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Der Orden Bne Briss · 1931-05-01 · Nr. 5 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 5 - Mai
Date
1931-05-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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offiziell mit den städtischen Behörden zusammen» zugehen. Die Mount Rcyal- Loge, in Montreal hat bereits eine Anzahl von BrC dern in den »Stadt» verbesserungs-Ausschuß« delegieren dürfen. Eine andere Anregung des Ordenspräsidenten ist gleichfalls zukunftsvefsprechend: Um die Mitgliederzahl der Logen zu erhöhen und um eine Handhabe zu gewinnen, die Brauchbarkeit der Brüder für jüdisdie Arbeit zu steigern, hat der Orden ein Generalbureau sämtl eher amerikanischer Distrikte zur Feststellung der Verwendbarkeit der Mitglieder in öffentlichen oder Lcgenangelegenheiten mit dem Sitz in Cincinnati, alsc unter den Augen des Br. Alfred M. Cohep, gegr indet. Zum Leiter hat er den Jangjährigen Großsekretär der Großloge Nr. 4, Br. Richard E. G u t s t a d t, bestimmt. Seine Aufgabe!Tst zurächst eine wissenschaftliche Untersuchung ]über eien gesamten Mitgliederbestand. Nähere Angaben fehlen. Mit stolzer Freude blickt B \ Ordenspräsident auf die Aeußerungen der führenden katholischen Zeitung in Amerika »Der katholische Telegraph« in Cincinnati hin, die in rühmenden Worten den Orden zu seiner Abwehr judenfeindlicher Angriffe eines großen internationalen Werterbuchs beglückwünscht und das katholische Volk bzw. die »Columbusritter« anfeuer^, »wenigstens den Versuch zu machen, die bewpnderns werte'und erfolgreiche Leistung des Ordens B. I nachzuahmen«. In enger Verbindung mit ,iem Orden steht ein Unternehmen, das unzweifelhaft auth für die größeren Gemeinden unseres deutschen Distrikts vorbildlich werden wird: Dös »Jüdische Volksinstitut« in Chicago. Volkshochschuli:, Toynbeehalle, modernesTheater,eineTartrzschnle ein ßallsaal,naturwissenschaftliche Laboratörien, jüdisches Museum, Kurse für Rabbiner und Kantoren, Sportpalast, Schwimmbassin, ein koscheres. Restaurant — alles dies bietet das neueröffnete, prachtvolle Gebäude am Douglas-Boulevard, das freilich einen Haushalt von 300000 Dollars erfordert, unter der zielbewußten Leitung S e“m a n. Jedem der [Tausenlde wird volle Freiheit gelassen, welcher Br. Seman das.| beste erziehung erblickt. '»Wbmüssen Das Institut steht von Br. Philipp von Besuchern eine Tendenz, in Mittel zur Selbstfrei sein«, sagt er launig, »dann sitzt eijiem de- Mantel noch einmal so bequem um die Schulter« aus amerikanisch eingestellt, nationalen Feste und sin für eine jüdische Heimstätte, uns nicht, daß wir Juden sind, auch nicht mit dieser Tajsadie vor anderen Leuten »Wir sind durdi- Wir feiern unsere doch mit Leib und Seele Wir entschuldigen aber wir prunken Bei uns gibt's keinen Unterschied zwischen Rei h .und Arm.« Die Not der Zeit veranlaßt auch die amerikanischen Glaubensgenossen, sich darauf zu besinnen, daß Wohltätigkeit, d. h. soziale Fürsorg», auch Gottesdienst ist. Deshalb hat der Präsident des Rabbinatskolfegiums des orthodoxen Theologischen Seminars in New York, Na chm an H. Ebin, auf der Jahrestagung die Forderurg 'erhoben, in den nächsten fünf Jahren keine Synagogen zu bauen: »wenn das wirtschaftliche Leben in allen Fugen kracht, darf man das Gemeindeleben nidit überschätzen«. Andererseits wird in unseren Logen gerade einem vertieften religiösen Leben das. Wort geredet. In der Zeitung der Los Angeles-Loge fühlt Br. Rabbiner F e 1 d m a n n bittere Klage über das bisherige Scheitern aller Versuche zugunsten eine» kraftvollen, schöpferischen Judentums und fährt dann fort: »Es ist außer allem Zweifel, daß di: treue Beobachtung des Sabbattages dem Leben de: Juden eine Stärke, eine Schönheit, eine Weihe und Harmonie verlieh, die nirgends ihresgleichen hat Neben der Lehre von der Einheit Gottes war e; der Sabbat, der ihn mächtig antrieb »mit sehnender Seele« Licht und Ruhm, göttliche Führung unc. Freude im Reiche der Geistigkeit zu suchen«. Unser Ordensorgan spinnt diese Gedanken weiter aus, indem es an die Rede von Edmonc Fl eg auf der Londoner Weltkonferenz anknüpfi <»Weil Israel seinem Ritualgesetz treu blieb, deshalb blieb es am Leben«) und die Weihe schildert welche das jüdische Kind von einst im Eltern.- hause umfing, wenn es die Sabbat- und Chanukkah. lichter aufflammen sah, den Vater wie einen Priester Kiddusch machen hörte und sich von dem eigen]» artigen Zauber der Sederabende umspinnen ließ. In einem Aufsatz, der vollinhaltlich übersetzt zu werden verdiente, spricht sich Br. E 1 m ^.r Lee über »Jüdisdie Bücher für jüdische Kinder« aus» in welchem er freilich den Rezensenten, welche nidit tatkräftig genug auf gute jüdische Bücher für die Jugend hinweisen, Vorwürfe macht. Ebensoweni meint Br. Lee, solle man es den Jugendlichen selber überlassen, sich . ihre Lektüre zu wähle i. Recht hat er mit der Feststellung: »Wir alle kennen zahllose jüdische Häuser, wo Reichtum ur d Kultur herrschen/ aber die einzigen Proben jüdisch :r Literatur in ihren Bücherschränken sind ein pair verstreute Jahrgänge des »Jahrbuchs des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur«, dem dsis Oberhaupt der Familie einmal vor langen Jahren angehört hat! 82

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