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Der Orden Bne Briss · 1931-02-01 · Nr. 2 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 2 - Februar
Date
1931-02-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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des Architekten Dipl, Erbauers des Gottet Dienste mit anerkennendem Die wenigen nach und nach einj genossen der der Pflichttreue und und Gemeinderates Gemeinde mit einefn eine Betrachtung üb< :r. den Bau der Synagoge aus der Feder Ing. Fritz Landauer, des bekannnten hauses in Augsburg. Schlicht und fr sdi werden hier Entstehung und Ent» icklung dieser jun jen Gemeinde geschildert’ und die treuen ihrer Führe' und Förderer, ihrer Lehrer und Leiter 3 mke gewürdigt. j idischen Familien; die seit Ende 1870 ewandert dfaren, schlossen sich im Jahre 1884 zunächst zu ein :r »Israelitischen Vereinigung« zusammen» aus der bald daraif die »Israelitische Religionsgemeinde« in Plauen hervorgegan;en ist, dieihre Wirksamkeit nicht nur am Platze selbst entf iltete, sondern sie auch auf die Glaubens» benachbarten Ortschafren ausdehnte. Dank der umsichtigen Leitung des Vorstandes hat sich Plauen zu einer angesehenen blühenden jüdischen Vereinsleben entwickelt. Trotz der (verschiedenen Richtungen der Gemeindemftglieder ist die Gemeinde von innerjüdischen Kämpfen verschont geblieben. Mit' besonderer Genugtuung hebt der Chronist hervor, d. iß auch die Trennung von Kirche und Staat keine ungünst gen Folgen für die Gemeinde halte, wie allgemein befürchtet wurde. Bis auf verschwindend wenige Fälle nehmen nach wie vor alle Schulkinder bis in die obefste)i Gymnasial!lassen am Re!igionsunterricht_teil. Von d.r neu erbauten Synagoge nebst Gemeindehaus, von denen einige Bi der wiedergegeben sind, sei nodyerw^hnt, daß unsere E u g e n - F u c h s - Lp g e als Mieterin einige Räume im Gemeir.d :haus bezieht, und daß in diesem Hause ein großer Gemeii dcsaal mit Gemeindeküche, der aller) Vereinen in der Gemeinde dient, untergebracht ist. Mit dieser Arbeit hat der Verfasser sich auf die Geschichte der n e u etv standenen jüdischen Gemeinde in neuester Zeit beschränkt. D.iß in Plauen schon früher einmal Juden gelebt haben, hat vor kurzem der'Stadtarchivar Dr. Pietsch in seinem Vortrag i ber: »Die Juden Plauens und des Vogt» * landes im Mittelalt :r« eingehend berichtet. Dieser Vortrag wird, wie von maßgebender Stelle versichert wurde, demnächst;n dem »Jahrbuch des Vereins für jüdishe Geschichte,und Literatur« in Berlir zum Abdruck gelangen. Die gediegene Arbeit des Br. Goldberg wird durch den Vortrag von Dr. Pietsch eine wertvolle Ergänzung erhtlten. Mögen der Gei t der Qpferwilligkeit-und der feste Wille zum Judentum, wie sie sich bis nun bekundet -hgben, auch weiterhin der Gerne nde erhalten bleiben, möge die Gemeinde auch in Zukunft blühen und gedeihen! . <ef.) Deutsches Le: ebuch: Herausgegeben von Hugo von Hofmannstha . Zweite vermehrte.Auflage, Verlag der Bremer Presse, München.; Der Herausgeber sucht trotz der Zerrissenheit des deutschen Erlebens das literar sehe Besicht .der deutschen Nation, »denn es sei nichts geringes, ob eine Nation ein waches liter« risches .Gewissen besitze odep» nicht und gar die unsei e. Wir hätten keine Geschichte, die uns -Zusammenhalte, die fernere Geschichte, die des Mittel» alters sei zu schattenhaft. Nur in der Literatur fänden wir unsere Physiognomie, da blidee hinter jedem einzelnen Gesicht, das uns bedeutend und aufrichtig ansieht, das rätselhafte N a t i o n a I gesicht hervor.« Wie die Franzosen im 18. Jahrhundert als ihr großes Jahrhundert das 17. erkannt hätten, so erblickt der Herausgeber -das Jahrhundert des deutschen .Geistes in der Epoche, 1753—1850, d. h. in der Zeit des Hervortretens von Lessing bis etwa Ende 1848. Seit damals sei deutsches geistiges Wesen in der Welt erkannt und seit damals der Sprachquell hervor gebrochen, aüs dem wir noch schöpften. Etwa 100 Autoren stellt dieses deutsche Lesebuch zusammen, welches mir in zweiter vermehrter Auf!ege vorliegt. Der Herausgeber hat solche Schriftsteller ausgesucht, »deren Sprache und Tonfall ihm ganz besonders wahr schien, weil der ganze Mensch die Feder geführt hat, weil sie gut geschrieben, gut gedacht und rein gefühlt haben und weil das Volksgemüt in ihnen redend wurde«. Man muß dem Herausgeber zugestehen, die Auswahl so getroffen zu heben, daß neben Goethe jeder an seiner Stelle für den Augenblick der Lektüre alle übrigen aufzuwiegen scheint. Ein Lesebuch für jeden geistig Interessierten bestimmt, das sicherlich auch in höheren Schulen, was der Herausgeber nicht erwähnt, einen Platz finden sollte. Das Vorwort gewährt ästhetischen Genuß durch die dem Herausgeber eigene Beherrschung des Stoffes und treffsichere Sprachgestaltung. lim die Fülle des Stoffes zu kennzeichnen, sei hier Entlegneres hervorgehoben : »Herder« über Moses / »Savigny«, Entstehung des positiven Rechts/ »Wackenroder«, Ehrengedächtnis unseres ehrwürdigen Ahnherrn Albrecht Dürers, von einem kunstliebenden Klosterbruder/ »Beethoven«, Das Heiligenstädter Testament/ »Freiherr vom Stein«, Politische Leitsätze u. a.,- »Mommsen«, Sulla/ »Gustav Freytag«, Die deutsche Stadt zur Zeit der Merowinger,- »Clausewitz«, Kriegerische Tugend des Heeres »Schinkel«, Brief aus Venedig. Der Herausgeber selbst hebt in seinem Vorwort einige Abschnitte kritisch hervor, nämlich: »So schien uns, es wäre niemals politisch-sittlicher gedacht worden, als von Georg Förster in seinen Briefen aus dem Paris von 1793, es sei ein hohes Kunstgebilde nie mit größerem Ernst und größerer Liebe auseinandergelegt worden als die »Wahlverwandtschaften« in Solgers Kritik, kein aus Wirklichkeit und Träumerei gemischtes Phäntasiestück irgend einer Nation könne herzlicher sein und schönere Farben aufweisen, als Jean Pauls »Tag eines schwedischen Pfarrers«, . nicht Engländer, noch Franzosen, noch Italiener, ji überhaupt niemand seit Plathons Mythen, habe ein so nettes, von Verstand und Anmut glänzendes StCck Philosophie hervcrgebracht, wie Kleists Aufsatz über die Marionetten, und keine männliche Feder habe jemals, unahnend eines fremden Blickes, so unsägliche die Spexlalnihrmltfel vfen GOLDSCHEIDER-KARLSBAD Berlin-Charlottenburg 4, Scfaillerstra^c 60 Telefon: C4. Wilhelm 73» Prospekt frei. Pos trersand In ganz Deutschland. \ 38

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