Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Date
- 1931-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Bfüdern, Witwen und Waisen aus demjenigen Logen, die diese Unterstützungen nicht aus eigener Kraft aufbringen können. Es ist eine selbstverständliche Pflicht der Gesamtheit, den schwachen Logen beizustehen. Die Großloge ist eine Art Clearinghouse, ei ne Ausgleichsstelle/ sie ist es im Grunde auch in geistiger Beziehung. Der wesentli he Inhalt der Verhandlungen der diesmaligen Sitzurg des Generalkomitees betraf die Wi r t s ch a f t s n 3 t, die Nor der Logen und die Not der Bruderschaft. Ein Referat von Br. Max Ginsberg flat diese Probleme aufgerollt und die Diskussion in Fluß gebracht. Allgemein war der Ruf nach einer produktiven Bruderhilfe, allgemein war das Bestreben Mittel und Wege Zu finden, der Wirtschaftskrise ai ch in der Bruderschaft nach Kräften zu begegnen. Um .dieses Problem organisatorisch zu erfassen, wurde <len Logen aufgetragen, besondere Wirtsciafts,ausschüsse zu organisieren. Es soll versucht werden neue Existenzmöglichkeiten_zu : chaffen und der Berufswahl und Auswahl eine erneute Aufmerksamkeit zuzuwenden. Es unterliegt keirem Zweifel: die Logen müssen, mehr, systematischer und energischer für die Steuerung der Wirtschaftsnot mobilisiert werden. Bei alledem ausschließlich um hältnisse, die bei des Unbehagens Es mag sein der Wirtschaftsno Schaft' für das aufnahmefähig isi, handelt' es sich nicht nur und materielle Not, sondern auch um seelische Not,- u n eine Depression nicht nur angesichts der Wirts chaftskrise, sondern auch angesichts der radikalen Entwicklung unserer politischen Veruns ein Gefühl der Unsicherheit“, und der Ungewißheit auslöst, daß heutzutage, unter dem Druck unter der jeder steht, die Bruder- Geistige weniger zugänglich und und es dürfte wohl auch hierauf im besonderen de r schwäche Logenbesuch, über den vielfach geklagt v ird, und eine gewisse Stagnation des Logenlebens zurückzuführen sein. Aber gerade .die deprimierenden allgemeinen Verhältnisse macien einen Zusammenschluß der Bruderschaft in unseren Logen nur um so notwendiger. Die Loge ist heutzutage nicht-weniger zeitgemäß, eher noch zeitgemäßer. # ' * < * Parallel mit dem Generalkomitee tagten die Vertreter der Lagenverbände. Ihre Vorschläge und Anre gungen werden weiter verfolgt werden. Für heilte nach der prinzipiellen Seite zu dieser Frage das Folgende: Die Logenverbände erstreben mit Recht eine Neuregelung des Verhältnisses zur Großloge, einen organischeren Zusammenhang mit dem Generalkomitee, mehr Eit fluß, eine bessere Ausgestaltung als Organ der Großjoge, vor allem auch gesetzliche Verankerung der Logenverbände als Wahlkörper der Großloge. Die Logenverbände sind berufen, die Großloge dezentralisierend zu entlasten und in die Aufgaben der amerikanischen Distriktsgroßjogcn einzurücken, nur muß dabei vor einer Ueberorganisation gewarnt werden. Mit einem größeren Einfluß und mit ihrer Ausgestaltung hätten die Logenverbändk auch eine größere Verantwortlichkeit auf sich zu nehmen. Sie sind in stärkerem Maße für das Logenleben zu aktivieren,- sie hätten sich auch: für Wirtschaftshilfe mehr zu betätigen und für einen engeren brüderlichen und geistigen Wechselverkehr, der Logen untereinander. * * * Wenn bei Kritiken an der Großloge alles Heil, alle Anregung und alle Hilfe von der Großloge erwartet wird, so muß demgegenüber auch immer wieder betont werden — und ist im Generalkomitee hervorgehoben worden — daß nicht die Großloge, sondern die Loge das Grundlegende ist. Die Großloge ist die Zusammenfassung alles dessen, was in den Logen geschieht.1 »Am Anfang ist die Loge«. Br. Dr. Baeck sprach das Wort: der Präsident ist das Schicksal der Loge, Grundlegend ist und bleibt, daß die einzelne Logfe ihre Brüder fesselt, das Logenleben in Fluß erhält, den brüderlichen Zusammenschluß pflegt, jungen Nachwuchs zu gewinnen trachtet, und,auch durch eine geeignete Propaganda bestrebt bleibt, die Reihen der Bruderschaft wieder aufzufüllen. # * * Ein Bruder führte im Generalkomitee aus: es sei notwendig mit dem alten Grundsatz: »Nichts für uns, alles für andere« aufzuräumen in einer Zeit, in der wir für den Kreis der Brüder zu sorgen hätten. Schon längst ist die Konsequenz dieser Erkenntnis gezogen worden. Aus der Not der Stunde heraus1 mag dies sicherlich geboten sein. Und doch müssen die Lögen davor bewahrt werden, sich in Unterstützungsaktionen -völlig zu erschöpfen. Es wäre geradezu verhängnisvoll, wenn jaqf die Dauer der Orden nur in eine solche Entwicklurtgs'- bahn gelenkt werden würde. Darum hatte ein anderer Bruder nicht minder recht, wenn er dazu aufrief, daß die Großloge vor allem die Idee und die Ideale voranzutragen habe, die das Wesen des Ordens bedeuten. . Wenn es in der heutigen Zeit den Brüdern auch schwer fallen mag, sich auf rein geistige Dinge zu konzentrieren, das brüderliche, geistige. Band und die geistige Erhebung bleibt, die kostbarste Gabe und die wichtigste Leistung der Loge. - 10