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Der Orden Bne Briss · 1931-09-01 · Nr. 8 - September · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 8 - September
Date
1931-09-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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I imerhin beschränkten Auswahl von Präsideiin besonderer geistiger Potpuz und rednerischer -•gabung liegt, sondern auch in dein damit verbundenen Opfer an Zeit und Arbeit. Aber der icht zu unterschätzende Erfolg würde sein, dafi .»fort eine geistige Atmosphäre geschaffen wird ,ad die Brüder vom ersten Augenblick an interniert sind. Schon das Ueberraschungsmoment, ■ las mit einem solchen Vorgehen verknüpft ist, die Neugierde auf das, was der Präsident an teile der Gebete zu sagen hat, wird die Brüder in die Logensitzung bringen und die Frequenz Meigern. Zudem soll jeder Präsident, der sich ■ .ms irgend welchen Gründen einer solchen Aufii.ibdnicht immer unterziehen will, die Möglichkeit haben, die Einleitungsansprache auch einmal von irgend einem anderen, dafür geeigneten liruder halten zu lassen. Aber auch die Abwicklung der Tagesordnung in der immer gleichen Form der verschiedenen I’unkte langweilt oft die Brüder und gibt zu mehr oder weniger kritischen Bemerkungen Anlall, die nicht immer bis an das Ohr des Präsidenten dringen- Auch hier Wandlung zu schaffen, erscheint mir durchaus wünschenswert. Nachdem das Protokoll verlesen ist, das mehr "i'ie geistige Verarbeitung als eine trockene Vv iedergabe des Gebotenen sein soll, müßte regelmäßig der Vizepräsident über die Arbeiten de> Beamtenrates und der einzelnen Ausschüsse in der vergangenen Woche Bericht erstatten. Zu nächst' würde mit dieser »Wochenschau« das undurchdringliche Geheimnis durchbrochen werd n, mit dem sich diese Gremien oftmals um- ' ■ hen, und das für viele Brüder ein Stein des \nstoßes ist. Dann aber werden diese für die „ Angelegenheiten der Loge mehr interessiert, w-il sie innerlich beteiligt werden und erfahn, «laß doch mehr getan und geleistet wird, •ds sie gemeinhin vermuten. Natürlich wird Aufgabe des Präsidenten sein, dafür zu sorii, daß auch ersprießliche Arbeit in allen Ausflüssen geleistet wird, und1 dafi somit stets twas Interessantes zu berichten ist. Anschließend sollte dann der Br. Marschall ri freier Rede über den Inhalt der eingelaufe- n Schriftstücke sprechen, dabei aber Gelegonr -it nehmen, in geeigneten Fällen auf die darin »geschlagenen Probleme und ihre besondere it für die Logen hinzuweisen. - Ein Verlesen (»n längeren Briefen, Naturschilderungen auf '■•iijen befindlicher Brüder, Von Drucksachen ä„ sollte unterbleiben. Das ermüdet, niemand »it zu, und der Inhalt kommt zu kurz. Nur »s Wesentliche soll gebracht werden. Dann aber soll sich der Präsident mit der rage: »Was hat der geistige Ausschuß für ute vorbereitet?« an diesen wenden, und relmäfiig sollte derselbe Kurzreferate über Neuscheinungen auf dem Büchermarkt unter be- •uderer Berücksichtigung jüdischer Autoren nd jüdischer Sujets,, über das Judentum aller »Dichtungen, über Vorgänge in der Gemeinde, »iber Ereignisse im Orden, über die Ordenspresse,. Iler Distrikte, über die Arbeit in anderen Logen, über politische Probleme und Tagesfragen halten lassen. In diesen Referaten sojl der Geist der Zeit eingefangen, Aktuelles gebracht, das,^ ..Interessante mit dem Wissen verbunden werden. Dabei bedaure ich es außerordentlich, daß nur so wenige Brüder zur Verfügung stehen, die imstande sind, uns regelmäßig etwas über wirtschaftliche und soziale Probleme zu sagen. Diese Fragen spielen in dfer Gegcnwart doch die bei weitem größte Rolle, und Referate auf diesen Gebieten wären eine sehr erwünschte, ja. durchaus notwendige Ergänzung zu den eben.erwähn-' ten Vorschlägen. Ist dafür gesorgt, daß 2 Redner solche je etwa 10 Minuten dauernde Referate aus möglichst verschiedenen Gebieten halten, an die'sich eine Diskussion schließen kann, so ist ein größerer Vortrag nicht mehr nötig. Ich habe zwar immer den Standpunkt vertreten,, daß die Loge sich nicht der Aufgabe entziehen darf, solche Vorträge halten zu lassen, trotzdem die Möglichkeit gegeben ist, an anderer Stelle aus allen Wissensgebieten -das Beste zu hören, aber ich fürchte, daß wenigstens in der Gegenwart die großen Vorträge in der Loge im allgemeinen keinen Platz haben, weil die damit verbundenen Kosten von den.meisten Logen zur Zeit nicht getragen werden können. Leider lehrt auch die Erfahrung, daß diese Vorträge nur wenigen zugute komnüen, die sich selbst in dieser alles erschütternden Zeit die innere Ruhe und ■ seelische Ausgeglichenheit bewahrt haben, um selbst nach mühevoller Tagesarbeit noch einige Zeit geistigen Problemen zuwidmen. Würde allerdings mit dem Fallenlassen der größeren Vorträge eine Beeinträchtigung des' geistigen Lebens, auch nur eine vorübergehende Stagnation verbunden sein, so würde ich mich mit aller Schärfe und Energie dagegen .wenden, weil sonst das Fundament der Logen erschüttert •' werden würde. Das aber braucht nicht unbedingt der Fall zu sein, wenn wir uns bemühen. , einen möglichst gleichwertigen Ersatz dafür zw schaffen, und dazu scheinen mir die vorgeschlagenen Kurzreferate geeignet zu sein. Zu dem Thema' »Wohl und Gedeihen der Loge« sollten an den gewöhnlichen Sitzungsabenden nur besonders wichtige, unaufschiebbare Mitteilungen gemacht werden, sonst sollen sie der Aussprache an tlen sogenannten Schwelinsabendcn Vorbehalten bleiben. Allzugroß ist die Gefahr, daß Kleinlichkeiten, die be.i dieseiü Punkte vorgebracht werden, das Niveau einer rsonst vielleicht hochstehenden Sitzung drücken. Hiermit könnten zwanglos auch Mitteilungen über das Wohl der Brüder verbunden werden,, falls man den Krankenbericht nicht noch besser der »Wochenschau« des Vizepräsidenten einfiigt. Dabei brauchte man sich nicht zu. scheuen, auch auf die allgemeine wirtschaftliche Lage der Brüder einzugehen. Sie spielt doch nun einmal die Hauptrolle im 'gegenwärtigen Dasein, ufid was alle dauernd beschäftigt und» bedrückt,, sollte man doch nicht einfach totschweigen. Ein tröstendes, ein hoffnungsvolles Wort kann manchem Bruder für eine ganze Zukunft mehr gc- 115 —

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