der Technischen Hochschule in Zürich kam er (1902) als Expert an das eidgenössische Patentamt, in Bern. In den darauffolgenden Jahren (1905) hat Fjinstein seine ersten Arbeiten niedergeschrieben, Während die darin enthaltenen Idem ihn seit Beginn seines Studiums beschäftigter. Auf eine Professur an der Universität Zürich (1909) folgte der Ruf nach Prag. Rückkehr nach Zürich und ichlielllieh die Berufung nach Berlir. Im Jahre 915 Mar die allgemeine Relativitätstheorie ollendet. Unter den zahlreichen Ehrungen, die üinstein zuteil wurden,, sei die Aiszeichnung fnit dem Nobelpreis (1921) erwähnt. Mit diesen wenigen Worten sind die äußerlichen Lebensdaten Einsteins bereits beschrieben. und kaum verrät irgendein h inweis, daß wir dabei einen besonders bewundernswerten Abschnitt aus der Geschichte der Wissenschaft an uns vorbeiziehen ließen. Das Lebenswerk Einsteins läfl' sich kaum auch nur annähernd lückenlos schi dern. Es ist wohl nicht allgemein bekannt, daf auch dann, wenn Einstein uns die Relativitäts heorie nicht geschenkt hätte, seine übrigen Untersuchungen auf verschiedenen Gebieten der Physik ausgereicht hätten, mit den höchsten Aperkennungszeichen gekrönt zu werden. Das Zustandekommen der Gedankengänge Einsteins läßt sich vielleicht am testen im Zusammenhang mit einigep GrunJeigenschaften des Menschen Einstein verstehen. Da fällt einem nicht zuletzt seine völlige Unvoreingenommenheit gegenüber Menschen unB Dingen und auch seine unbeirrbare Gerechtigkeitsliebe auf. Man hat den Eindruck, daß diese Qualitäten nicht ohne Belang waren beim Aufkommen der kühnen Fragestellungen: Hat es einen Sinn, zwei Ereignisse als schlechthin gleichzeitig zu bezeichnen? Ist es denn nicht so. diß zur Beschreibung der Naturvorgänge alle beliebig gegeneinander bewegten Bezugssystemp gleichberechtigt sein müßten? . Einen wesentlichen Anstoß zu Einsteins ersten Arbeiten bildete der negative Verlauf des berühmten Miehelsonschen Vers iches,,.einen Einfluß der .Erdbewegung auf die Lichtausbreitung nachzuweisen. Nach den dama igen Vorstellungen der Elektrodynamik und Optik sollte das Galileische RelatWBKprinzip (demzufolge für zwei gegeneinander gleichförmig bewegte Koordinatensysteme alle mechanischen Gleichungen dieselbe Form haben) für elektrodynamische Erscheinungen kein Analogon besitzen. Man hat daher geglaubt, bei dem Michelsonschrn (Versuch müßte die Bewegung der Erde, relativ zu dem sogenannten- Lij^täther sich bemerkbar machen. Der Versuch, ergab aber ganz eindeutig, daß trotz der Erdbewegung das Licht für einen irdischen Beobachter sich nach allen Richtungen mit derselben Gesehwindigkeit ausbreitet. Während man nun bemüht War, dieses Ergebnis durch gezwungene Hypothesen mit den bestehenden Theorien in Einklang zu bringen, gab Einstein eine überraschende neuartige Lösung des Problems an. indem er aus dem Fehlschlagen der auf den Miehelsonschen Versuch gesetzten Hoffnungen die prinzipielle Unmöglichkeit eines Nachweises der absoluten Erdbewegung folgerte.' Er konnte nämlich zeigen, daß in gleichförmig gegeneinander bewegten Bezugssystemen alle physikalischen Vorgänge (nicht nur die mechanischen Erscheinungen) sich vollkommen gleichartig abwicköln müssen und daher für den innerhalb eines dieser Systeme befindlichen Beobachter ihr Bewegungszustand nicht nachweisbar ist (das spezielle Relativitätsprinzip). Dabei wies Einstein darauf hin, daß der Begriff »Gleichzeitigkeit« einer Klärung bedarf. Unter Zuhilfenahme des .— empirisch bestätigten — Prinzips der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit. wonach diese von dem Bewegungszustand der Lichtquelle i unabhängig ist, gab er folgende Definition: Zwfei räumlich auseinanderliegende Ereignisse .sind dann als gleichzeitig anzusehen, wenn sie von einem Beobachter. der von den Orten der beiden Ereignisse gleich weit entfernt ist. gleichzeitig gesehen oder etwa durch Lichtsignale wahrgenommen werden. Der übliche Begriff der Gleichzeitigkeit gilt daher nur für räumlich unmittelbar benachbarte Ereignisse. Hingegen kommt es im allgemeinen auf dtn Standpunkt und den Bewegungszustand des Beobachters an: erscheinen zwei- Ereignisse einem Beobachter als gleichzeitig, so werden sie Cs für einen anderen. dem ersten gegenüber bewegten Beobachter nicht mehr sein, wie es auch überhaupt eine unstichhaltige Willkür ist, wenn man zwei 140 — 1 I

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