Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1931-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Prof. Dr. H. Schnidt, Jena: Philosophisches Wörterbuch. 8. vc llig durchgearbeitete und erweiterte Auflage 1920. Verlag v on A., Kröner, Leipzig. RM. 3.50 in Leinen. Schmidts philosophisc les Wörterbuch, das in einer verhältnismäßig kurzen Zeitspanne die achte Auflage erlebt, bietet weit mehr als de ’ Titel und der Umfang des Buches erwarten läßt. Es bietet nicht etwa eine dürre Nomenklatur aller erdenklichen Namen und Begriffe, die einem auf dem Haupt- und den Nachbai gebieten der Philosophie begegnen, sondern klare, deutliche und übersichtliche Erläuterungen, die der Leser, mit großem Nt tzen und vollem Genuß entgegennehmen wird. Auf'über dfö Seiten in Kleinoktav in kleinem, aber schönem und gut les trlichem Druck werden in mehreren Tausend Artikeln Begriffe und Sys.teme, Denker und Denkrichtungen historisch und ■ : ystematisth knapp und dabei doch so hell und klar, so über ichtlich und anschaulich dargestellt, daß man für diese ausgezeichnete Leistung nicht genug Anerkennung und Bewunderung hat. Dabei sind Erscheinungen selbst der jüngsten Zeit, vie Faschismus und Bolschewismus» berücksichtigt und sie wie alle sonstigen größeren Artikel mit Angabe der neuesten Lite atur versehen. So ist das Buch zu einem wahren Mikrokosmos, einem Spiegelbild unseres gesare ten heutigen Wissens geworden, soweit es vorf Philosophie als dem Oberbegriff umfaßt wird und für die Gewinnung einer modernen Welt- und Lebensanschauung von Bedeutuni; ist. Buch und Verfasser stehen auf dem Boden eines Mo lismus oder genauer eines ethischaktivistischen Idealismus, d;r in seinem letzten ethischen Ziel dem jüdisch-philosöphischei Denken nabe kommt. Umsomehr würde man es wünschen, d aß jüdische Denker des Mittelalters wie Jehuda Halevi, Gabirol und Maimonides hier Erwähnung fänden. Dieser Wunsch i;t umso berechtigter, als ja diese Denker einen großen Einl luß auf das Denken des Abendlandes gehabt haben unc noch in Spinoza und anderen, modernen Denkern nachwitken. Erwähnt sei noch die sophischen Denkarbeit von wart am Ende des Buches nissen großer Denker, die geschi^itliche Uebersicht der philoder ältesten Zeit bis zur Gegen- ^owie die Wiedergabe von 32 Bildviel zur historischen Orientierung und zur Erhöhung der An ichaulfchkeit beitragen dürften. Dr. Holzer»Worms. Samuel Daiches. -<Jews' College Publicationjs No. 12). trtti Daiches macht sich eigentlichen Wortsinn ' leümmim, tewel festzustellefci Neuverständnisses dieser Leibe zu rücken. Bchanjii ersten Buch, mit beson li Kapitel, seit alters eine ci blassen und allgemeinen Sterblicher, Volk usw. Vergleichungen einleucht« n inhaltsvollen spezialisierter schaftsklassen, der Reichen oder des gemeinen Volk«*. Anknüpfung an Gedankt n, rabbinischen Kommentar Daß gewisse Worte in be# i: gefärbten Sinn annehmen machten Vorschläge aber, Studies in the Psalms. Oxford University Press 1930, Part I. diesem Heft zur Aufgabe, den adam, ben adam, goj, enosch, und auf Grund eines gewonnenen ^7orte gewissen Shwierigkeiten zu lelt sind einige Psalmen aus dem lerer Ausführlichkeit das zweite interpretum. An die Stelle der Jedeutungen; Mensch, Erdensohn, en, wie D. aus einer Fülle von id zu machen sucht, die mehr der einzelnen Volks- und Gesetljder Woblhäbigen, der Aristokraten Zum 'Teil bedeutet das eine die sich schon bei den alten finden,- wie D. auch feststelit. mm ten Büchern einen eigentümlich ist sicher. Ob sich die hier gedie bei der von D. getroffenen Auswahl aus den Psalmen — es ist bisher nur ein kleiner Bruchteil, vielleicht ein Zwanzigstel des ganzen Bud les — meist gut bewähren, allgemein durchführen lassen, kam erst beurteilt werden, wenn umfangreichere Teile dieser biblisdien Schrift darauf hin untersucht sind. Das Ergebnis köniite zu interessanten Schlußfolgerungen hinsichtlich Entstehung und Komposition des Ganzen führen. Jedenfalls scheint Diüche»’ Idee für die Erklärung des schwierigen Psalms 2 es sicher zu stellen, daß dessen Gedanken sich im innerjüdischen Biereich bewegen und die zuweilen versuchte, aber zu erheblichen Unzuträglichkeiten führende Beziehung auf Weltreichs Vorstellungen abzulehnen ist. Max Wiener - Berlin. ■ Ein Ghetto im Osten < Wilna). Herausgeber Dr. Emil Schaeffer. Schaubüher Bd. 27. Orell Füssli V rrlag, Zürich u. Leipzig Geb. Frcs. 3,—, RM 2,40. 65 photographische Bilder von M. Vorobeichic. eingeleitet von S. Chenour, zeigen uns den Druck der Jahrhur derte . auf lichtlosc Tore und Gassen, auf uralte Gewölbe, vergi terte Fenster und Synagogen, auf durchfurchte alte Gesichter und auf Kinder, die wie Greise wirken. Wir lernen das wahre Leben in einem Ghetto im Osten verstehen. Sigmund Praenkel: Aufsätze und Reden B. Heller in München) 1930, Preis geb. RM. 12.—, bro: RM. 10.50. Der an der Universität Jerusalem lehrende Prof:: Dr. Adolf Fraenkel hat »Aufsätze und Reden« seines Jahre 1925 verstorbenen Vaters Sigmund Fraenkel in Mü gesammelt und im Verlag B. Heller in München erseht ii lassen! Im Vorworte zu dieser Sthrift sagt der Herausg : »Det^ Typus* des deutschen Juden, den Sigmund Fraenkrl hervorragendem Maße verkörperte, war in der vorigen ration relativ häufig vertreten, ist aber heute im Aussttr oder vielmehr nahezu ausgestorben. Es ist der Typus Mannes, der einerseits im deutschen Kultur- und Wirtsch leben tief verwurzelt ist und der für dessen Förderung Befruchtung, speziell auch in außerberuflicher Arbeit, seiner besten Kräfte einsetzt, der andererseitsin Gefühlst wie in bewußtem Wollen sich dem traditionellen ganz und gar verknüpft weiß, sich für die inneren wie äußeren Aufgaben der deutschen Judenheit hingebun mit Rat und Tat eingesetzt und auch an jüdischer Lehre Forschung, in ihren älteren wie modernen Formen, Anteil* nimmt/ eine Natur, die keine innere Schwierig! oder gar Antinomie fühlt jn der Divergenz solch hingeb« Tätigkeit nach zwei derart verschiedenen Polen, die sich als ausgeglichene Einheit fühlt und demgemäß vielfach wirtschaftspolitische Gedankengänge mit biblischen Argume jüdische Festreden mit Motiven aus der deutschen Litejr; und Kunst durchsetzt«. Hiermit turf Professor Dr. Fraenkel die wesen1 Charakterzüge seines Vaters und dessen Wirken tri gezeichnet. Und wer in dieses Buch Einblick nimmt, bewu das vielseitige Wirken des Verblichenen, seine staatsmän Klugheit, seine stete Hilfsbereitschaft und seinen sittlichen Ernst. Es sind nicht nur Abhandlungen über schaftliche Fragen, über Steuer- und Verkehrsangelegenh rii in denen man auf sein Wort als -Mitglied des Vorst, der Handelskammer München entscheidendes Gewicht sind Fragen der jnnerjüdisefaen Politik und der jüdi <V erlag sjhiert ssor im ijchen inen ber: I in 0eneben eines sfts- und viele efen es Betätigung nach außen, die er in immer anziehender und Sprache erörtert. Auch Beweise seines wissenschaftlich um die g svoll und ven keit nder selbst . B. iten, atur t! ichen -«ffend idert r ische 1 ohen wirtten, indes legte, I sehen?orm — 68 — i