Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 3 - März
- Date
- 1931-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/6727475-6029203-6074846--2588-4869175- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
kleiden in der Lage sind. Was wir so verlangen müssen, ist dies: Vrrsuchen wir dodi, immer und überall mit den uns gegebenen Möglichkeiten, den unserem Wollen uid unserem Tun gesteckten Grenzen zu rechnen. Sprechen wir kein Wort, das in phrasenhafter Aufmachung aufrecht jund gerade denkende Mc nsthen..zurückstößt und somit den Orden , der Best ’n beraubt, die ihm gerade heute, wo die Ndtv endigkeit seiner.Existenz in besonders starkem M aße gegeben ist, helfend und führend zur Seite steten könnten.^ Bannen wir zugl rieh alles aus unserem Ritual, was auch nur auf eir en Bruder den Eindruck des Unechten, des bloß F konstruierten, des im Gegensatz zum wirklichen Empfinden der Loge Stehenden machen könnte. Stell :n wir uns fest auf die Erde/ seien wir aktuell im testen und letzten Sinne des Wortes,- entziehen v ir uns jeglicher irrationalen Mystik, die die Gefahr einer »verhängnisvollen Verschleierung unsere: wahren Aufgaben und ein Abgleiten vom geradrn Wege der uns von innen her gestellten Pflichtleistungen bedingen dürfte. So — und nur so — verpflichten wir' alle die Vielen, die noch abseits verl arren, zur tätigen Arbeit in einer Gemeinschaft, d e im allerhöchsten Sinne des Wortes gerade heut: berufen ist, edeldenkende und hilfsbereite Menschen auf der Linie des gemeinsamen Willens, de erlösenden Tat zu verbinden. II. Dies das Grüne sätzliche im rein programmatischen Sinne/ dies das Aufweisen einer ziefgebenden und zwec [bestimmenden Orientierung. Sie ist gegeben urid 1 erechtigt nur dann, wenn die Existenz der p>gen a s notwendig Und im Hinblick auf die Gesamtheit des Judentums überhaupt als gegeben erachtet wird. Zum Glück ist für die meisten von uns uni für unsere Brüder draußen die Frage nach den Sinn des Judentums und Judeseins lebendig, sber noch nie haben sich aus der Betrachtung der Zeitverhältnisse und ihrer Struktur heraus so starke Forderungen gerade an unsere Gemeinschaft ergeben wie heute. Hier heißt esbekennen i nd-handeln. Tun wir das, dann werden wir aber auch erkennen, wie Unsere Idee im beste n Sinne erfaßt und gestaltet, sich über kleinliche Differenzen hinaushebt und wie sie andrerseits gar of ins öffentliche jüdische Leben hinausdringen könnte, um versöhnend und äusgleichend — aber auch vielleicht im bescheidenen Ausmaße zielweisenc — zu wirken. Nichts liegt mir ferner, als damit i :twa den Schwerpunkt unserer Arbeit von innen rach außen zu verlegen, aber sicher isr, daß mar chmal ein aus brüderlichem Empfinden und brü ierlichem Herzen dringendes Wort an die jüdische Oeffentlichkeit Unh'eil verhindern und segensvoll wirken^ könnte. III. Die. Zugehörigkeit zur Loge hat nur Sinn und Bedeutung, wenn sich voh innen her der Bruder an unsere Idee und den Kreis der diese Idee tragenden Menschen gebunden fühlt. Sie ist unaufrichtig und zu verwerfen, wenn sie als bloße Dokumentierung nach außen empfunden und zur Schau gestellt wird. Wer so denkt, sollte Konsequenzen ziehen, die für ihn wie'auch für den Orden die Lösung von unnatürlichen und auf die Dauer* unhaltbaren Bindungen darstellen würde. Jeder Bruder muß davon durchdrungen sein, daßder Orden im ganzen, unbeschadet der durch Menschen und Zeit bedingten Mängel in Struktur und Organisation, im Judentum eine hochbedeutende Stelle einnimmt, und daß in ihm Männer wirken, die in schweren Zeiten ihm ihre ganze Kraft und einen ungehemmten Villen zur Tat leihen. Aber wer gar irgendwo und irgendwann im Kreise von Nichtbrüdern eine die Loge etwa verächtlich machende Bemerk-ung sich erlaubt, müßte aus unserer Gemeinschaft entfernt werden. Auch im Gespräch unter Brüdern müßte jeweils die der Loge gebührende Achtung die Grundlage jeder,-auch der stärksten kritischen Betrachtung bilden. IV. Logenzugehörigkeit verpflichtet. Die bloß periphere Gebundenheit an den Orden seitens zur Mitarbeit befähigter Brüder ist ungemein schädlich, weil sie andere stark beeinflußt und letzten Endes zersetzend wirken muß. Die Verzweigtheit des Logenorganismus, die Notwendigkeit der vorbereitenden Arbeiten in Kommissionen und Ausschüssen sichert diesen die gleiche Bedeutung wie allen ihren öffentlichen und irgendwie nach außen dringenden Veranstaltungen, pin jeder Bruder müßte von der Erkenntnis getragen sein, daß die Mitarbeit im Kleinen und Kleinsten die Vorbedingung schafft, die ein gedeihliches Leben in der Loge und die Möglichkeit der Erörterung programmatischer, größerer Aufgaben schafft. v. Ein jeder Bruder sollte satzungsgemäß verpflichtet sein, zum mindesten in einem Ausschuß einmal wirklich gearbeitet und an der Eingliederung der hier gewonnenen Erkenntnis in den größeren Rahmen des gesamten Logenlebens persönlich mitgeholfen zu haben. Er würde darin mehr Verständnis und größeres Entgegenkommen für gewisse Mängel 4S