Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 6/7 - Juni/Juli
- Date
- 1931-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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eine bewußte öder unbewußte . F.inwirkung auf Höherführung «les Menschengeschlechtes ausgeht» von «len Künstlern. In solchen i Zusammenhänge \\ ollen wir einmal «las F. f li i s c li e i m Künstler besprt'chi‘1). «lern schöpferisch wirkenden Mensehen. «1er ein Abbild «1er Welt schafft, das doch nicht nur F orm. sondern auch Seele sein soll. Für «len ersten- Blick sch int Kunst ohne sonderliche Beziehung zu FIthil.. Kunst ist wie Wissenschaft vorausseizungslos und «loch 1 liegt im Wesen «ler Kunst ein Selbstverständliches, ein Höhcrführt'ii und Ilöherwertei , das sich vom Tiefst-moralischen. also von F.thik.glicht trennen läßt. W'as ist Knust und was will ■ Z«) 1 a sagt: Kunst ist ein Stil durch ein Temp«‘rament. B r n n n E 1 k a n i ein mo zugleich Bruder unseres ßun<!«“s Bildende Kunst ist ein lienvußter Gegensatz zur Natur, keine Xachschöpfifiig-«ler Natur, sondern «‘ine Neuschöpfung, «‘in F.igntV. Kunst ist das Wesen, ‘«las «ler l'orm an sieh. Stil in der Kunst l>«‘«leutet: xheinung ist eins geworden. — Als Wesentliches «larf hervnrgihoben werden: Kunst’ist Form, aus der See e spricht. Darauf fließ«-nd. imifi*Erke.nntnis geschöpft werden, <ler«‘n F.rfolg I.äuterung — HtMierwertung .— F'thik — ist. Am fernsten von aller äußeren Tendenz erscheint uns der größte aller unserer Dichter: Goethe — aus .dämonischen 1 rieben Form schaffend — in '\ ollendnng. wie s e vor und nach ihm nicht «‘rreicht worden ist.—S|c F.rkenntnis jiilirend. Ich habe Kunst? •k Natur gesehen lerner Künstler, äußert sieh: ■ln‘n. di«‘ Seele Seele und l:.rele zu höchster — sagt Goethe — in meinem Beruf«- als Schriftsteller nie g«-- n? sontlern ich ■achtet, mich :u machen, «len fragt, wie-nütze ich «lern Ganz« habe immer nur danach get selbst «‘insichtiger und besser Gehalt meiiHT .eigenen Rersönlicli teit zu steigern und daun immer nur auszusprecl en, was ich als gut und wahr erkannt hatte.« Sein Hauptwerk rFaust ist dis Menschheitsdrama, das uns durch alle Tiefen Lebens bis zur Vollendung fühlt. Arbeit des freien Menschen auf freier Erde strebend sich bemüht, den können wir erlösen.« * Hermann Cohen-Loge, Frankfirt a/M. Wir übersetzen den kirchlichen Schluß ins allge mein Sittliche. I Mehr vdn Tendenz —< iin besten Sinne des Wortes.—getragen sind Lessings W'etke. Sein Lustspiel »Die Juden--, in dem ein Jude als wahr haft sittlicher Mensch erscheint, war für die damalige Zeit eine ungeheuerliche Zumutung. Nicht weniger sein «lramatisches Gedicht »Nathan d«-r Weise«, jenes hohe Lied «les Menschheitsgedank«*ns, «las durch die Jahrhunderte leuchtet —- ein ewiges Denkmal der Charaktergröße eines Menschen in «‘iner jämmerlichen L’mwelt. Die ethische Größe |des Dichters zeigt sich auch in ulen bekannten Gesprächen über Freimaurerei, in dene.n Lessing die wahre Anwendung des Freimaurergedankens gegenüber all den lächerlichen Konzessionen von Organisationen und Menschen fordert. Viel schicerer erscheint zunächst für «len äußeren Blick die Beantwortung nach dem höllischen im Schaffen d«‘sjenig«‘ii Dichters, «ler s«> recht als dej* Träger «l«‘S Spottes, «ler Ironie, <l«‘r gilt —jim Schaffen Heiners, «ler darum iorden ist und wir«l wie selten ein Dichter. Dem tiefen Blick entgeht gewiß nicht «las Bcstrcbieu Heines: das große Keinigungswerk. «der starke Lüftungsprozeß in demj muffigen Deutschland seiner Tage, in dem er nicht sagen und sangen «lurfte, was ihm das Herz bewegte. — «lhs ilm vertrieb uml ihn zwang, aus der F’erne, aus dem Exil zur Heimat zu sprechen und siej wohnbarer zu machen für die, die nach ihm kqmniev) solltet).' W er es nicht erkeniit. für den lassen wir Heine selbst mit aller Deutlichkeit sprechen. ' Heine vergleicht sich mit Kunz von der Rosen. dem Spaßmacher des gefangenen Kaisers Maximilian 1.. * .">atir«‘ verläst«Tt »O deutsches Xaterland! Teures deutsches \olk! Ich bin dein Knnz von der Rosen. Der Mann, desse i eigentliches Amt die Kurzweil. un«lJ der dich nur belustigen sollte in guten Tagen, er dringt .in «hünen Kerker zur Zeit der Not. Hier unter dem Mantel bringe ich dir «lein starkes Szepter unql die schöne Krone — erkennst du und Höhen des mich nicht, »Wrer immer Heine mein Kaiser? WTenn ieh dich nicht befreien kann, so will ich dich we nigstens trösten, und du sollst jemanden um dich halsen, der mit dir schwatzt über Italien. 94