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Der Orden Bne Briss · 1931-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1931-01-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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nelljen jüdischen Vorkongreß zu vereinigen. Welche Kräfte zu der Vereitlung dieser Selbstverständlichkeit be igetragen haben, läßt sich leideif klar erkennen. Sie sind kein Ruhmesblatt für die Freiheit und den Stolz vieler Juden. Auf der einen Seite furcht :t man in einem falschen apologetischenj Hmpfinc en vom jüdischen Anteil am Mädchenhandel alltuviel zu reden, auf der anderen Seite will man nicht durch schonungslose Aufdeckung der politischen und sozialen Bedingungen, unter denen Juden leben müssen, den Anschein einer Anklage gegen bestimmte Länder und Regierungen erwecken. Es ist sehr bedauerlich, daß solche Grühde eine Zusammenkunft und eine Aussprache der jüdischen Teilnehmer zu Fall gebracht haben. Der Orden Bne Briss, der ja schon seit fast vierzig Jahren in der Frage des Mädchenhandels unendlich viel geleistet hat, be.wies sein Interesse auch für diesen Kongreß, indem er den Unterzeidineten, der zugleid auch den Rabbinerverband in Deutschland vertrat, als seinen Vertreter nach Warschau sandte. An aß, von unserem Standpunkt aus j in die Debatte einzugreifen, lag nach den gegebenen Darlegungen nicht vor. Außer dem Unter¬ Der Hilfsvere Von! Art hur G o I d s d zeichneten waren von J^iden noch aus England der, junge Montefiore in Vertretung seines Vaters und Herr Cohen, der Sekretär der englischen Frauensdiutzvereinigungen aus England erschienen. Danzig hatte Herrn Becker entsandt, und die Zentralwohjfahrtsstelle der deutschen Juden vertratOr. Kreutz* berger. Als Mitglied d« deutschen Nationalkomitees Fräulein Bertha Pappenheim anwesend, die alen Kongresse mitgemacht sie eine Anerkennung ihrer enn iKr von der deutschen ' der Tagung die ehrenvolle turde, mit einem Rückblick auf die Ergebnisse der Konferenz, den polnischen Gastgebern den Dank der Delegierten zu überbringen, j Uns im Orden Bne Briss bedeutet auch dieser j Kongreß eine Mahnurg, die Frage des Mädchen-' j handeis und den Kampf gegen seine Schaden, insbesondere innerhalb d<;s Judentums, nicht aus den Augen zu verlieren, und bis zürn nächsten Kongreß, j der im Jahre 1933 in Berlin stattlinden wird, wird hoffentlich erfolgreiche Arbeit,insbesondere auf dem Gebiete der Erziehung des jüdischen Mädchens im Osten, geleistet sein. war alle sieben intematior hat. Es bedeutete für erfolgreichen Arbeit, Delegation zum Schlufj Aufgabe übertragen n der Deutschen Juden. m i d t. Um über Wecen und Art der jüdisdien Organisationen die zutreffendsten Gesichtspunkte unseren Lesern übermittle In' zu können, haben wir an die j Organisationen die Bitte gerichtet, uns einige Ausführungen über ihre Grundlagen bezw. die aktuellen; Geschehnisse zu übermitteln. ’ In dankenswerter Weise ist, unser tn Wünschen entsprochen .worden. 1 Wir veröffentlichen in dieser Nummer.Aüsführungen über den Hilfsverein der Deutschen Juden. Im Bericht, der Großloge für Deutschland U. O. B. B. om Januar 1902 wurde der 1501 begründete Hilfsverein der Deutschen Juden al; die Stelle begrüßt, »welche die zerstreuten Unterstützu n^ saktionen in Deutschland zu zentralisieren und die Kräfte z u & a m mein hat, um sie für die dahii\siechcnde Judenheit Osteuropas und der orientalischen Länder« zu Verwenden. Hilftswerk. Während dreier Jahrzehnte hat der Hilfsverein ein veit ausgedehntes vielg esfaltiges Hilfswerk ausgeübt. Er hat sich bei seiner Arbeit auch der stets bereiten wertvollen, Mithilfe der Großloge für Deutschland zu erfreuen, gehabt. Insgesamt wurden vor 1901 bis zum Schluß des Jahres 191^ für Hilfsaktionen mannigfacher Art Rm. 40.381.500 .verwandt. Nach Kriegsschi uß brach über die Juden des Ostens neues Ungfüdc herein. Polen, Galizien, die Ukraine wurden in den Wirbel der erbitterten nationalen Machtkämpfe hineingezogen, und dadurch die Juden allerorten den schlimmsten Bedrückungen bis zur Dezimierung durch furchtbare Pogrome ausgesetzt. Der Hilfsverei n hat im Sommer 1921 mit der Großloge und änderen Organisationen Jeine Sammelaktion a i n e veranstaltet. Di^ zahlenmäßig beträchtlichen Erti Inflation der Entwertung Zwei In Deuts wurden in den Jahren 19i L f "; . äge sind zürn verfallen; Teil infolge der: für die Juden in der U k r — 19 ihland: durchgeführte Aktionen. 12 und 1924 eingeleitet. Der Hilfsverein übernahm im Herbst 1922 die Fürsorge für ukrainische Waisenkinder, die von Bessaräbien hach Deutschland überführt wurden. Einem ,Teil der Waisen hat er schon den Weg ins Leben eröffnen können. .»• Des ferneren begann im Jahr« 1924 eine Hilfsaktion für die in Deutschland befindlichen Studierenden aus Osteuropa, deren Lage sich infolge der immer! wachsenden wirtschaftlichen Not unter den luden in Osteuropa besonders traurig gestaltet hatte. Für Wa isenkinder - und Stüde ntenhilfe wurden 19'24 - 1929 Rm. 326.000 aufgewandt. Die Berliner Zentrale des Hilfsvereins führt .Geldüberweisungen v >n Juden in Argentinien,. Brasilien, Kanada für Verwandte in Sowjldtrußland, den Rändstaaten und anderen Ländern, die ihm durch die Jewish Colonization Association zugehen, ihier Bestimmung zu.und vermittelt des ferneren einen umfangreic ten B r i e f v e r k e h r zwischen Polen und Litauen, da noch immer Schwierigkeiten bei der posta- ' lisdien Verbindung zwischen Polen und Litauen bestehen. In osteuropäischen Ländern.,hat der Hilfsverein sich in den letzten Jahren yershiedentlidi betätigt. FCr den.Bau und die Ausstattung von Ambulatorien in den jüdischen Kolonien Rußlands wu den zunächst Rm. 100.000 bewilligt. Zwei Ambulatorien, e ns in dir Krim und eins in der Ukraine im Rayon Niko >ol, werden demnädsst eröffnet.' Der Bau eines dritten Ambt latoriums in der Krim steht bevor. *

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