Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1931-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Erhältlich in allen maßgebenden Teppichgefchäften DAVI/TAN DER ECHTE KNOPF-TEPPICH D.R.P. Der Teppich von bleibendem Wert äas Herz ergreifende Zeilen (ungeschrieben, als die Hölderlins.« Ein verdienstvolles Unternehmen, durch welches Schätze der Vergangenheit für uns und spätere Generationen gehoben und gerettet werden. Die beigefügten-»Gedenktafeln*, biographische Angaben, ergänzen die Aufgabe des Buches in ansprechender Weise.. Die geschmackvolle Ausstattung verdient hervorgeheben zu werden. Arthur Schindler. Kurt Zielenziger: Juden in der deutschen Wirtschaft. Verlag der Heinebund, Berlin 1930. Das Buch will keine prinzipielle Darstellung der Rolle sein, die die deutschen Juden in der wirtschaftlichen Entwicklung ihres Landes gespielt haben. In 21 nur lose zusammenhängenden- Lebensbeschreibungen wird der Aufstieg einer Anzahl der wichtigsten Persönlichkeiten Jüdischer Hetjcunft innerhalb des deutschen Wirtschaftslebens geschildert. Und trotz der meist sachlichen, nicht allzu feuilletonistischen Art Zielenzigers sind es ebensoviele Romane geworden. Fast alle sind sie aus kleinen Verhältnissen, beinahe aus dem Nichts a jfgestiegen, mit dem gleichen genialen Weitblick und einem unglaublichen Fingerspitzengefühl begabt. Ueberall verbindet sich bei ihnen mit dem ökonomischen Sinn auch das Verständnis fürdie Funktion d«;sOekonomischen im Rahmen des Menschheitsfortschritts, und oft-gewinnt das philosophische Element die Oberhand, wie bei Moses Mendelssohn und Walther Rathenau. Eine Einleitung »Vom Ghettohändler zum Wirtschaftslührer« führt in das abenteuerliche Buch hinein, ein Ausklang beschließt es, in dem ^gezeigt wird, daß heute, im Zeitalter der Vergesellschaftung, immer weniger Spielraum für solche Köpfe vorhanden ist,' daß der jüdische Mittelstand sich immer mehr proletarisiert, daß der Anteil der Juden am Bankgewerbe immer mehr zurüdegeht. Dies ist nicht nur auf Boykott und antisemitische Hetze, sondern auch auf den Ueberindividualismus der Juden zurückzuführen, die sich oft scheuen, ihre Kräfte in den Dienst einer immer mehr entpersönlichten Wirtschaft zu stellen. »Das Schicksal des Kapitalismus«, so schließt das Buch, »wird mitbestimmend sein für das Geschick der deutschen Juden. Sie waren die Wegbahner in unserer Wirtschaftsepoche, werden sie es verstehen, auch Führer in die neue Zeit zu sein?« Georg Horwitz. # Henri Nathansen: Jude oder Europäer. Porträt von Georg Brandes. Mit 8 Bildnissen. Verlag von Rütten u. Loening, Frankfurt a. M. 1931. S. 263. Von Georg Brandes, dem berühmt«) dänischen Kritiker und Literaturförscher, dem Entdecker Nietzsches, und anderer erst spät erkannter und anerkannter Größen in der europäischen Geistesgeschichte, entwirft Nathansen unter-Zuhilfenahme von Briefauszügen und Aeußerungen ein Porträt in einem Buche, das in hohem Maße lesenswert und lehrreich ist. Es ist die Tragik der Ruhelosigkeit, der Unbefriedigtheit und seelischen Vereinsamung eines Geistesgrößen, die hier geschildert wird, und sie wirkt umso stärker und ergreifender als sie von einem Nahestefienden, einem Freunde geschildert wird, der sie miterlebt, an [ihr menschlich und freundschaftlich Anteil genommen hat. Wohl gilt Einsamkeit seif den Tagen eichen des Philosophen, wohl ist Ruhelosigkeit und Unbefriedigtheit das Schicksal manches mit Welt und Menschen zerfallenen Wahrheitssuchers geworden. Aber Brandes war weder Philosoph noch Wähtheitssucher in Denn er suchte die Gesellschaft und brauchte <r nicht leben konnte, nicht leben mochte; Und der tiefere Grund dieser Unbefriedigtheit und Vereinsamung war seine; eelische Zerrissenheit, sein Losstreben vcm Judesein, vor dem er sich aber nicht loslösen konnte, weil er ihm das Beste und Tiefste seines Seins und diesem Sitine. die Menschen, ohne seines Könnens verdankte, langen und restloses Ringen vor allem sein glühendes Vernarb Freiheit, Recht un'dGerechtigscheint, und erhöhen vermag. So würdigen und zugleich be für Wahrheit,, Recht und Nachdenken anregt, fesselt keit. Er wollte der »gut: Europäer« sein, wie ihn einst Nietzsche nannte, und blieb doch Jud'e innerlich und äußerlich. Aus Liebe zur Sache ur d austiefer Sympathie lut Wesen und Werk seines Helden e ltsprungen, ist das Buch trotzdem ein rühmliches Zeugnis der Wahrheitsliebe des Verfassers geworden, da es nichts verheimlicht, was die Persönlichkeit Brandes in den Augen des Lesers herabisetzen zu können nichts verschleiert, was seine Menschlichkeit zu erste it ein Bild eines bewunderungse nitleidenswerteä edlen Kämpfers Freiheit, wie [ es eben nur ein Nathansen mit seinem psychologischen Tiefblidt und poetischen Fe'nsinn sehen und zeichnet konnte, eih.wahrts document humain eines großen jüdischen Menschern aus ,der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, das in lioheni Maße zum Jnd belehrt. , ■ , Dr H 9 lz e r- Worms, Kurz vor Abschi jß der Redaktion wir die schmerzliche Mitteilung, ^<laß Expr. Enges Caspary Rat Kronenberger -M geschieden sin$l. <Montefior^-Logt > inz <Rhenu$-Log^> erhalten die BBr Korn - dahin- Aus dem Büro der Großlogcf. Einwanderungen nach Argentinien. Die Argentiner Loge teilt mit, daß Inur dinn die beschränkte Möglichkeit einer Stjellung im Lande gegeben sei, wenn Einwanderer der Landessprache, des Spanischen, mächtig seien. In der deutschen Tonküpstlerzeitung ist ein Aufsatz aus der Feder von Br. Arthue Holde, Frankfurt M., »Der gegenwärtige Stand der Synagogenmusiki« abg^drudet, auf den wir hiermit hinweisen möchten. | Wir verweisen auf das Oberwiesenthal <Erzgeb). lnserzt .Ficlhtelblerghans“ 39