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Der Orden Bne Briss · 1931-05-01 · Nr. 5 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 5 - Mai
Date
1931-05-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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willt, oft auch ni kbt selbst als gerechtfertigt gen zu erfüllen. Um werten, was in dsn letz: in d;r Lage war, die von ihr bezeichneten Forderun- >o höher ist das zu b«pen Jahren auf allen Gebieten des wii tsdiaftlichcn und kulturelldti Lebens von der polnischen Judenheit geschaffen worden ist. In mühseliger Kleinarbeit haben die politischen Führer Sie c rakonischen Maßnahmen der Regierung Ici.der Entziehung der Konze; sionen und in Steuerar gelegenheiten gemildert sie haben die No: der ji disdien Massen der Welt zur Kenntnis gejbradit der jüdischen Berufe Grundlage ging man und die Organisationen geschaffen. Auf breiter mit Hilfe des westeür<j>- päisdien und amerikanischen Judentums an den Aufbau. Der Joint, der über 27 Mill. Dollars für das Ililfswetk aufgibracht hatte, hat berei s 1922 in Verbindung mit der Ica den Ausbau des jüdischen Genossenschaftswesens in Angriff genommen. Große Summen wurden durch die Amerikanische Emigrati msgesellschaft H i a s , den ■ Hilfsverein der deutschen Juden und die Ort-Gesellsdiaft aufgebracht. 1922—29 wurden Krediie in Höhe von 2 : 00 000 Dollars gewährt. Es entstanden Hunderte von Badeanstalten und Sportplätzen, jiidisde Kra ikenhäuser und Ferieükolonien, die hygicnisc le Volksbelehrung wurc|e durch die Orginisaticn „Toz“ in weite Volk^- kreise getragen, jüdisdie Sportvereine zerstörten durch hervorragende Leistungen das Vorurteil von der körperlichen Minderwertigkeit d£r Juden, die Steujerkraft der Gemeinden hofe sijh wieder, — das Budget 1er Warschauer Gemeinde z.-B. in den letzten Jihren von l^Million a(if 5 Millionen Zlotv. Der Industrielle Fürstenbei'g errichtete in Bffcdzin e.n Gymnasium auf eigeüei Kosten, eine ijungenl eilstätte wurde bei Leipberg eingerichtet, eine weitere in Zakopane ijst im Bau. Der j.Ort“, die Gesellschaft zur Verbreitung der Landwirt «haft und des Handwerks unter den Juden, zählt die Mitglieder des >Bun<jl< wie die Zionisten zu seinen Mitarbeitern. D^e 76 Handwerkerschuler mit 5000 Schülern, d£s 1 echnikum in Wilna, sind sichtbare Zeichen seiner erfolgreichen Arbeit und ich konnte mich in Warschau in den Möbe Werkstätten und derWTei|ßnähschule von den n odernen Arbeitsmethoden überzeugen. Hoffen wir, daß es der Ort-Arbejit auch gelingen wird, dl: Existenzbedingungen für die 17Ö000 Menschen, die in Polen noch in dfer« Landwirtschaft leben, so zu verbessern,-daß djie Großstädte nicht'durch den Zuzug dieser unproduktiven Elemente noch mehr belastet werden. Tm Jahre 1929 hat der „Ort“ in Polen 100 000 Dollars für berufstechnische Ausbildung verausgabt, w'ovon 60 000 Dollars im Lande aufj ebracht wurden. Und ebenso intensiv und erfolgreich wird im „Hedialuz“ gearbeitet, der großen Organisation, die in Polen zur.Zeit 9000 junge Mensche i in der Landwirtschaft, im Gartenbau, in der Tischlerei. « Schlosserei sowie in Steinbrüchen als Pior iere für die Aufbauarbeit in Palästina ausbild;t. Die Gesellschaft besitzt 4 eigene Farmen, d e Lelir- 1 zeit dauert 2—2Yi Jahre. Einzelne Schü er werden nach Holland und Frankreich zur Ausbildung t im Garten- und Wreinbau entsandt, die in den Städten lebenden werden in den OrtAVeikstätten beschäftigt. 26 000’jijn ge Menschen wurden in den letzten 12 Jahren in produktive Berufe gebracht, „vpm Ghettodasein?u modernen Wirtschaftsformen“, wife die Formulierung d?s „Ort“, lautet, über 17 000 haben in Palästina festen Fuß gefaßt. Die Ehrfurcht vor der Arbeit beginnt die Seele der früheren Cheder-Jugehd zu erfüllen, und denselben Geist körperlicher Und seelischer Erneuerung atmen die großen Schulorganisationen, ob sie in hebräischer, jiddischer oder polnischer Sprache modernes Wissen vermitteln. Das Herz eines modernen Pädagogen muß höher schlagen, wenn er z. B. den Jahresbericht des Lodzer Müdchengymnasiums liest» Ein?r historischen Arbeit über die Entwicklung de s Lodzer jüdischen Schulwesens folgt eih Aufsatz über psychologische Probleme und eine Dcrstellung der Arbeitsgemeinschaften, unter denen wir eine hebräische, deutsche, englische, literarische und sport-gymnastische finden. Die Schule hat Selbstverwaltung und eipe eigene Lesehalle, in der hebräische, polnische, jiddische und deutsche Zeitschriften aufliegen. Die Zeiten sind endgültig dahin, in denen ein polnischer Feind der Aufklärung, Paskiewicz, seinem Besucher Moses Montefiore 1846 in Warschau sagen konnte: „Zydow nie nalezy oswiecac“, „Juden darf man nicht aüfklären.“ In zahlreichen Kindergärten. Volksschulen und 16 Gymnasien ist dpr Kampf gegen die altmodischen Melaindim aufgenommen, die oft schon den 5jährigen! Knaben das Leben im Cheder zur Hölle machten, sowie gegen die großen und kleinen Wunderrabbis mit ihrer feindlichen Einstellung der modernen Gedankenwelt gegenüber. Nach' der Zahl der kabbalistischen Amuletts, die ich in WTpchenstuben und bei Säuglingen gesehen habe, nach der Schar ihrer Begleiter bei Reisen ist ihre Anhängerschaft noch beträchtlich, aber der gesunde Sinn der unter anderen Bedingungen auf- 78

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