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Der Orden Bne Briss · 1931-04-01 · Nr. 4 - April · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 4 - April
Date
1931-04-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Zur Erinnerung an die Abstimmung in Oberschlesien. Von Gr. Dr. Eduard R r e« ß in Bad Kudowa. Am 20. März diejses Jahres war ein Dezepnium verflossen, seitdem die Abstimmung über die politische Zugehörigkei t Oberschlesiens stattgefunden hat. In vielen Teilen Deutschlands ist die Er« innerung hieran gefeiert worden^ und auch wir wollen hier dieses historischen Tages gedenken. 709 348 Stimmen wurden damals für Deutschland, 479 747 Stimmen für [Polen abgegeben/ unter den* jenigen, die für'Deutschland stimmten, befanden sich auch 40% d«*r polnisch »sprechenden Bevölkerung. Da die Mehrheit der Stimmen» <62% zu 38 %> für das Verbleiben- Oberschlesiens beim Deutschen Reiche wart, wurde auf deutscher Seite bestimmt ^erwartet, daß ganz Oberschlesien deutsch -bleiben-- würde. Indessen entschied der Genfer Schiedsspruch und dit Botschafter*Konferenz vom 20. Oktober 1921 in anderem Sinne/ es wurde eine Teilung Obersch esiens beschlossen/ der dritte Teil des Abstimmungs gebietes und zwar der wert» vollste Teil wurde vom Deutschen Reiche losgelöst und dem polnischen $taate zugesprochen, obwohl hierdurch ein einheitlid es Wirtschaftsgebiet zerrissen, hohe deutsche Kulturgüter geschädigt und zahllose Existenzen entwurze It oder vernichtet wurden <vergl. den Artikel »Qberschlesien« von* Br. Finkei in der November«Ni mtner, Jahrgang 1921 >. Für den deutsdien Distrikt unseres Ordens hat die Teilung Obersdilesiens den Verlust zweier wertvoller Logen zur "olge gehabt/ die Concordia- Loge in Kattowitz und die Michael Sachs »Loge in Königshütte liegen, nunmehr auf polnischem Gebiet und gehören heute zum 13. Distrikt- Daß diesen zwei Kindern die Trennung von ihrer Mutter, der deutschen Großloge, mit der sie viele Jahre innig verbunden waren, nicht leicht gefallen ist, ist ohne weiteres begreiflich. Nachdem das Schicksal sie aber unter polnische Herrschaft! ge» bracht hat, ist es auch erklärlich, daß sie als Borger des polnischen Staates <nach längerer Uebergangs» zeit) sich der neugebildeten polnischen Grof löge anschlossen. — Bei dem niedrigeren Kulturzustande einer großen Zahl von Glaubensgenossen des vormals polnisch-russischen und des galizischen Gebiets und bei der ungünstigen wirtschaftlichen Lage des ostjüdischen Proletariats wurden sie als Interpreten westlicher Kultur und Pioniere werktätiger Nächsten» liebe vor neue große Aufgaben gestellt, dener sie im Sinne des Ordens gemeinsam mit den Brülern des 13. Distriktes zu entsprechen sich bemühen. (Ein Teil der Brüder dieser beiden Logen hat es nicht übet sich gewinnen können, unter Fremd» herrschaft zu - leben/ sie haben ihre <meist gut fundierte) wirtschaftliche Position geopfert und hüben für sich und ihre Familien in schwerer Zeit eine neue Existenz im Deutschen Reiche zu' gründen versucht. Nicht allen ist dieser Versuch gelungen, doch wollten sie Entbehrungen und Sorgen ertragen, wenn sie nur in Deutschland leben durften Will man hierin ein Opfer sehen; das sie ihrer Viiter» landsliebe gebracht haben, um wieviel höher i< t da das Opfer derjenigen gewesen, die für ein deuts dies Oberschlesien ihr Leben einsetzten/ sind ja doch während des dritten polnischen Aufstandes, wecher der Entscheidung bezüglich,der Zugehörigkeit Ober» Schlesiens zum Deutschen Reiche voranging, 300 Kämpfer (Angehörige der Selbstschutzformati^nen) auf deutscher Seite gefallen und 1500 verwindet worden. Wenn wir jetzt an den 20. März 1921 erinnern, wollen wir besonders dieser Tatsache gedenken. Die Lage der jüdischen Erholungsheime. in Deutschland. Von Frieda Weinreich. Es bestehen zür Zeit in Deutschland 42 Erholungsheime und Heilstätten für Erwachsene und Kinder mit zusammer ca. 2400 Plätzen. Von diesen sind 15 Erholungsheime und Heilstätten mit ca. 760 Plätzen ganzjährg geöffnet, die übrigen haben nur zwei bis fünf Monate im Jahre Betrieb. Die meisten dieser Erholungsheime sind noch vor dem Kriege beg ründet worden, und zwar sind 25 vor dem Kriege und 17 nach 1914 ins Leben gerufen worden. Hinzu kommt allerdings, daß eine ganze Reihe alter Heime in der Nachkriegs» zeit erheblich ausgebaut und erweitert worden sind. es nun in Zeiten des Wohlstandes recht gut möglich gewesen ist, die vorhandenen Anstalten mit fast 2Ys Tausend Plätzen zu füllen, sobefnden sich diese leider schon seit einigen Jahren in einer sehr kritischen Situation, die sich, je schlechter die Wirtschaftslage wird, mehr und mehr zuspitzt Es ist nämlich jetzt nicht mehr möglich, die unsere gegenw artigen Bedürfnisse weit übersteigende Zahl der Plätze in den Erholungsheimen zu füllet und?war aus folgenden Gründen: 1. Wirkt sich bei der Kinderverschickung der enorme Geburtenrückgang aus. 62

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