Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 6/7 - Juni/Juli
- Date
- 1931-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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rili Hauptgrund des maßlosen Judenhasses. Der tiefe alte Mangel äh gesundem Staats- und Nationalgefühl in Deutschland drohe nach dem unglücklichen Ausgang des Krieges -verhängnisvoll zu werden und werde durch den übersteigerten Nationalismus der äußersten Rechten gewiß nicht »kompensierte. Eine gemeinsame Verständigungsarbeit unter Beteiligung großer repräsentativer Gruppen beider Seiten müsse in Gang kommen. Hans Friedrich Blunck beklugt sich darüber, daß neben dem Griechentum und dem Alten Testament die germanische Unterlage unserer Kultur in unzähligen Fallen bewußt und unbewußt übersehen werde. Blättere man die Zeitungen und Zeitschriften der Hauptstadt durch, so finde der Niederdeutsche unablässig seine Tradition als verächtlich angegriffen. In anderen Völkern, die man gleich grausam wie Deutschland in Versailles gedemiitigt habe, träten gerade die jüdischen Kreise am geschicktesten und lebhaftesten für die Wiedergutmachung geschehenen Unrechtes ein, statt die Gedemütigten noch tiefer zu verletzen- Solange die Propaganda gegen die germanischen Wesenszüge am deutschen Menschen, solange die quälende Beleidigung des vorchristlichen Mythos, der deutschen Geschichte, Ueberlieferung und des deutschen Selbstbewußtseins fortgesetzt werde, verstärke sich die Bewegung gegen den Anti-< germanismus des letzten Jahrzehnts. Br. Expr. Ludwig Holländer versucht zunächst, den Begriff »Antigermanisnius« zu klän-ii. Unter Antisemitismus verstehe man diel' iiige Bewegung, die Abkunft und Wesen der Judenheit schlechthin für diejenigen Erscheinungen verantwortlich mache, die das öffentliche i.-eben in jedem Umfänge vergiften. Unter den Bestrebungen, die Fechter mit Antigermanismus bezeichne, werde man danach alles das zu ’ erblicken haben, was sich in Rede und Schrift :regen das dem deutschen Volke Eigentümliche md Wesenhafte richte. Es ergebe sich zunächst iie Frage, ob es wirklich das deutsche Wiesen in iner letzten, von allen guten Deutschen anerkannten Bedeutung sei, welches voq den in Frage kommenden jüdischen Schriftstellern beschmutzt und verächtlich genjiacht werde. Der Antisemitismus verurteile j ej d e n Juden, die von Fechter .ekennzeichnete und von Holländer ebenfalls verworfene Gesinnungsart jedoch setze sich in Gegensatz zu Erscheinungen des deutschen \ olkslebens, die keineswegs von allen Deutschen m gleicher Weise anerkannt würden.. Man möge z. B. über die W irtschaftsauflassupg der Sozialdemokratie ein noch' so a wertendes. Urteil hegen—es sei unmöglich, führende Männer und Frauen der Sozialdemokratie oder irgendeiner anderen politischen Gemeinschaft zu Aotigermani.stcn« zu stempeln. Uolgerichtigerweise müßte der Vorwurf des Anti germanismus auch gegen eine große, vielleicht eine; überwiegende Anzahl nichtjüdischer Deutscher gerichtet werden. Es erscheine unbillig, den jüdischen Deutschen zuzumuten, sie sollten eine Einheitsfront bilden, um damit die leider zi uäklar als -antigermanisch« bezeichneten , E> schednungen unseres öffentlichen Lebens zu t ekäjiipfen,. Zu erstreben sei zunächst eine Um gestältung der literarischen Auseinandcrsetzunj:, von der alle vornehm denkenden Menschen wünschen, daß sie jede sittlich-begründete Anschauung achte, und, daß Dinge, die anderen h :ilig seien, niemals mit Hohn und feilem Spott bezeichnet würden. Man stelle feste Begriffe auf anstatt der flüssigen, vermeide das Wort »antU, 'und stelle fest, was nationale Forderungen und nationaler Wille -an positiven Werten von den einzelnen verlangen. Höchst bedenklich sei'esj wenn Fechter einem jüdischen Zeitungsv^jdeger eine — übrigens verfehlte und törichte —' Antwort deswegen verbieten wolle; weil, er Jude sei. Eine einheitliche jüdische W'eltLetrachtung gebe eß überhaupt nicht- Der letzte Sinn des angestrebten gentlemen-agreements und Verinnerlichung bei Nichtjuden. Mit dem Aufsatz Holläi ders schließen Paul F e c h t e r und Rudolf P < geber der »Deutschen Rundschau«, die Aussprache. Sie stimmen deii Ausführungen von. Dr. Naumann und Dr. Prii z zu >ui)d~heben her-5 vor, daß die Schwierigkeiten, Holländers ergebe, in der und Bestimmung dessen lägen. was man als die selbstverständliche nationale Voraussetzung fordern oder gelten lassen wolle.'' einer Gemeinschaft der wie der Aufsatz festen Umschreibung brauche kein Traum zu bleiben. WTenn wir das Erg spräche überblicken, so bemerken, daß. es stets i vorhandene Gegensätze nie offen ausgesprochen werd vor ungefähr 20 Jahren ge »Kunstwartc zu begrüßen leicht die bereits erwähnte »Süddeutschen Monatshefted sei: Versachlichung alten, Juden wie Der Gedanke anständigen Leute bn i s d e r Ausi lochten w ir zunächst qrzuziehen ist, wenn vertuscht, sondern Darum wrar die ijhrte Diskussion im lind noch mehr viel- Aufsatzteihe in den c. Die letztere hat lit eä 99