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Der Orden Bne Briss · 1931-04-01 · Nr. 4 - April · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 4 - April
Date
1931-04-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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eigentlich Rückkehr zu uns selbst, zu unseren Uridealen, zum Willen ifrer Verwirklichung, was unsere Väter trieb, ob sic es bewußt fühlten oder nicht, sich in junserem Bund von den anderen Bruderschaften und innerh; tlb der jüdischen Stammesgesamtheit als engerer . ethischer Bruderbund abzusondern. Ja — abzusondern! j Da sind wir wieder bei dem ominösen Worte. 1 Abzusonflern, nicht aus Exklusivität und Hochmtjt, auch .aus Kleinmut nicht und Ghettonjinderwertigkeitsgefühlen, auchnicht nur aus äußerer Nötigung, Trotz und Unvernunft, sondern aus. innerem Zwange, aus positiver. Bejahung, aus unüberwindlichem Drang zu seelischer Selbstbehauptung und «entfaltung, zum Leben des als lebenswichtig und lebensnotwendig Erkannten. Eine solche Isolierung Jjann keine Vernunft niederreden, kein Gewissensgericht verdammen. Diese Isolierung ist höchste Sittlichkeit auch im Geist unserer Tage, dessen Name ist: Verwirklichung der Persönlichkeit. Was war sie schließlich anderes, die Absonderung Vater Abrahams, der die Götzenbilder zerschlug, er alsj der einzige, und damit eine Mauer aufrichtete zwischen sich und den Menschen*? Die Absonderung des Mosesvolks vom gewaltigen und klugen Aegypten? Des exilischen Israel von Babel, wo es reich un|d glücklich sein konnte, aber vorzog heimzugehen ind der leidende Knecht der Menschheit zu werdet}? Die Absonderung unseres tausendjährigen Märtyrertums, dem. grausamer Tod willkommener war als Aufgabe des Bekenntnisses? Und unsere eigene Absonderung endlich, die wir leben, beinahe ohne! es zu wissen, weil wir sein und bleiben wollen? (Lebende Träger einer Weltidee, wandelnde Gemeinschaftspersönlichkeit zut Verwirklichung des Menschlichen auf jüdische Menschenweise? Es ist die Absonderung des Genies, des Propheten oder, seien wir bescheiden, des Originalen, die von je und natumotwendig von der Masse mißverstanden, gelästert und be-’ worfen werden. Sie mag Brücken zerschlagen, maj; Klüfte aufreißen/ aber neue. Schönere, unzerstörbarere Brücken baut sie auf, auf höherer Ebene, zwischen den Eigenen, Originalen, Einmaligen diesseits — zu den Eigenen, Originalen und Einmalige^ auf der anderen Seite, zu einer alltnenschlich Bruderschaft eines kommenden Reiches. Brüder! Habt den Mut dieser Absonderung! Laßt euch nicht mit dem Worte schrecken! Send selbst! Seid ihr! Ihr könnt ja auch nicht andere! Und habt ihr diesen heute schweren Mut, da in bejaht ihr freudig auch, unseren Bund, fühlt, daß er sein mußte und sein muß zur Verwirklichung unserer Besten. Ja, er ist unser Wille, un ser Stolz, Schönheit -und Glück. Wir danken den Vätern, daß "sie ihn geschaffen. Wir schüfen hn heute, wenn der Ruf ah uns erginge. Wir schaffen ihn neu und größer jeden Tag, den wir haben, und an jedem Ort, wo wir können. In Ländern, wo nichts von außen uns zwingt, in der Sdiwleiz, in England, in Holland, in Frankreich, in Argentinien. Wir schaffen und vermehren ihn, wir leiben in ihm und erziehen'uns für ihn — weil er däs Gleichnis und ein Teilstück der Verwirklichung ist, für die wir als jüdische Gemeinschaft da sind, trotz allem was kommt — der Verwirklichung der Brüderlichkeit unter den Menschen, des Segens für die Völker. Kunst und Üeberempfindliehkeit. Von Br. Reditsanwalr Ernst Langenbach, .Darmstadt. Dr. Josef Eberlc in Wien gibt die Wochenschrift für Kultur und Politik, Volkswirtschaft und iDjiere Zukunft« heraus. Sie Soziale Frage »Sch wird von Katholiken, für Katholiken geschrieben und erscheint im 6 vom 22. Februar Dr. Desczyk v< Jahrgang. In der Nummer .931 bespricht Chefredakteur n Dresden unter der lieber» schrift »Philipp II. uhd der Katholizismus in einem gefeierten Theaterstück« Ferdinand Bruckners »Elisabeth von England«. Unter eingehender Kritik erklärt er des Dichters Darstellung als das genaue Gegenteil d^r geschichtlichen Wahrheit, als Ueberschreifung deri Grenzen poetischer Freiheit und eine Beleidigung für den gesamten Katholizismus. Er beruft sich auf des ernsthaften pro¬ Phi Gegei - 60 — testantischen Geschichtsschreibers Erich Marchs in wesentlichen Zügen abweichende Darstellung, der sich ein durchaus angenehmer Charakter ergebe. Bruckner habe diesen ins volle verkehrt, habe ihn zu einem Zerrbild umgel und ihn zu einem »Prototyp des Katholizisji gemacht, der ihm Schmerzliebe, Raserei, gebet und Aeußerlichkeit sei, Aber aud Protestantismus, der für Bruckner Vernunft, Fri liebe, Lebensfreude und höheres Mensch 'bedeute, werde in'gleicher Weise als Zc gezeichnet. Das Werk Bruckners sei nich: »antikatholisch«, sondern »antireligiös«, das zeugnis »eitles nur zersetzenden Geistes«. Als Maßstab benutzt Desczyk Lessing, der in der aus ilipps nteil fälscht mus« * pen» der c dens» entum rrbild nur Er- -4»

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