Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 9 - Oktober
- Date
- 1931-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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im Haag abgehalten worden sind. Zwar hat Asser sich — anders als beim Privatrecht — dem \ ölkerbund gegenüber immer mehr oder weniger skeptisch verhalten. Er sah keine Möglichkeit, im Rahmen des bestehenden theoretischen Völkerrechts etwas zustande zu ernd in den Beziehungen dei Staaten untereinander eine nennenswerte Vc rbesserung herbeizuführen und Willkür und Mi chtmißbrauoh vorzubeugen imstande wäre. Niir wo es sich um praktische und konkrete'Dinge handelte, setzte ersönlichkeit und n erwünschtert Er- 1902 Schiedsrichter bringen, das dauer die ganze Wucht seiner seiner Arbeitskraft ein, um de folg zu erreichen. So war er zwischen Amerika und Rußland und hat auch sonst als Mitglied des Arbitfagehofes "im Haag nützliche Arbeit verrichten hat er es allerdings auch, au fvrenzen Neues zu schaffen darin sein größtes Wrdienst. des Nobelpreises für den Fri beste Zeugnis dafür, daß seii.e Arbeit auch auf diesem Gebiete \on der Wel gewürdigt wurde. können. Versucht den Friedenskonja es lag gerade Die Züerkennung «len fl911) ist das Wie gerne möcht4 man diesen Auseinandersetzungen über Asser als Gelehrten, als Rechtsanwalt, als Professor, als Diplomaten an dieser Stelle noch einige Worte anfeihen über Asser als Juden. Und wer weiß, ob darüber nicht mehr zu sagen sein würde, als es beim ersten Blick scheinen mag. Allein am öffentlichen jüdischen Leben hat er in seinen jüngeren Jajhren nur insoweit teilgenommen, ials er einige ^Zeit im Kuratorium des Amsterdamer Rabbinerseminars gesessen hat. Ob sich aber in seiner Geistesarbeit nicht mancher typisch jüdische Zug erkennen läßt? Es dürfte nicht leicht sein, das zu entscheiden. Ein großer Mensch ist er jedenfalls gewesen, einer der größten seines Zeitalters. Es war ihm vergönnt, fast bis zu seinem Tode, am 29. Juli 1915, bei seiner Arbeit auszuharren. Die Trauer über seinen Tod war tief und allgemein. Mit ihm ist ein Mensch dahingeschieden, der mit seiner) großen Gaben der Menschheit ungeheuer gedient hat. Er hat im Interesse der ganzen Welt fast mehr geleistet« als man gemeiniglich auch von einem bedeutenden einzelnen Menschen erwarten kann. ALFRED H. FRIED. Von Alfred-Goldschmidt - Berlin. Sein Leben. Ein Leben, das wenig mehr als 5?» Jahrzehnte dauerte — geboren 11. November 1864 in W ien, gestorben ebendase hat Alfred Hermann Fric großen Gedanken, der ihn opfert. Seine ganze Energi gungskratt und Leberzeugun bst 5. Mai 1921 —, s|d einem einzigen ganz erfüllte, ge- , seine ’L eberz'eujstreue, seine ganze Klarheit, seinen Feuereifer i nd seine Nüchternheit «les, Erkennens widmete eines allgemeinen s 111 dem Aufbau des lehnte er ab. Er misicren, die O r a n i s a t i - . die den Krieg mit ernd e ii Friede n S. Friedens. Frieden Nicht-Krieg wollte den Frieden o r g zwischenstaatlich e-n o n e n schaffen helfen den W affen ausschließen, aber den Kampf nicht unterdrücken, den Kampf auf den Gebieten kultureller Werte.'der höchste Anspannung auslöst, nicht Erschlaffung. Die Linien, die sein äi ßeres Leben kennzeichnen. sind schnell gezeichnet. Ersk Buchhändler. dann Journalist. er dem Gedanken a 11 i c h en dauw ii nie er durch Berta von Suttner fiir die pazifistischen Ideen gewonnen. Mit ihr gemeinsam gründete er eine Zeitschrift, die nachj dem Titel des weltbekannten Suttner'schvn Romans: »Die Waffen nieder!« benannt wurde. fp99 wurde sie unter dem Namen: »Die FriedensWartec weitergeführt. Fried trat nicht nur selbst mit einer ungeheuren Anzahl von Aufsätzen zur Friedensfrage hervor. an allen Bestrebungen zur Bekämpfung der Kriege nahm er tätigsten Anteil. Auf vielen Kongressen kam er mit den bedeutendsten ausländischen Vertretern des gleichen ZielesTin gern gesehene Berührung. 1892 gründete Fried die deutsche Friedensgesellschaft. Er war jahrzehntelang Mitglied des Berner Büros des Internationalen Friedensinstitutes. Als im Jahre 1899 auf Anregung des russischen Staatsrates Johannes von Bloch, der sein jüdisches Herz auch nach seiner Trennung 'om Judentum nie verleugnet hat, der russische Zar die erste Haager Konferenz einberufen hafte, da stand Alfred H. Fried neben Berta von Suttner unter 15 Journalistefi klopfenden Herzens auf der Journalistentribüne. Er sah die politi- 132