Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 3 - März
- Date
- 1931-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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künden, die er sonst in bekannter Manier mit i herlegen kritischer Geste lediglich zu konstatieren < »d in geradezu grotesker Weise zu verallgemeinern wohnt ist. Weiß man denn überall, welcher hingebenden d aufopfernden Tätigkeit es gerade heute bedarf, ,u den finanziellen Boden, der uns trägt, vor dem i insturz und dem Zusammenbruch zu bewahren? « . [' :t man überall eine Ahnung von dem auch .•lisch zermürbenden und aufreibenden Bemühen, >er der finanziellen Not die Verpflichtung zu . zialen und kulturellen Leistungen als erste und höchste Forderung unseres Ordens auch weiterhin .mzuerkennen? Auf der einen Seite eine ungeheuer starke Belastung durch scheinbar rein verwaltungsmäßige Ausgaben, ohne daß hierbei in den meisten; Fällen, von einigen Abstrichen abgesehen, eine wirksame Reduktion stattfinden könnte, auf der anderen Seite die Beobachtung einer erschreckenden wirtschaftlichen Not und ihrer für uns sich hieraus ergebenden Konsequenzen. Ist hier nicht die Frage zu stellen, ob nicht etwa durch Vermeidung von Tagungen aller Art und"anderer kostspieligen Veranstaltungen doch manches eingespart und so dem eigentlichen wirklichen Zweck der Logen zugeführt werden könnte? Sollte nicht auch die Großloge ein Gefühl dafür haben, daß sie ihrerseits eine S kung der ihr zufließenden Beträge ins Auge fassen müßte, in dem Augenblick, wo einzelne 1 '■gen im Hinblick auf die in ihnen vorhandenen katastrophalen wirtschaftlichen Verhältnisse ihrerseits sich zu einer beträchtlichen Senkung der Beiträge gezwungen sehen? ' Nur auf dem Wege „.f.,,,einsamer Lieberlegung und offener, die letzten vebenheiten berücksichtigender Aussprache werden ■id müssen wir auch hier in kürzester Zeit zu ner alle befriedigenden und für alle tragbaren ■ ’^ung gelangen. VI. In der sozialen Struktur der Logen ist eine •.sentliche, durch Not und Zeit bedingte Vergebung eingetreten. Mit »bourgeoisen«, d. h. diesem Falle mit aus dem Geist des Vorkriegs« ■‘itgertums gewonnenen Maßstäben die heutigen Gange der Logen messen zu wollen, ist ebenso rieht wie vermessen. Wir dürfen auch nicht einen ugenb ick darüber im Unklaren sein, daß gerade n der Ueberwindung überalterter Formulierungen idStellungnahmen der Sinn unsererZeit beschlossen t, und daß' eine auf geistige und sittliche Werte ^gründete Gemeinschaft ihren Sinn und ihre Existenz nur dann bewahren kann, wenn sie neue Kräfte, neue Lebensformen empfängt und sie, ohne mit der Vergangenheit zu brechen, der lebendigen — 49 und in Beziehung zum Leben gesetzten Arbeit zuführt. Es wäre daher verhängnisvoll, wollte man noch heute Entscheidungen für die-Zukunft auf der Grundlage eirer falschgesehenen soziologischen Struktur der Loge treffen. Die Existenz unseres Ordens kann nur dann sichergestellt werden, wenn neues Leben, neuer Wille zur Tat in unsere Reihen getragen und ihnen die Möglichkeit zu letzter voller Entfaltung geboten wird. Gerade unsere Aufgabe,, ist es, den durch Krieg und Leid und Not innerlich gewandelten und gereiften Menschen den Weg in, unsere Gemeinschaft zu öffnen. Die Aufgabe ist, alle die zu gewinnen, denen seit dem furcht! aren Erlebnis des Krieges die hierbei gewonnene Erkenntnis vom Sinn und Wert des Lebens die Grundlage und der Orientierungspunkt für ihre Einstellung zum Leben überhaupt ist. Von hier aus erklärt sich die Frage des Nachwuchses von sc Ibstauch Jüngere werden von selbst zu uns der Weg finden, wenn alles falsche Pathos und alle Unklarheit aus unseren "Reihen geschwunden, und die von natürlicher Erkenntnis und reinem Wollen getragene Tat die Grundlage unseres Sein:! geworden ist, In> diesem Zusammc nhang sei es mir gestattet, mit einem Wort auf c ie <sog. »Führerfrage« und ihre Bedeutung für unseten Orden einzugehen. Es sei auf den Artikel meines Freundes Ga II in er in Nr. 9 der Ordenszeitschrift vom September 1930 und auf seine hier bekunt lete Auffassung verwiesen, die vom Voraufgegang men aus einer gewissen Stellungnahme, und wehl auch einer gewissen Korrektur bedürfen. Es heißt dort: »Und unser I Orden braucht vor allem Persönlichkeiten. Die Krise einer Loge ist zun eist eine Führerkrise. Es ist ein Mangel an Führe naturen, an gewinnenden, hinreißenden Menschen, an faszinierenden, bezaubernden Persönlichke ten. Ein Ordeh, auch wenn er kein Geheimorcen ist, — jagende weif er kein Geheimorden ist —, bedarf solcher LIrkraft, bedarf der zwingenden Gewalt geistiger, - übersinnlicher Kräfte. Nur dann wird er die anziehende, werbende Macht besitzen, die für seine Fortexistenz notwendig ist. . . .« Es wäre m. E. für unseren Orden verhängnisvoll, sollten , solche . Meinungen und Wünsche in ihm Platz finden. Sie stünden der Erkenntnis und der Gegenwart geradezu von dem Leben und der uns durch die lebendige ufgezwungenen Meinung Welt so fliametral gegenüber, daß sie auf die ifauer da» gesamte Leben des Ordens einfach untergraben müßten. Um Gotteswillen, ja nicht e wa die Forderung nach übersinnlichen Kräften! Sie könnte für eine sozusagen mystische Gemeinschaft zutreffen, die in