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Der Orden Bne Briss · 1931-06-01 · Nr. 6/7 - Juni/Juli · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 6/7 - Juni/Juli
Date
1931-06-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Anfrage eines Buchverlags. warum seine Bücher, t die sich mit der deutschen Geschichte, mit der deutschen Vergangenheit beschäftigten, nicht besprochen würden, antwortete: das geschähe prinzipiell nicht: die Deutschen sollten sich gefälligst mit der Gegenwart sind ni:ht mit ihrer Vergangenheit beschäftigen. Es solle freilich nicht jede Kiitik beseitigt werden. Kritik sei möglich, wenn sie von einer gemeinsamen Grundlage, der deutschen Schicksalsgemeinschaft, ausgehe. Trotz aller seelischen Verschiedenheit müßte ein gentlemnn agreement, ein Zusammenarbeiten und eine \ erständigung, erzielt werden. Es wäre sehr sch in, wenn das -in gemeinsamer Arbeit von beiden Seiten geschehen könnte. Demgegenüber erinnert Jakob Wasser-, mann daran, daß in frühereti Jahrzehnten Scharen auserlesen kultivierter |uden (z. B. Rahel \ arnhagen. Emil Kuh, Moiitz Heimannj den Vorspann deutscher Größe machen durften. \ erantwortungslose Großstadtjourr alisten. deren .es auf nichtjüdischer Seite genau so viele und vielleicht gefährlichere gebe, körnten doch unmöglich als repräsentativer bezeichnet werden' als jene Zeugen. Einem Jahrtausen 1 voll Marter, Schändung, Raub; Qual. Hohn, Sei mähung, Entsetzen, Blut und Feuer, stehe ein rinziges Jahrhundert der Emanzipation gegenüber. Obgleich Fechter immer -wieder die urige, teure Anzahl nichtjüdischer Deutscher ins Treffen führe, verlange er von der kleinen jüdische n Minderheit die feinsten Tugenden einer braftbewußten Ueberzahl. Das Jahrtausend des Jluts und der Tränen wüchse noch allzu tief in c as gepriesene Jahrhundert der Emanzipation hinein.- Was bedeute dagegen das Zeitungsges:hrei einiger »Emanzipierter?« Helfen Wohlve •haltungsmaßregeln gegen »Juda verrecke«? In Grunde sei es erschütternd, daß Fechter vor die an Leib und Leben, an Geist und Herz bedrohten Juden hintrete und sage, sie mochten ein Ei lsehen haben. AJs Deutsch-Schweizer, der vor dem Kriege eine sehr heftige antisemitische Seit durchgemacht hat, äußert sich Eduard Behrens dahin, daß die Franzosen, die Engländer, die Amerikaner und aöch die -Russei ihre Juden absorbiert hätten. Sei Deutschland etwa weniger großherzig, kräftig, human? Die Deutschen seien in einem Minderwertigkeitsgefühl befangen, einer Hysterie, die als Folge der furchtbaren Jahre seit 1914 psychologisch wohl verständlich sei, die aber der Wirklichkeit gewiß nicht mehr entspreche. Vor dem großen Kriege seien die Judenl in Deutschland Staatsbürger minderer Art gewesen. Trotzdem hätten tausende dieser Parias ijn den deutschen Schützengräben gestanden. Jetjrt rufe ein Volksteil auf zum Totschlag und Moird an einem anderen Volksteile. Dieser antisemitische Nationalismus drohe für Deutschland draußen bei den anderen Völkern eine Katastrophe zu werden. Heilen könne der Zustand nur, wpnn die Ressentiments verschwänden. Aber da2|u müßten die Deutschen als der weitaus /stärkere und wichtigere Partner doch wohl den Anfajig machen und nicht ymgekehrt, wie _ Fechter yerlange- Das deutsche Dasein wäre ohne den jüdischen Einschlag ärmer, ärmlicher. Max Naumann wiederholt seine Einteilungen der Juden in nationaldeutsche Juden, jüdischnationale Juden und in die »Zwischenschicht«. Mit der Verständigungsarbeit müßten die Juden anfajngen. Auf nicht jüdischer Seite sei hauptsächlich Aufklärungsarbeit, auf jüdischer Seite Erziehungsarbeit zu leisten. Ein Teil der Juden habe sich aber immer wieder von ,verbohrten und| überheblichen Schriftgelehrten, die von der längstverjährten Auserw’ähltheit des ehemaligen jüdischen Volkes nicht loskommen könnten, verführen tassen, nicht anders als vor Jahrtausenden sein zu wollen. Daraus ergebe sich die zur Selbstabschließung führende, gleichzeitig verstockte und sentimentale Stimmung des »Antigermanismus«, der richtiger für; die ganze Welt »Antigojismus« heißen müsse. Um die »Entgiftung der Judenfrage« bemüht sich Arthur Prinz, der über dieses Thema auch kürzlich .vor drei Berliner Logen einen Vortrag gehalten hat. Prinz, der aus dem zionistischen Lager ikommt, will die Tatsache der jüdischen Abstimmung und Sonderart mit einem tiefen und leidenschaftlichen amor fati umfassen, der ain den Naturgrundlagen des eigenen \\ esens nichts zü andern, sondern nur auf ihnen das rechte und angemessene Leben aufzurichten wünsche. Aus; tausendfachem Erlebnis aber wüßten wir, wie tief wir deutscher Kultur verhaftet seien. Rollten wir im Jüdischen ernst und wahrhaftig sein, ^so sei es schwer möglich, daß wir dem Deutschtum, das uns teilweise fremd und zum Teil gjanz nah vertraut sei, ohne tiefe Ehrfurcht gegenüberständen. Die Träger des »Antigermanismius« seien fast alle abtrünnige Juden. Die Agitation dieser entwurzelten Juden in Deutschland jsei Gift in einem dafür ganz besonders disponierten Körper, und ebendies sei 98 ,1

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