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Der Orden Bne Briss · 1931-10-01 · Nr. 9 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 9 - Oktober
Date
1931-10-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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weit hinaus zu rücken! Ungezählten Menschen konnte er Linderung und Heilung spenden, Ungezählte vor tückischer Seuche bewahren! — Allem Gemeinen abgewandt, hat . er seine Bahn durchmessen und die Fülle von Liebe, die er ausgesät, wieder geerntet!/t . GABRIEL LIPPMANN. Von II a n s Oa s s e 1 - Charlottenburg. Gabriel Lippmann, als französischer Staatsangehörigerin Luxemburgern 16. August 1845 geboren, zeigte schon von Jugend an eine ausgesprochene Begabung für die exakten Wissenschaften- Aber er war kein Wunderknabe, und er wurde kein Virtuose. Eine verständnisvolle Erziehung entwickelte den gediegenen Reichtum seiner Fähigkeiten zur Ausgeglj- , chenheit. Zwischen den zwei großen Nationen aufgewachsen, meisterhaft in der Beherrschung beider Sprachen, hatte er beiden in fast gleichem Maße die Grundlagen seiner Kenntnisse zu verdanken. Nach dem Besuch des . Lycee Napoleon und der Ecole Normale Superieur in Paris führte ihn ein ehrenvoller Auftrag des französischen Unterrichtsministeriums zum Studium der in Deutschland ausgebildeten Forschungsmethoden an die Lehrstühle der berühmten Erfinder der Spektralanalyse, Kirchhof^ und Bunsen. Später vervollständigte er Jseine theoretischen Studien bei Helmholtz in Berlin. Mit einer in deutscher Sprache veröffentlichten Dissertation über den Einfluß der elektrischen Potentialdifferenz zwischen Quecksilber ■ und Schwefelsäure auf die Grenzflächenspannung der beiden Flüssigkeiten promovierte er 187l5 zum Dr. phil. der Universität Heidelberg. Diese noch heute als klassisch geltende Arbeit fand sofort die Anerkennung der 1'achgenossen, insbesondere diente sie Helmholtz zum Ausgangspunkt allgemeinerer molekulartheoretischer Erörterungen. Das hier aufgenonimene Problem beschäftigte auch Lippmann weiterhin vom experimentellen Standpunkt. Die Art, wie er es angriff, verrät den echten Naturforscher: eine neue Beobachtung erregt Verwunderung, Erklärungsversuche werden geprüft - 129 und verworfen, das Experiment wird zur Entscheidung zwischen verschiedenen Möglichkeiten herangezogen? endlich gelingt es, in der Einzelerscheinung das Wirkender großen Gesetze wiederzuerkennen. ’ Nun. wird die neu»gewonnene Einsicht mit beharrlicher Konsequenz verfolgt und zur Nutzanwendung gebracht. 1875 erwarb Lippmann •; den Doktorgrad des Sciences physicalcs der Sorbonne,' wo er 1878 inaitre de Conferences und schön wenige Jahre später Ordinarius für theoretische * Physik wird. Wir verdanken dieser Zeit seine durch große Klarheit ausgezeichneten Vorlesungen über Wärmelehre, ’ Akustik und Optik. Kr fesselte seine Schüler’weniger durch glän- . zende Beredsamkeit. als durch die Originalität seiner“ Gedanken, durch geistvolle Apercus und seinen Blick v . r J für die inneren Zusammenhänge scheinbar fern liegender Erscheinungsgebiete. Zwei von ihm aus theoretischen Prinzipien vorausgesagte Phänomene wurden einige Jahre später von dem deutschen Physiker i Quinke und von dem französischen Ehepaar Curie (den Entdeckern des Kadiijins) experi-, mentell nachgewiesen. Trotz der Fruchtbarkeit seiner theoretischen Befähigung suchte Lippmann iin EJxperiqient den Nährboden seiner schöpferischen Kraft- Daher übernahm er 1886 den Lehrstuhl der Experimentalphysik als Nachfolger MeS berühmten'Optikers Jamin. Die experimentelle Methodik meisterte er mit größtem Scharfsinn beim Herausspiireü der maßgebenden Versuchsbedingungen und mit künstlerischer Eleganz in der apparativen Anordnung. Seine Bemühungen galten vor allem sehr wichtigen Präzisionsmessungen .der elektri-, sehen Grundeinheiten. So wurde, er Mitglied des* Dieses cuun gehörl der Bibliothek dar JOd. Oamainda Berlin

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