Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 9 - Oktober
- Date
- 1931-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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sehe Spielerei, die verneinen Augen vor sich ging, und spürte trotzdem den Keim eines weltpolitischen Fortschritts. Reden durften auf dieser Konferenz nicht gehalten werden. Diskussion war ausgeschlossen, iffur Erklärungen wurden abgelesen. Das magert? Ergebnis war eine platonische Entschließung. Die zweite Haagei! Konferenz — 1907 — auf Initiative Roosevelt’s [zusammengetreten — ergab 17 Staaten mehr s)ls bei der ersten: 2T + 17 44. In mühseliger Arbeit registrierte Fried alle internationalen A ertrüge und zeigte an ihnen auf, wie viel Blut durch sie — im (Jegensatz zu frühgeschichtlichen Perioden — * erspart worden sei. Während des Weltkrieges weilte Fried in der Schweiz, wo er sich der Fürsorge für ,die Kriegsgefangenen witl- ' ,mete. Fr g^b ein vierbän-; diges Kriegstagebuch heraus. das viel Beachtung fand. In Oesterreich wurde er des Hochverrats angeklagt. kehrte aber nach dem . Zusammenbruch der Monarchie nach W'ien zurück.^ 1911 erhielt er den Nobelfriedenspreis. Fried . war Ehrendoktor der Universität Leiden. Anläßlich seines 10. Totles- » ‘tages (1931) widmete ihm die Presse aller Länder Gedenkartikel. Die Frankfurter Zeitung« stellte fest, daß heute Frieds Ideen internationales Gemeingut seien und alle europäischen Staatsmänner von seinen Gedanken zehrten. Sein Werk. Das Gedankliche des Lebenswerkes von Alfred H. Fried ist gewissermaßen ein Mosaikbild Von seinen Büchern sind zu nennen: »Das Abrüstungsproblem«, (1905), das »Handbuch der Friedensbewegung« (1905, 1911 und 1913 in zwei Teilen neu aufgelegt, »Pan-Amerika« (1910). Eine Sammlung seiner wichtigsten, Artikel aus der »Friedenswarte« erschien ■ 1909 unter dem Titel »Der kranke Krieg«. In »Der Kampf um die Vermeidung des Weltkrieges«, veröffentlichte er 1917 eine Sammlung der kleineren pazifistischen Schriften von Berta von Suttner: »Vom Weltkrieg zum Weltfrieden«, erschien 1916. Jugenderinnerungen von ihm wurden 1925 heransgegeben. ■ . eigener Gedanken, eigener Formulierungen ünd der Mit-Fundamente großer geistiger Mitstreiter. Fried ist — wenn man es so aussprechen darf — in der gesamten Friedensbewegung der intensivste Vertreter der .Idee. Die Elemente der Friedensbewegung seien 1 als selbstverständliche .Voraussetzungen vorangesetzt: Vertragliche. Bindungen der Nationen zur Organisierung des Friedens — Bund der Nationen —, Völkerbund, völkerrechtliche Schiedsgerichte, Upberwachu.ngsbestimmungen zu gemeinsamer Abwehr und Ausführung.’’ Der Verherrlichung des Krieges ( der ewige 1 Friede ist ein Traum und nicht einmal ein schöner: — Moltki? :—i,* Der Krieg der. ater aller Dingt?« — Hcraklit —) stellte Fried seinen unerschütterlichen Glauben an den Wettstreit der Menschen auf kulturellen Gebieten im Rah m e n desorga n i sc ii e n F r i ed e n s entgegen. Die Methode des Nebeneinanderlebens muß geschaffen werden, bevor Schiedsgerichte eine; selbstverständliche Leistung bieten können. Der ewige Friede isf Wissenschaft,“ keine Gassenwoisheit. Kriege werden aus -Machtgelüsten geführt, auf Antrieb einiger weniger Interessenten, die Volk und Regierung in dem wirtschaftlichen Irrtuip zu erhalten suchen, als. ob die Schwächung eines Nachbarlandes 'einen nationalen Vorteil zeitigen könne, die ferner den Glauben wachhaben wollten, als wäre der moderne Krieg noch ein brauchbares Mittel in F'uropa, zwischen gleichgerüsfeteij Kulturmüchten Vorteile zu erringen. . Dem Satze: »Si vis paCeiU< para bellum! (»Wenn du den Frieden willst, rüste den Krieg-), stellte Fried seine Formulierung entgegen: »Wrenn du den Frieden willst, setze den Frieden ein, schaffe ihn, bereite ihn vor«. Es liegt Fried fern zu leugnen, daß der Krieg Kräfte der Seele entbinden, gewisse Werte zeitigen küripe, aber sie sind ihm durch die Furchtbarkeiten des Krieges zu teuer erkauft, sie.können auch auf anderem W ege gehoben werden. Eine Anekdote vom kranken Bauer gibt , ihm die Beleuchtung 133