Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 8 - September
- Date
- 1931-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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ben. als es der beste Vortrag vermag, L nd selbst die nur von neuem bestätigte Tatsache, daß sich auch andere Brüder in gleicher schwieriger Lage befinden, vermag manchem die Kraft zum Ausharren zu stählen. Aber ist zu solch einer Aussprache die Anführung eines bestimmten Punktes überhaupt notwendig? Die in jeder Sitzung zu haltenden Referate werden, wenn ihr Thema geschickt ausgewählt wird, genug Gelegenheit geben, darüber zu sprechen. Das meldet sich doch alles mit elementarer Gewalt, man koll nur nicht versuchen, Dämme dagegen auf; urichten. Gleichgültigkeit und Resignation müssen die unausbleiblichen Folg'cn sein- Die Verlesung der Einnahmen und Ausgaben. der Präsenzziffer ist als unwesentlich fortzulassen. . Diese Angaben können in die \\ ochenschau des Vizepräsidenten am nächsten Sitzungstage eingeflochten werden, und ein Hinweis auf die Gründe, die für die jeweilige Höhe der Zahlen maßgebend sind, wird sh* ihrer jetzigen Leblosigkeiteitrkleitlen. -So glaube ich. daß cinn besondere Tagesordnung fiir die Logensitzung nicht unbedingt notwendig ist. In ungebuix euer I'orm können die Geschäfte erledigt werden, die vielleicht auf einen gemeinsamen Nenner gebracht, den Grundgedanken fiir ein freies-jSchluRwort des Präsidenten an Stelle des vorgeschr. elrenen Gebetus zu bilden vermögen. \ icllcichi könnte man auch den \ ersuch ftiachen. von vornherein Sitzungen unter eineiig besonderen Motto stattfindeiv zu lassen. Darauf könnten sich dann alle Brüder vorboreiten. und die"erschöpfende Behandlung wenigstens eines bestimmten Problems und damit eine wirklich fruchtbri tgende Arbeit wäre die erfreuliche Folge. Die Umrahmung des Logenabends mit Harmoniumspiel sollte als ein:* vielfach begrüßte Einrichtung in allen Logen Eingang finden. Ich Kritisches. i on Maximilian Stei In den Logen und. in Zuschriften an die Großloge wird jetzt vielfach an der Ordens- und Logenorganisation Kritik jeübt. Alle Kritiken kommen zu dem Schluß, c aß unser Orden an sich mehr denn -je freudig zu bejahen sei; was gegen die Organisation eingewendet wird, betrifft Dinge, die das inn?rste Wesen des Ordens nicht-berühren. Man wendet sich, aus Ersparnisgründen, gegen einen angeblich zn teuren Verwaltungsapparat der Großloge, gegt n Aufwendungen für Reisen und Tagungen, gegen die Herausgabe der Großlogenzeitung. Die Grofiloge ist Ausgleichsstelle, Treuhänderin der Logen, die, im Ganzen genommen, einen wesentlichen Teil ihrer an die Großloge geleisteten Abgaben in Fc rm von Beihilfen zu besonderen Anlässen, für soziale Zwecke; für glajube auch nicht, daß es dem ernsten Charakter des Ortes und der Gehobenheit unserer Stimmung Abbruch tun würde, wenn hier und da eine musikalische Darbietung auch während der Sitzung gebracht werden würde. Sie müßte sich selbstverständlich dem Inhalt des gerade behandelten Themas, dem Grundgedanken des Abends anpassen. Mhsik ist doch nur eine andoTe Form der Vermittlung von Gedanken und Gefühlen und vermag den Menschen ebenso wie das Wort zu erheben. Diese Vorschläge machen keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder sollen gar der Weisheit letzter Schluß sein. Aber sie scheinen mir doch einen Weg zu eröffnen, auf dem auch im äußeren Ablauf unserer Geschäfte etwas Neues gebracht werden kann. Wenn man von dem Gedanken ausgeht, daß die Geister und Gemüter der Brüder immer in Bewegung ..gehalten werden müssen, um einer gefährlichen Gleichgültigkeit zu begegnen, so sollten diese Vorschläge Gegenstand eines Versüches, wenigstens einer Diskussion werden. Das Fehlen schöpferischer Itleeif ist mit eine Ursache für die Logenmüdigkeit. die so viele Brüder erfaßt hat und die schon vorhandenen Schwierigkeiten ins Unermeßliche steigert. Die Führung in den Logen zeigt nicht immer genug Initiative, nicht immer genug Originalität der Gedankengänge, -auch nicht immer genug Mut zum Ungewöhnlichen. Schon eine Idee — große Tateii wird man in diesen Zeiten kaum erwarten könjnen — würde als ein hoffnungsvolles Zeichen.! einer besseren Zukunft aufgefaßt werden und jgar manchen, der es besonders ernst mit dem Logengedanken meint, von einem Druck befreien. Dabei wäre es gar kein so großes Unglück, -wenn sich auch einmal eine neue Idee als nichtj ganz durchführbar erweist. Auch hier geht Probieren über Studieren, und eine Mahnung sollten auch die Logen beherzigen: Nur nicht stehen bleiben! Nur nicht stehen bleiben! : » / Bruderhilfe, für Witwen und Waisen zurückerhalten. Daß hierbei finanzkjäftigereLogen zugunsten der schwächeren zurückstehen, ist Ordenspflicht und entspricht einem Gebote brüderlicher Gerechtigkeit. Der Verwaltungsapparat der Grofiloge ist verhältnismäßig klein; er vermag die Umfangreiche Fülle der Obliegenheiten nur zu bewältigen, weil die Mitglieder des Geschäftsausschusses und Generalkomitees vielfältige und vielseitige Funktionen ehrenamtlich ausüben. / Besuche von Vertretern der Großloge in den Einzellogen entsprechen einem dringenden Wunsch und Bedürfnis der Logen. Die Besuche sollen den Kontakt mit dem Leben und Wirken des Ordens, mit der in der Grpßloge zusammengefafiten Logenarbeit vermitteln; sie dienen der Aufklärung, der Aufmunterung, der Aneiferung; 116 —