Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 9 - Oktober
- Date
- 1931-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/6727475-6029203-6074854--2684-4869266- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
letzte, bei jeder anceren Art der Behandlung sicher verlorene Fall, heilte aus und am Tage, an dem ich Wien verließ, um :n meine neue Heimat, Schweden, zu übersiedeln, am 29, März 1917, kam er gesund aus der russisehen Kriegsgefangenschaft zurück. Die Monats Dezember 1914, Januar und Februar 1915, in welcher Zeit ich hintereinander 12 sehyvere G »hirnschiisse nach meiner neuen Methode operier e, die sämtlich heilten, zählen, trotzdem ich sie in der belagerten Festung, getrennt von meinen Lieben, zubrachte, zu den ' glücklichsten meines Lebens. Ich schrieb dann eilten Artikel, cen ich mit Fliegerpost nach Wieii sandte unc der im Mai* *) (erschien. Die Chirurgen in Wier aber lehnten die Methode ab und weder in Oesterreich noch in Deutschland wurdej die primäre Exzision und primäre Naht in nennenswerter Ausdehnung während des Krieges angewandt, [n Frankreich, England und Amerika wurde die \ ethode unabhängig von mir aufs neue, jedosh später, entdeckt und in großer! Ausdehnung angewandt. ..Wie-fast'.alle Entdeckungen hat auct diese ihre ü Vorläufer, in den deutschen Chiruigen Lange und Friedrich. Langls, der die primäre Naht der Wunden zuerst empfahl und allgemein ver höhnt wurde,- und Friedrich, der die Ausschneidung der Wunde vorjder Naht wisse nschaftlich begründete, jedoch seijie Methode lur für leichtu Verletzungen empfahl, niemals fär Kriegsverletzungen oder gar für Hirnwunden. 4- Im Laufe Se-li i; 4) Primäre Wundnnht hei speziell des Gehirns, Wiener klinji schritt 1915, ,\r. 20. RIC Aus meinem Lql Wenn ich von meinem Leben meiner Lebensarbeit erzählen sol mich einige Ueberwindung, von mir sprechen. Und ich bin in . Sorge, ob Kreis, meiner Fachgenossen hinaus lr von dem Beachtung verdienen wirc von .Erlebtem zu erzählen bereit Lin. samkeit scheint auf einen iuri ißv iscli so lebenden Gelehrten dadurch gelenkt daß sein Name in den Listen des geführt wird. Die Bedeutung, die Ureis hatte, lag in den Zeitverhältnissi dum deutschen Chemiker im Kriegsj also in einer Zeit, irt der das Deutsihti n>: fii der Jahre erweitert sich natürlich das Arbeitsfeld des forschenden Arztes' unijl mein Arbeitsfeld ist allmählich auch größer |und größer geworden. Mährend ich anfänglich nicht mehr als ein Problem bearbeiten konnte, habe, ich jetzt, wie man sagt, viele Eisen im Feuer. In der russischen Kriegsgefangenschaft Habe ich begonnen, mich intensiv mit der Theörie der Bewufitseinsvorgänge zu befassen. Mehrere Arbeiten, so auch eine Theorie der Spracht5) habe ich bereits publiziert. Die Theorie der Sprache ist ganz irach den Grundsätzen Siegmund Lxners aufgestellt, kehrt also zu den Problemen des 21jährigen zurück. In allerletzter Zeit widme ich meine Arbeit hauptsächlich Jden Problemen des Muskelrheumatisinus"), ein Arbeitsgebiet und Arbeitsmethoden, die ganz, absejits von meinen, bisher angewandteh liegen. Doch sei zur Entschuldigung angeführt, daß ic|i mich seit 20 Jahren für diese Krankheit, die Läufig'-mit Störungen des Gehörs, Ohrensausen lund Schwindelanfällen verbunden ist, interessiere./Der Umstand, daß ich mich in Schweden, dem Lande der Heilgymnastik und Massagjc. befinde, fiat wesentlich dazu beigetragen, mein Interesse an dieser Volkskrankheit zu steigern und zu vertiefen ujid sollte es mir gelingen, zur Klärung dieser Frage beizutrageu, so wird diesem äußeren glücklichen Umstand ein sehr wesentlicher Anteil am Erfolg zukommen. erletzungen. e Wochen- 5) Kortikaler Mechanismus der Sprache. F.in Konstruktionsversuch. Journal fiir 'Psychologie und Neurologie 1930, Festschrift für S. Honsclien. *) Die Noxe des Muskelrheiiiuatismus. Acta Rheumatologica 19>l, p. 6. HARD WILLSTATTER, her. Von Richard W i 11 s t.ä 11 er - München. ■gang und kostet es selbst zu über den ■gend .(etwas was ich Aufrnerki ckgezbgen?u werden, belpreises mich der itn. Er fiel r 1915 zu, m und die deutsche Gelehrtenwelt seitens anderer Völker ungerechter Zurücksetzung ’ ußd vielfacher Schmähung ausgesetzt war, ähnlich etwa wie es in den Jahren seitdem den Juden •unter, den Deutschen ergeht. Im allgemeinen waren mir Auszeichnungen unwichtig, vielleicht, abgesehen von den ersten, dre mir in jungen Jahren zuteil wurden, und die wie eine Ermutigung in einer Zeit schweren Erlebens zu mir kirnen. Aber ich war zu einsam, mich recht zu freuen- Ich hatte kurz zuvor (1908). meine liebe pTau verloren, die eine Tochter des Heidelberger Nationalökonomen Leser war. Und beirA Nobelpreis hat mir mein Sohn gefehlt, der wie dafür; geschaffen ge- 137 —