Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 6/7 - Juni/Juli
- Date
- 1931-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/6727475-6029203-6074852--2639-4869223- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
großen Schicksale tlcs Lebens und Jie täglichen wirkenden i Widerwärtigkeiten. die Kleinlic Niedrigkeiten und die Iüicherlichkeiten. Ls ist der sonnige Humor, der die 1 dicke 1 'des Lebens iihrender Er- I vergessen macht um! mit ihnen uussühnt. Der tiefe Sinn def Herzlichkeit Jes Dichters, der den Humor «lurchzieht, wirkt Sich auch ohne ihn in der zärtlichen Fürsorge für das Kimlergeschlecht ans. di«* aus folgender ri kenntnis spricht: Die größte Kunst lür denjenigen, der eine Menschenseele.erztehen will, besteht darin, daß er so lange als möglich die harte Faust von dem weiclu-n Herzen abwehrt, bis «lall ei erst härter geworden ist. und wenn dann «ler schnöde Griff auch weher tut. \iel weher, die schmutzigen Finge rmale driiek«*n sieh doch nicht so tief ins H«*rz. «las bisher noch nichts gewußt irroßen ewigen Streitf Aus der Reihe'«ler modernen D.chter leuchtet bei Bernhapd Sh a.w die fein geschliffene Satire, die die menschlichen Zustände zu "bessern trachtet, indem sie <l«;n .Weitschon ihre Torheiten vor Augen hält. Der groß«* sittliche Gedanke spi«»g«*lt sich wider in dem bedeüts unen Werk: Die heilige Johanna ., in dem gezei;t'wird, wie «lie Menschheit ihre Gotterfüllten, die sich für sie opfern, hchandi'lt und vom Lel>ejn zum Tode führt. keiten, di«* hat von dem ch in seiner ■eund« (1911) ist, Dir, Boif ranz W e r f e 1 finden s « rsten Gedichtsammlung »Der W eltf «lie Worte »Mein einziger \Yuns<h o Mensch, verwandt zu sein.« Die Einsamkeit «h*r Seele überbrückend ist ihm: die gute Tat. Herz, frohlocke! Eine gute r’at habe ich getan. Nun bin ich nicht mehr .eins im.« Glück des.einzelnen in dieser Veit der Not ist Schuld. I Gibt es ein Gleichgewicht in Welt und Leben? Wie werde ich diese Schfuld bezahlen müssen?« Er «‘chtet mit Gott: »Warum nicht gabst Du mir: Zw«*i Hände voll Hilfe nn«l Angen, waltend Dopptdgestirn des Trostes?« Der 1511 geborene Kunstschrifftstelle äußerte sich über «len im 15. und r Vasari [4. Jahrhundert hineinlegte. Camille Pi seinigen lalienischen Maler Giotto: II renouvela l’art parce qu’il y mit pltis de bonte. rir «•rneuerte dje Kunst, weil er mehr Güte in sie Der berühmte jüdische Maler aro machte dies Wort zü «l«*in ISS: angeführt: Zw e i g , d<e Zugehörig^ müssen. In Von modernen Dichtern seien weiterhin Stefan Zweig und Arnold uns auch wegen ihrer betonten idit zum Judentum interessieren Stefan Zweig spricht die Menschenseele, die jüdisch«* Seele aus «lern schlimmsten Leitl df-r Zeit, aus «ler Not des Krieges in stärkster dichter scher, stärkster menschlicher Form in «lern Fri^dcnsdrama »Jeremias«, «lein bedeutendsten Dichtewrk, das aus Kriegsnot geboren ist. j W ir dürfen hier aber auch“ anführen, was Hanns Martjin Elster in einer Besprechung von St. Zweigs Biographien, Monographien bedeutender fremdsprachiger Autoren von unserem Dichter sagt: / »Aus djem Schicksal «ler Dichter heraus schlägt <li«:!reine Flamme der Leidenschaft des geistigen Menschen: das Moralische im höchsten Sinne des Wortes. Hier offenbart sich Stefan Zweig als der fanatische Bekenner höchster menschlicher Werte und Ziele: die Besessenheit des Kämpfen® tim «li^e Höherführujig der Menschheit durch Liebe un/l Güte, die sjeinen brüderlichen Freuiul Romain Rolland a«lidt, steht in ihm auf.« Wir schließen an, was Arnold Jlweig am Ende seines ausgezeichneten Werkes über Lessing — Kie st — Büchner über »«lie Menschheit als Aufgabe i sagt. Er behandelt in seinem Buche, ausgehend vom Dramatiker Shakespeare, dem -großen Heiligen«, dem Erlebnis seiner Jugend, zu dem mau immer wieder wallfahrten muß — die drei greifen Dichter Lessing — Kleist — Büchner ab Dramatiker, als Menschen, Da heift es zum Schluß: »Die Menschheit als : * Aufgabe kakin nicht werden, solange von den Prinzipien des Lebens nur das des Wettkampfes,' nicht auch das der gegenseitigen Ergänzung und Hilfe dem menschlichen Leben zugrunde gelegt wird. Und de* Gebrechlichkeit des Individuums, darf nicht tierisch Vorschub geleistet, es muß ihr menschlich [ gewehrt werden, durch Hilfe während seiner Existenz und durch die den Tod 96