Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 6/7 - Juni/Juli
- Date
- 1931-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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die bedränglichste Drangsal, und dir Mut ein- «pricht und dich lieb hat, und dessen bester Spall und bestes Blut zu deinen Diensten steht.« Der sittliche Drang Heines kann nicht besser illustriert werden als durch seine Woite: »Ich weiß wirklich nicht, ob ich esi verdiene, daß man mir einst mit einem Lorbeerltranz den Sarg verziere. Die Poesie, wie sehr ich sie auch liebte, war mir immer nur heiliges Spielzeug oder geweihtes Mittel für himmlische Werke. Aber ein Schwert sollt Ihr mir'aul den Sarg legen; denn ich war ein hr«vl‘r Sol «lat i nt Befreiungskriege der SJensch-' li e i t.« Träger der M-h werhörig erhr l! it. Istnb gebracht — darben kann „ y, n — geben muß ich!«). Hin Beeth Aduirio — das ist Tiefe der Welt —. N-i-lenschmcrz des tief Empfindenden „den Wie sich Vollendung höchsten Menschentums mit höchster Kunst üuswirkt, das kann bei keinem Künstler mehr in Erscheinung treten als bei B e e t h o v e n , der einer der ede sten Men- M'heir und zugleich einer der größten Künstler gewesen ist. Ein tragisches Leben — e.n Heldentum ini'L'eberwinden von WiderstiiiH eil — der für das Ohr bestimm en Kunst bis zur Taubheit — ein in Güte \erbrachtes Leben (vich bin beinahe bis an den ich nicht oven’sches las ist der .... .... — Lciden- <1. i. Auflösung in Wehmut — übergeleitet in die Schönheit des Alls — und danjit Versöhnung. Ein Beethoven’sches Scherzo — dus ist Leberwindung aller Widerstände^— die der Fröhlichkeit entgegonstehen, — ist Humor, Heiterkeit — 1 rohsinn — trotz allein Leid tler Welt. Es geeint das Scherzwort tiefst«; Bedeutung: »Humor wenn man trotzdem lacht!« So aufgefaßt — rsteht man Beethoven in seiner unvergleichhen Wirkung auf die menschlichen Seelen und -besondere auf die Leidenden — und wer gert fn dieser Welt nicht zu ihnen?- i- So versteht man jenen Jubelhymnus Roa i n Hollands, gleichfalls eines großen enschen und Künstlers, uu Beethoven, der in "Igenden Worten sich auslebt: »O . leethov^n! Du bist mehr als der erste unter allen Musjikern. d’i bist die Verkörperung des Heldentums in der uizen modernen Kunst, du bist tler größte und ■•este Freund der Leidenden, «ler Kämpfenden., A enn das Elend der ganten Welt uns über- "ältigt, dann nahst du didh uns, wie du dich einer trauernden Mutter nahtest, dich wortlos ans Klavier setztest und der reichtest in dem Gesang deiner ■— Du gibst uns deine Täpferk ben, daß der Kampf Glück ist. der Gottähnlichkeit-« i\ einenden Trost •rgebenen Klage, ‘it, deinen Glaudoiii Bewußtsein „eben und Schafndung zum Ethi- «>i. Tolstoi — aus ul — führte in Der Dichter, der in seinem feil am entscheidendsten'die W scheu vornahm, ist Leo To 1 s adeligem Geschlechte stamme seiner Jugend das Leben eines C ardeoffiziers und — stets aber war cur Wahrheit erre —. 1882 — erzeigte alle Laster seiner Kaste, «*r von einer glühenden Liebe füllt. In seinem 54. Lebensjuli hielt 1 olstois-Seele die für.sein gunzes ferneres Leben entscheidende Richtung: er beteiligte sich bei einer Volkszählung in Moskau. Er sah dabei * das unaussprechbare Elend, in dein das Volk «Iah in vegetierte. Er kam nach Eine völlige Verzweiflung e.rfa Er stellte sich die Frage, oli Zivilisation etwas wert sei, w« einer Kaste auf Grund solcher sichere. Das'literarische Resultat war die Schrift: »Was sollen wir denn tun?« 1814—88, Nun begann sein Kampf gegen Staat und Kirche, der den rein herzensgli iubigen Manu bis zur Exconunuiiication führte, ein zwauzigjäliri ger Krieg gegen die Verbrechen und Lügen der Zivilisation. Von Werken aus Hause, weinte. Ite ihn. 1 «l'iesc sogenannte nn sie Vorrechte Opfer des \folkes zu nennen: sonatc« . •Machtder Finsternis« Auferstehung«. Romain Roljand äußert sieh übpr den -sittlichen Wert der Persönlichkeit Tolstois:.»Manche sagen: Tolstois Philosophie und nicht originell, seien utopistiscl pistisch wie das Evangelium! — Daß diese Erscheinung uns ’ergönnt war, daß wi> in unserer Mitte dert letzt« n der Propheten sehen durften, daß^ler größte von diesem Glorienschein um; ist. wie mir scheint, eine orig lind von größerer Bedeutung eine neue Religion mehr oder sophie. Blind sind die. die' das Wunder dieser großlen Seele nicht sehen, dit'sc ' erkörperung <I«t Briulerliebe in einem haßerfüllten: Volk und Jahrhundert.« Wie wirkt sich das Ethischt ter aus? — In seinem verklärep alle Verhältnisse des LcIhmiS d dieser Zeit sind 1 Krenzi-rsein (jilaube seien . —. Sie sind uto-s unserer Dichter eben I ist. — das nellete Tatsache ür'die Welt als eine neue Philoin F r i t z R e u r den Humor, der rchdringt — dip 95