Mannheim
Compact Memory

Der Orden Bne Briss · 1931-10-01 · Nr. 9 - Oktober · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 9 - Oktober
Date
1931-10-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/6727475-6029203-6074854--2678-4869260
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

diesbezügliche, vop der Leidener Universität ausgeschriebene Preisfrage verfaßte, mit einem ' Goldpreis gekrönt sah. 1860 absolvierte er sein Studium mit einer Dissertation über »de Geschieden« van Het Bestuur der buitenlundsche Betrekkingen in Neddrland« (»die Geschichte der Verwaltung der ausländischen Beziehungen in Holland«:). . | Wie aus der Einleitung dieser Schrift hervorgeht, war sein Geist schon damals mit den Problemen, denen e^ später sein Hauptinteresse und seine Lebensarbeit widmen sollte, beschäftigt: den internationalen Beziehungen der Yülk«‘r, »Es ist zumal im Verkehr der Staaten durchaus nötig, die harmonie des intcrets im Auge zu liehalten. Es muß die Ueberzeugung durchdringen, daß das Staatsinteresse niemals das Anfachen nationaler Antipathien verlangt, sondern daß vielmehr das Fördern \on | Einstimmigkeit zwischen all’ den Gliedern des grollen Völkervereins unsere höchste Aufgabe ist.« Bald nachdem Ass« r sein Studium an der Universität vollendet hatte, übernahm «fr «lie Advokatenpras is seim*s Vaters, der geratle zur selben Zeit zum Ratsherrn ernannt wurde: Aber schon 1862, kaum 24 Jahr^ alt, wurde er zum Professor am Amsterdamer Athenaeum berufen, welches Amt er bis 189» versah; seit 1874, nachdem di^ Hochschule «ler Hauptstadt Universität gewiorden war, als außerordeutlicher* Professor, damit er «lie Advokatur weiter ausüben konnte! Reich und vielseitig gestaltete sich seine Arbeit auf dem ganzen Gebiete der juristischen \\ i^scnschaft und der juristischen Praxis. Seine , großen Verdienste wühlen von der Regierung anerkannt durch seine Ernennung zum Mitglied 'des »Raad van State« 1895 und zum Staatsminister (Minister ohne Portefeuille) 1904. Die letztere Unterscheidung war um so bedcutcncFer, ^Is sie sonst nie einem zuteil wird, der nicht zuvor als Minister ein Departement verwaltet hat. Gelehrte Genossenschaften im In- und Ausland haben Wert darauf gelegt, sich Asser als Mitglied anzureihen. Die L'niversitiiten von Edinburgh, Bologna, Cambridge und Berlin ernannten ihn zum Ehrendoktor; zahlreiche hohe Ritterorden wurden ihm überwiesen. Seine größte Berühmtheit hat Asstfr sich erworben durch seine Bemühungen für. die Kodifikation des internationalen Privatrechtis. Schon 1868 hatte er mit~Rolin Jacquelines (Gept) und Westluke (London) die Revue de Droit international et tle .Legislation Compuree gegründet. 1879 erschien seineberühmte in 5 Sprachen übersetzte ^Skizze des internationalen Privatrechts.. und 1880 hat er in der genannten Zeit schrift die Richtlinien der zn befolgenden Politik mit aller Deutlichkeit.vorgezeichnet.die für «lie späteren 1erhandlungen als Basis gedient haben. 1891 nahm t^r die Initiative zu einer Konferenz für das internationale Privatrecht, «lie i zum ersten Male itu Haag tagte, «leri'ii "\ orberei’tung gänzlich in Assers Händen ge!eg«‘ii hatte.. niulGler er «‘bonso wie den folgenden Konferenzen von- 1894. 1900 und 1904 präsidiert hat. Auch in «hm beiden intt»riiationaleu Wechselkonferenzen von 19)0'-und 1912 hat Asser «las Präsidium ge- ■ führt. Es würde zu weit führen, alle «lii* vielen wichtigen \ersammluugen und Konferenzen zu erwähnen, in denen Asser sein Land vertreten hat. Es ist kaum möglich, in diesen Wenigen Zeilen den Umfang und die Bedeutung seiner' -Arlieit zu skizzieren, geschweige denn voll zu beleuchten. Seine seltsarpe Begabung, immer gh'ich im Anfang das Ziel ins Auge zu fassen, sowie «lie Wege zu finden, welche zum Ziele führen konnten, sein überaus klarer Blick, seine geniule Fähigkeit für das geschriebene Wort immer «lie glücklichste Fassung und die beste Redaktion zu finden, «las alles hat bewirkt,’«laß Asser als Diplomat «'ine ganz hervorragende Stellung eingenommen hat, und daß er allmählich in «len vi«*len Konferenzen, au denen er’teilgenommen, «ils der zentrale Mann, als «ler zuverlässige Ratgeber und «U-r große Führer «ungesehen wunle. Eine leitende Rolle hat er dadurch auch in «len Friedenskonf«‘r«'i'izen gespiidt, die seit 1898 131

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.