Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 3 - März
- Date
- 1931-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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noch verstärkten Kampf zeitigen würde Audi die Führer müssen warten, bis die Zeit für ihre Ideen reif geworden. Sie können die Massen nicht vor Aufgaben stellen, für die das notwendige Ver» ständnis noch fehlt. D. Realidealismus. < Ein allerdings oft durch der Führer Schuld übersteigerter Massengeist kann nicht durch diese Führer allein zu wahrem Gemeinschaftsgefühl entwickelt werden (Sicherlich aber auch nicht ohne richtunggebende und kraftstärkende Führer > Die Massd setzt sich aus Einzelpersonen zusammen, von denen nicht jede zur Aufnahme neuer — und somit zur Aufgabe alter — Ideale befähigt und gewillt ist. Aber je größer die Zahl und je stärker der sittliche Wille, der in der Masse stehenden Einzelpersonen, die ■ sich von einem berufenen Führergeist befruchten lassen und ihn weitertragen, desto leichter wird auch die Neugestaltung und Beseelung der Massenmeinung sein. — Und so ergibt sich die Nutzanwendung für den Brückenbau zum Idealland der Duldsamkeit) Gerechtigkeit und Menschenliebe. Kein nüchtern erdachtes Rezept kann verschrieben werden, und keine machtgebietende Organisation wird entstehen, sofern flicht die einzelnen Bestandteile zum Brückenbau vorhanden . nd. Diese Bestandteile sind aber vorhanden. Es sind alle Menschen guten Willens und ernsten Strebens. Wir dürfen niditv darauf hoffen, daß d.reinst das Hohelied der Volksgemeinschaft mit den Grundakkorden der Duldsamkeit, Gerechtigkeit und Menschenliebe nur d :shalb gen Himhiel steigen und Widerhall finden wird, weil ein genialer Meister die Melodie hierzu gefunden hat. Die Melodie ist notwendig, sie ist aber auch schon vorhanden: Duldsam teit, Ge rechtigkeit und Menschenliebe sind die G ru n d* p f e i I e r schaft! der men ich.liehen Gesell» Aber auch n jr dann wird dieser Choral in edler Reinheit und voller Eindringlichkeit selbst. tauben Ohren erklingen, wenn jede einzelne ^Stimme in wahrer Beseelung nr Bestes hergibt. Sonst1 dürften nur schrille Dissonanzen erstehen. — Noch einmal sei betont: Wir hoffen-auf begnadete Führer, die uns den Weg zur Volks» und Menschengemeinschaft ebnen und weisen. Aber wir dürfen dieser Führer nicht tatenlos warten. und müssen selber den Idealen der Wir können Duldsamkeit, Gerecht nur tur uns Mit einem R e a 1 i d e a barkeit des Ideals mit liehen zu vereinen weil'. Am Anfang w; göttlich beseelter Prop ringende Tat irdischer gkeit und; Mensdienliebe dienen, indem wir in Reih und Glied — oderauch für uns ganz allein — zu werken beginnen. i s m u s, der die Unerreichder Erfüllbarkeit des Mögr deten das verheißende Wortr Die um Erfüllung Menschen kann und muß folgen. So dienen wir der Gegenwart und : der Zukunft, — zeitlich Menschheitsaufgaben. realen tihd zeitlos idealen Grundsätzliches. Von Br Dr. Max Salomon, Marcjs-Horovitz-Loge, Frankfurt a. M. I. Mit dem lapidaren Satz: »Es gilt Schweres zu überwinden!«, mit dem Br. Goldschmidt, in Nr. 11 der Mitteilungen der Großloge seinen Artikel über »die Judennot« einleitet, könnte jeder Versuch beginnen, von irgend einer Seite aus das innere und äußere Leben der Logen kritisch, zu betrachten. Schwer ist die Zeit. — Die katastrophale Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse, die Gärung im Innern, die Dynamik des Zeitempfindens und des Zeitwillens zwingen zu ernster und vertiefter Betrachtung und veranlassen auch uns, die Frage nach der »inneren Krise« zu stellen, ihre Ursachen aufzudecken und im Sinne neuer zielweisender Tendenzen den gesamten Organismus umzuformen. Nur so »überwinden« wir, nur so schöpfen wir in selbsttätiger Arbeit aus dem Chaos heraus die Hoffnung auf neues Leben. Die im Innern wirkenden Kräfte in ihrem Zueinanderstreben uni noch mehr in ihrer polaren Gegensätzlichkeit aufzudecken, ist außerordentlich schwer. Sicher ist, daß auch in unserem Organismus seit Kriegsende diese .Gegensätzlichkeit mehr oder minder stark vorhanden ist. Vielleicht ist-es bedauerlich, daß sie r jemals mit aller Schärfe betont und so der so nö ige Entwicklungsprozeß jj beschleunigt und einer wirklichen Klärung zugeführt wurde. Ohne irgendwie1 einer radikalen L6sung und einer ohne wei eres geltenden Uebertragung der im allgemeinen politischen Leben geltenden Grundsätze und Methoden auf unser Logenleben das Wort zu reden, muß doch gesagt werden, daß wir nicht eher zur Xuhe kommen, als wir nicht auch in unseren Re hen cjie aus Tod und Leid geborene neue Gesinnung und Wertung irdischer Gegebenheiten in ne ue, ihr adäquate Formen zu — 47