Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 5 - Mai
- Date
- 1931-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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wadisenden Jugend dürfte au<h diese Reste {des Mittelalters bald hjnwegfegen. Das hebräische! Schulwerk (Tarbuth) umljaßt 141 Elementarsdiulen ünd 61 Kindergärten jrnit 26 000 Schülern, die zentrale! jiddische Schulorganisation 94 Elementarschulen und 33 Kindergärten mit 24 000 Schülern. 65 Mittelschulen haben prjvaten Charak er. Es bestehen ferner. 7 Lehrerhnd Lehrerinn m- -H'minare sowie djas Rabbiner-Seminar T«dikemoni in Warschau, das modern gebildete, orthodoxe Rabbiner ausbildbt. Dieses Seminar wird ebenso wie di^ Bcth-Jako|)-Schulen von der Organisation „Misrpdii“ unterhalten. Einer besonderen Institution müdite ich in diesem Zusammenhänge hoch gedenken, die die Hilfsbereitschaft dör jüdischen Gesellschaft fceymders deutlich erkennen läßtj das ist der Verband der Gesellschaften für jüdische' Waisenfnrsorge. Der Verband sorgt fjür 13 600 Waisenkinder, Opfer des Krieges und der Pogrome jin der Hauptsache. Sie sind zumC Teil in 120 Ap- '1 alten untergebracht, zum Teil in Families- Pflege. 20 Sommerkolonien dienen der Kräftigung geschwächter Kinder, dajs Solhad Cie iuek den Skrofulösen und Tuberkulösen. A liier hat der Joint die Grundlagen für das Ililfsw ik geschaffen, das aber seit 2 Jahren fast aiischli' lllidi auf den Schultern de$ Verbandes runt. Zum Sdduß nodi etwas über die Stellung der pednisdien Logen im jüdischein Leben. Es war ein .Wagnis von Br. Dr. Leon Ader, ah die Gründung einer polnischen Giroßloge heranzpgehen, angesidits des Mißtrauens der Regierung der Massonerie, der Freimaurerei, gegenüber, und auf der schmalen Grundllge der frühereh ■'terreichisdien Logen in Krakiu, Lemberg um BieHtz. Wir können ihm heut s dankbar dafü •M-in, daß er das Werk unter Uoberwindung de| Politischen, sprachlichen und wirtschaftliche •hwierigkeiten organisatorisch vollendet hal. Nach der Gründung der Loglen in Warschau, odz, Przemysl, Stanislau und idem Beitritt der 'osener und der oberschlesischen Logen konnte ah die Großloge größeren Aufgaben züwenden. Ihre Mitarbeit ist heute auf allen Gebieten des jüdischen Lebens in Polen unentbehrlich geworden. Die Errichtung des , udaistischen Instituts . in Warschau zur. Ausbildung von Rabbinern.un'd akademischen Lehrern, des Hauses für die akademische Jugend in Warschau und Krakau, die dauernde Unterhaltung von Ferienkolonien und anderen sozialen Einrichtungen, die Förderung der Waisenfürsorge, die Aufklärungsarbeit in den Kreisen der polnisden Intelligenz durch wissenschaftliche Arbeiten t nd durch parlamentarische Abende, das sind in Kürze die .Arbeiten, die die letzten Jahre ausgefüllt haben. | Die geistige Anziehungskraft, die von Männern wie Schorr, Braude, Thon, Balpban ausgeht, hat in den letzten Jahren zahlreiche Akademiker und Industrielle für den I.ogepgedanken gewonnen, die der polnischen Assimilation verfallen schienen und nun im Logenleben eilt neues jüdisches Gemeinschaftsgefühl erleben.; So ist os auch kein Zufall, daß fast alle 14 zur Jewish-Agenejr gewählten Nichtzionisten Logenbrüder sind, dje in vollem Verständnis für die bauarbeit in Palästina —1 polnische Judentum — mit den Zionisten Zusammenarbeiten. Die Gründung neuer Logen in Czenstodiau, Drohobyez, Wilna und Bialystok. wird sehr bald die Arbeit cjor Großloge auf eine breitere Basis stellen. Icji sehe die Hpuptaufgaben der Polnischen Großjoge darin, daß sie die berufenen Führer des polnischen Judentums einander cjrtlich und geistig n^herbringt, daß sie das politische Leben entgiftet,j daß' sie dite dtr Angleichiing' nahestehenden Kreise für die;aktive Mitwirkung an jüdischer Gemeinschaftsarbeit gewinnt und so wesentlich dazu beiträgt, den Leben^raum, die sozialen Bedingungen zu schaffen, unter denen die neue Generation zu einer glücklicheren Zukunft heranwachsen kann. Nicht in der Besserung dler Juden — wje einst Dävidi Friedlaender meinte ■— liegt die Lösung des os|tjüdischen Problems, sondern in der1, freien Entwicklung der Eigenart, die, ohne sith den europäischen Einflüssen zu verschließep, - sich ihres jüdischen Eigenwertes bewußt bleibt. Bedeutung der Aufinsbesondere .fiir das Nachdenkliche Gratiilation j (Zum 75. Geburtstage Professor Sig. Freuds amj 6. Mai 1931) k \on Dr. Theodor Iteik, Berlin. I. Ist es nicht getvagt, in unserer Zeit, in der Kollektivismus bekennen, daran zu erinnern, daß Einsamkeit und Gemieinsamkeit keine absoich so viele der besten Geiste* stürmisch zum i luten Gegensätze sind? Wer immer im Geistigen - 79 -