Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 9 - Oktober
- Date
- 1931-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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ür Sprachen^ die Wahr- Kritik sind von ihrem Nachlaß herauszugebeu'). Das Büch ist mit einem Vorworte eingejeitet, in welchem er der Persönlichkeit meines Großvaters iß liebevoller Weise gerecht wird, uijd insbesondere 'seine Begabung für Sprachen j— er las und sprach 11 Sprachen —, sein profujndes Wissen, seine Wahrheitsliebe und seine jstrenge wissenschaftliche ^Kritik hervorhebt, M^ine Großmutter mütterlicherseits war in Präg bekannt ^vegen ihres guten Herzens und ihres heiteren Tetnperaments. Meine Mutter, das vielte Kind, wajr eine zärtliche Mutter und Gattin und eine sehr kluge Frau. Die Begabung lieitsliebe und scharfe Vater auf sie übergegangen. Sie starb im 70. Lebensj ahre. im selben Jahre wie mein Vater. Von den Eltern meines Vaters, die in ju?endlichem Alter starben, i«jt mir. fast nichts bekannt. Mein Vater kam mit 14 Jahren als Waise von Ungarn! nach Wien. Meines Vaters- J^aupteigcnschaften waren : seine Ciüte und Selbstlosigkeit, seine Arbeitsfreude und sein Fleiß, seine Redlichkeit und sein unerschütterliche!1 Optimismus. Mein \ ater war viele Jahre lang Disponent der ilolzabtcilung der Unionbank in Wien, später selbständiger Holzkaufmann. — Ich selbst war, wie mir meine Mutter erzählt hat. ein sehr lebhaftes und fröhliches Kinkl. Eine rasche Auffassung und ein gutes Gedächtnis für logische Zusammenhänge bei durchaus mäßigem mechanischen Gedächtnis machten m|ir den Weg durch die Schule leicht. Die Begabung für Sprachen habe ich ererbt. Ich beherrsche vier Sprachen, so daß ich frei darin vortragen kann. Drei Monate nach 'der Uebersicdlung Schweden habe ich ohne spezielle meine Vorlesungen in schwedischer Sprache halten köüneit, nacldeni ich einige Mochen Unterricht in Schwedischer Sprache genommen, ’) Simon Hock: Di Epitaphien des alten j zusammcngestelß. Aus ' e Fumilien 1 idischen Friedhofs in Prag eingeleitet von Prüf. D|i pest), Preflburg. Druck dessen Nach geben, mit Anmerkungen versehen ui d biographisch r. David Ka von Adolf AJ lifmann (Budakalav, 1892. nach Vorbereitung rags nach den asse herausgehatte. Zunächst nach der Berlitz-Methodc, dünn nur Lektüre und Konversation, ln der russischen Kriegsgefangenschaft erlernte ich auf dieselbe Weise in drei Monaten die russische Sprache, ohne jemals eine andere slawische Sprache gelernt zu haben, so weit, daß ich fließend die Zeitungen und wissenschaftliche Abhandlungen lesen konnte.* Diese Sprache habe jeh seither wieder vollkommen vergessen, genau so, wie ich,von meiner Schulzeit her «las Griechische total vergessen habe, während das Lateinische sich naturgemäß erhalten hat. — Eines der Bücher, das ich als Knabe von 8 bis., 12 Jahren wiederholt las, und das mir einen großen Eindruck hinterliell, waren Grobes Charakterbilder. Namentlich das Lehen der ' Erfinder und 'Entdecker begeisterte mich, ohne daß ich allerdings auch nur einen Monat daran dachte, selbst einmal etwas zu entdecken oder zu Vrfin- «len. Daß, ie)i Medizin’’ studieren sollt«*. war «lt*r W misch meiner- Mutter. <li»‘ dabei hauptsächlich au «len Arzt als llelfer in seelischen und körfx'rlichen Nöten dachte. Ich hatte keinen Einwand gegen «lies«1 Berufswahl, aber auch kein«1 Phantasien bezüglich meiner Zukunft.! Mir fehlt die bewußte Phantasictätigkcit. wo sje nicht auf ein ganz bestimmtes Ziel gerichtet ist. . jB i s’ zu meinem 21. Jahre hielt ich nikli' selbst für Vollständig phantasielos und ke.ines . selbständigen neuen Gedankens fähig. Ich hatte wohl ein wenig wissenschaftlich«1 Literatur gel«;sen und auch kritisiert. Aber mir schien, «laß ich nur zur Kritik fremder Gedanken.befähigt sei. Im Sommer 1897 las ich auf dem Lande Schopenhauers vierfache \\ urZel des Satzes vom zureichenden Grunde. Ich -hatte .einen instinktiven Widerstund gegen die darin ausgesprochenen Thesen. Einen Tug’ Hach «1er beendeten Lektüre erwachte ich morgens.'und es fiel mir eine Erkenntnistheorie «“in. lOh-sMzte mich an den Tisch un«l begann zu schreibt*!!. So saß ich, ohne zu essen, 8 Stunden lang^. Ich hatte nur solche 'aufgeschrieben, ich zu meine Einfälle und neue Ge«lanken, di« - 135 - .vorher Weder gelesen, ui.«.* j’i’'* a„ Bitmap jOl Otmeina »•'"