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Der Orden Bne Briss · 1931-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1931-01-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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von Brüdern die Veranstaltung saldier Abende zu ermöglichen. Es Ist selbstverständlich, daß Heimabende, wie schon der Name andeutet, nie in selbkt noch so abgesonderten Gast- oder Kaffeehäusern, sondern ausschließlich in der behaglichen eigenen Häuslichkeit der Brüder stattfinden. Die bisherigen Erfahrungen ermutigen zur. Fortsetzung dieser Einrichtung. esuch in Pasadena. Logen- Aus einem Bericht von Br. Prof. L)r.|B. Gutenberg,Darmstadt. Br. Gutenberg hat der w. Starken bürg-Loge in Darmstadt über seinen Aufenthalt in Amerika einen Bericht zugehen lassen, dein wir einige interessante Mitteilungen entnehmen. Br. Gutenberg schreibt: Nach i stürmischer lieberfahrt auf der »Bremen« legten wir am Erew Rosch-ha-schonoh um 3 Uhr nachmittags mit mehreren Stunden Verspätung in New York an. Am folgenden Tage besuchten wir deii Gottesdienst in der großen reformierten Synagoge von DrJ Wise. Hier, wie in allen reformierten Syndgogen Amerikas, werden von den Herren die Hüte abgenommen, und die) meisten Gebete auf Englisch gesprochen. Andererseits wird Idadurch die Andacht vertieft' und wenn die Anwesenden aufstehen, um die Hauptgebete,' etwa Kaddisch oder Sch’ma, auf Hebräisch mitzusagen, so wirkt das immer .ergreifend. Dagegen wirkt der übermäßige Gebrauch von einstudierten Choren, die aber von Gemeindemitgliedern gesungen werden — den Anwesenden unsichtbar. — etwas theatralisch. In New York hatten wir übrigens an vielen Stellen Gelegenheit, rituelle Restaurants zu besuchen, die in allen Punkten genau so sind wie unsere. Nach den Feiertagen fuh en wir nach Chikago weiter, sodann nach einem Landhaus, das etwa 80 km nördlich von Chikago liegt. Man nennt das »bei Chikago«. Die eigentliche Stadt selbst erstreckt sich etwa 40 km weit. Die nächste Synagoge von dort war etwa 40 km entfernt. Nun benutzt man udter diesen Umständen dort selbst an den hohen Feiertagen, vielfach auch in orthodoxen Gemeinden, ohne weiteres das Auto. Wir zogen es aber vor, am Jaum Kippur zu Hause zu bleiben. Audi für die Juden, die picht zur Eine der größten fast den ganzen Synagoge gehen können, wird gesorgt: Radiostationen von Chikago überträgt Gottesdienst aus einer großen Synagoge, diesmal ähnlich wie bei uns vorwiegend auf Hebräisch. Auch hier in- Pasadena wird das Radi? für jüdische Dinge benutzt. So spricht zum Beispiel der Rabbiner von Los Angeles, der als der beste Kanzelredner gilt, jeden Sonntag Abend von 5,30—6 Uhr über ein biblisches Thema. Nach jaum Kippur traten wir unsere 65 ständige Fahrt nach Pasadena an, wo wir an Morgen vor Sukkaus ankamen. Wir wurden in den ersten T agen von einer Abordnung des Beamtienrates der Loge, ‘den Rabbiner und dem Gemeinde- Vorstand besucht und über alles Wissenswerte unterrichtet. Eine Schwierigkeit ergab s ch dadurch, daß wir über eine Stunde zu Fuß von der Synagoge entfernt und etwa V2 Stunde vom Logentempel wohnen. Die erste Lngensitzun? fand bereits am Tage nach Sukkaus statt. Es existier: hier sowohl eine Männer-, wie eine Frauenloge. Die Logen' okale liegen unmittelbar nebeneinander, vor und nach der Sitzung sind Brüder und Schwestern zusammen. Das Ritual is das gleiche wie bei uns, oder besser gesägt, unser altes R tuab ist einfach eine Uebersetzung des hiesigen. Die Gebräuche werden nicht nur im geschlossenen Kreise angewendet öffentlich gebraucht. >ei uns, das Passierwort wird Die Anordnung der Sitze ist,ähnlich wie bei uns, nur daß der Vizepräsident dem Präsidenten gegenüber sitzt, der Wächter daneben, während der »Assistant Monitor« den Pla^z einnimmt, den bei uns der Vizepräsident hat. Der Besuch ist für jec ermann frei. Es werden große Propagandaabende abgehaltm, um möglichst Viel Juden als Brüder zu gewinnen. Der Erfolg ist aber nicht sehr groß. Der Mentor meinte, nachdem ich kurz.über die Verhältnisse bei uns berichtet hatte, daß die Schwierigkeit, in Deutschland Logenbruder zu werden, zwetifellok ein sehr gutes Propagandamittel sei f Ein Kind, da i jederzeit Süßigkeiten bekommen könne, wolle keine. So gehe es auch mit dem Eintritt in die Loge. Dabei beträgt d« r Beitrag nur 1 Dollar pro'Mona t, und die Einsammlung der Beiträge wird anscheinend sehr nachsichtig gehandhabt. All erdings sind auch hier die finanziellen Verhältnisse der Loje nicht sehr rosig. Sie hat kein eigenes Heim. * Besonders erwähnenswc rt ist noch, daß nach' Eröffnung der Sitzung immer zuerst die amerikanische Flagge, dann die jüdische Palästinaflagge, dann die Menorah und die Bibel mit einigen Worten geehrt und gezeigt werden* Es ist dies aber nicht in allen Logen so. Wir hatten Gelegenheit, an einer großen Logenfeier teilzunehmen. In Los Angeles <30 Minuten per Auto von hier> fand am Sonntag Abend eine Feier zu Ehren der Beamten des 4. Distriktes, ::u dem wir'hier gehören, statt. Anwesend waren: der Großpräsident, eine Reihe Beamten der Großloge und vielt Präsidenten. Den Vorsitz (»Toastmaster«) führte der Präsident des Logenverbandes von Südkalifornien, zu dem aucli unsere Loge hier gehört. Die Sitzung fand im Logenhaus: der »Elk«, statt, einer amerikanischen interkonfessionellen -oge,.die anscheinend mehr Klubcharakter hat. Ich kann mch nicht erinnernJ je ein derartig wunderbares Klubhaus gesthen zu haben. Der eigentliche Logensaal, der von uns ni< ht benutzf'^vurde, in dem aber Einführungen und sonstige besondere’ Veranstaltungen der., Bne Briss gelegentlich stattlinden, ist groß und von unbeschreiblicher Pracht. Die Sitze* (Sessel) sind . rund herum amphitheatralisch an den anden angeprdnet, die Beamtensessel genau wie bei uns n der Mitte der 4 Wände/ Die Beleuchtung geschieht zum "eil durch magisihes blaues Licht, das von unsichtbar inNischei angebrachten Lampen ausstrahlt. Lim frV4 Uhr begann das Dinner. An einer langen Tafel saßen die Beamten des Distrikts, einige Schwestern der Frauengroßloge, dann die anwesenden' Präsidenten mit ihren Frauen >'und an zahlreichen {Tischen davor die übrigen Brüder und Schwestern, im ganzen vielleicht 400 Personen. Gegen Schluß des Essens stellte Jer Toastmaster die anwesenden Präsidenten und Gäste ver/ e; folgten dann künstlerische Darbietungen aller Art, nad dem gemeinsam ein neuer Schlager (»happy days«) gesungen worden war. Die Darbietungen waren durchweg vorzüglich und auf bestem Niveau, besonders Tänze verschiedener Art. j Mitwi^kende waren zum Teil männliche und weibliche Siars aus Hollywood, einer davon ein Logenpräsident. Erst relativ spät kamen die' offiziellen Ansprachen, und zwar geschieden oder abwechselnd zwischen Bühnennummern. Auf den ersten Blick mutet das etwas sonderbar an, dadurch kommen aber manche Leute; die sonst zu Hause bleiben würden.. Andererseits kann -sich der Geist etwas ausruhen. Die erdte Rede, hielt ein Präsident aus Seattle, der vorher von einem anderen Bruder — wie in jedem Falle an diesem Abend — kurz eingeführt wurde, meist unter Erzählung ^in«r bezüglichen Anekdote. Der Redner ging von einem Bild aus Dybuk aus. Seiltänzer 17

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