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Der Orden Bne Briss · 1931-04-01 · Nr. 4 - April · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 4 - April
Date
1931-04-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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forschenden Geistes und — last but not least — seiner Festreden, die er als Logenbruder hielt, sind in der Sammlung 'riedergegeben. Man legt das Buch nur mit tiefem Bedauern darüber aus der Hand, daß es nicht alle die Festreden enthält, durch die der Verstorbene seine Zuhörer in der Loge stets tu fesseln verstand. Hiervon abgesehen, ist der Inhalt des Buches reich henug, um uns nicht nur die hervorragende Persönlichkeit Sigmund Fraenkels, seines Wirkens im Dienste der Allgemeinheit und einen Teil der Geschichte des bayerischen und deutschen Judentums und seiner Emanzipationskämpfe am Anfänge dieses Jahrhunderts vor Augen zu führen/ gerade die Jüdisch-politische Wirksamkeit Fraenkels, dieses Traditions- Aristokraten, den seine Feuerseele zum leidenschaftlichen Kämpfer für Gerechtigkeit werden ließ, ist geeignet, uns Brüder in unserem Willen zur Logentätigkeit — im weitesten Sinne - zu bestärken. 4 Jacob G 0 I d s c h m i d t - München. hie] in Kassette RM. 14.—, in eine :'i RM. 16.-. Lieber Franz Rosenzweigs Stern der Erlösung« hat Br. Frankfurt a. M. im vorigen Jahi < Nr. 3, das dem Andenken des war, ausführlich geschrieben. . bei seinem Erscheinen im Jal Gelehrtenkreisen erregte und Kapitel: »Die gewaltigen Tage« jetzt in zweiter Auflage von druck der ersten Auflage, besit: durchdie vom Verfasser selbsjt durch die in seinem Auftrag N. G I a t z e r ausgearbeiteten gänzt wird. Diese Randtitel Leser, der sich in das neue D« die subtilep, nicht leichten Gedan bl m Leinwandband gebunden philosophisches Werk: »Der Expr. Eduard Strausse in unserem Qroßlogenblatt Frühverblichcfien gewidmet Rieses eigenartige' Blich, das £ 1921 großes Aufsehen in |on dem unser Organ das als Probe gebracht hat, liegt $ie ist der unveränderte Abt aber den' V|orzug,| daß sie stammenden Rändtitel und und nach seinem Plan von Register und Nachweise erden den£Ruhepunkl für den h k e n yerticjft und vbn wo t r kengänge überschaut. ef. Walter Lippmann: Die sittliche Lebensform des modernen Menschen. Deutsche Verlags- Anstalt,. Stuttgart, Berlin und Leipzig 1930 Wir haben das Lebensanschauungswerk eines modernen Amerikaners vor uns, das er selbst »eine Einführung in die Ethik« nennt, dem der Liebersetzer Professor Dr. Paul Sakmann mit Recht nach europäischer Art den obigen Titel gegeben hat, weil es sich nicht um eine theoretische Darlegung über die Prinzipien der Sittlichkeit^ sondern um die Darstellung des inneren Lebens des heutigen Menschen handelt. Lippmann, ein Mann der großen Lebenspraxis, der als Politiker zu Roosevelt in Beziehung stand und Wilsop nach Versailles begleitete, und jetzt Herausgeber der New York World ist, sieht klar die Auflösung des religiösen und sittlichen Ahnenerbes und die »Säuren«, die die Zersetzung bewirkt haben* 'X': sensrhaft, Technik, .Industrie. Das ist die Stärke des Buches, die in der Zergliederung unseres modernen seelischen und gesellschaftlichen Lebens liegt. Der positive Gehalt, d. h. die Antwort auf cfie grpfie Frage, welches der Rückhalt, das Fundament für die neuen Menschen unserer Zeit sein soll, zeigt die Schwäche jeder neuen Lebensanschauung, die auf die Vergangenheit ererbter tiefer Bindungen verzichten zu können glaubt. »Religion des Geistes« — nennt er es, was wir brauchen, und .sieht sie in der lebensnahen praktischen. Weisheit, der großen Lehrer aller Zeiten. »In ihrem Kern ist es die Erkenntnis, daß es das Ziel des menschlichen Strebens ist — nach den so oft hier angeführten Worten \vn Konfuzius — dem zu folgen, was das Herz begehrt, ohne das man sich am Rechten vergreift.« Das ist die Unklarheit des Ziels, dem wir als allzu praktisch und zu wenig ief und präzis für die nuancierte Lebensregelung nicht zu olgen vermögen. Bei allem Auseinanderfallen des Ganzen ies Lebens auch in Europa fühlen wir, oft unbewußt, die 'tarken Bindungen der Vergangenheit, aus denen einst-die Zukunft ein neues Gewebe schaffen wird. Die Heiligkeit und das innere Glück des Lebens kann immer nur auf Forderungen, auf Aufgaben, auf dem sittlichen »du sollst« gebaut werden, nicht aber auf der Feststellung: »So ist das Leben.« Aber wir müssen dem suchenden Amerikaner dankbar sein, daß er mit solcher Kraft und dem- Streben nach Wahrhaftigkeit die Haltlosigkeit der Menschen, besonders seines Landes, aufgezeigt hat. Löwenstamm. Franz Rosenzweig: Der Stern der Erlösung. 2. Auflage. Verlag I. Kauffmann, Frankfurt a. M. Drei Teile Spanier,. M., Dr.: Psa Schwetschke 'S) Sohn, Berlin schenkband RM. 5.—. Die verständnisinnige Psa Pädagogen und bewährten eine überaus freundliche Aufnp jetzt in zweiter, wesentlich vei anerkannt wertvolle und das sich für Geschenkzwecke, anläßlich des bevorstehenden : nahenden Pessadifestes wärmsth gesc b Armin T. Wegner: An Volksverband der Bücherfreund Reisebeschreibungen sind aber, wie das vorliegende Buch, men. 2.. |\uflage. C. A. 931. Preis (RM. 3.50. GemenauswahtJ des feinsinnigen leiters, die'jn erster Auflage hme gefunden -hat, erscheint xjnehrter Auflage. — ^uf dieses mackvoll aupgestatfete Buch, 1 chülerprämien; usw. eignet, sei des Buchesf und des heranns hingewiesejn. F. lag Kreu zweg der Welten. e, Berlin 193Q Reis: 2.90 M. immer interessant. Wenn sie in einem so fdinen, gepflegten Deutsch geschrieben sind, we in Länder und Menschen mit Dichteraugen gesehen und doch von dem wachej) Intellekt eines Menschen des 20. Jahrhi nderts beurteilt werden, dann wird die Lektüre zu einem leinen Genuß.; |Der Verfasser, Armin T. Wegner, hat in den Jahren 192&S29 eine Reise vom Kaspischen Meer bis zum Nil gemacht, Ideren Ergebnisse und Erlebnisse er unter, dejn Titel »Am Kreuzweg der Welten« zusammenfaßt. F irbg, Zauber,- Geheimnis des Orients auf der einen Seite, die Welt derj Technik, Kraftwerke, Junkersflugzeuge, Motorrad, Faltboot, Leica-Kamera auf der andern, — so wird hit r eine unsentijmi ntale und doch an Wundern und Abenteuern reiche Reise ,vin einem für alles Große und Schöne aufgeschossenen Menschrn Jieschriefcfrt. Was uns als Juden an dietem Buche bescjndtrs Sympathisch erscheint, ist' das liebevolle /erständnis. des Verfassers für alles Jüdische, dem er begegnet. Ob er sich punj mit einem jüdischen Schneider in Teheran unterhält oder |«irlen Scderabend in Bet h. Sera schildert, den'et als »die seltsam* te,' feierlichste Stunde« bezeichnet, die er ip Palästina erlebje, überall spüren wir 'einen vorurteilsfreien - C eist und .ein'-' mitschwingendes Herz. Wie Wegner — ekf Nichtjude T-rjin dfih Kapitel »Jakobs Kampf mit der Erde« die Arbeit ><ler jüdischen Kolonisten in Palästina beschreibt', wie er |aus eigener Anschauung und Anteilnahme ihre Nöte und Seligkeiten darstellt, das muß auch den westeuropäischen Juden aufhorchen lassen. Die ganze Tendenz des Buches i«t eine b^wt^ßt völkerverbindende und völkerversöhnepde. ■ Des Verfassers Ansichten über Völker und Religionen erieben sich in einzelnen Kapiteln 69

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