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Der Orden Bne Briss · 1930-12-01 · Nr. 12 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 12 - Dezember
Date
1930-12-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Um die Vorschläge zur Verbesserung des bürgerlichen Kalenders zu beurteilen] bedarf es eines Uebgrbfickes über seine Entwicklung. Der bürgerliche Kalender entstand in Rom. | Soweit die ziemliche Unordnung in den Kalendtjrverhältnissen der Römer nach Regeln durchforscht! werden konnte, hat sich ergeben, daß etwa bis zur Zeit des sagenhaften Königs Pompilius das Jahr in Mondmonate eingeteilt war, d. h. in Monate die sich mit jedem Neumond erneuerten und also!28 oder 29 Tage( zählten. Von da an wurde ein Sonnenjahr eingesetzt, das im heutigen März begann. Im Jahre 193 vor der üblichen Zeitrechnung wurde der Jahresbeginn auf. den 1. Januar jvorverlegt. Eine ausreichende und durchgreifende Ordnung des Kalenderwesens wurde erst durch Cajus Julius Cäsar im Jahre 46 v. Chr. veranlaßt. Von da an datiert die Einteilung des Jahres in 12! Monate von 30 und 31 Tagen. Da aber das Sopnenjahr 365,Tage 5 Stunden 48 Minuten 46 Sekunden hat, wurde alle 4 Jahre ein Schaltjahr zu 3o6 Tagen statt der normalen 365 Tage eingeführt. Dieser wurde dem Februar, der damals 29 Tage hatte, als 30. Monatstag angehängt. Als man im Jahre 14 n. Chr. den toten Kaiser Augustus ganz besonders ehren wollte, be-' nannte man nach ihm den Monat Sextilius »August«; damit er aber neben dem Juli, der 31 Tage hatte <und nach Julius Cäsar benannt war) nicht ^geringer geachtet« werde, gab man dem August ebenfalls 31. Tage und kürzte den Februar um den 29. Tag den er im Normaljahr und um den 30., den er im Schaltjahr hatte. Da nun das Sonnenjahi* nicht 365 T^ge 6 Stunden, sondern etwas über 11 Minuten, weniger hat, machte diese Differenz im Laufe von 100 Jahren einen Tag aus. Dadurch daß man also in 100 Jahren einen Schalttag zuviel einsetzte, machte sich nach einigen Jahrhunderten ein Mangel an Uebereinstimmung .zwischen Sonnenjahr und Kalenderjahr bemerkbar. Diese notwendige Uebereinstimmung veranlaßte Papst Gregor XIII. im 7ahre 1582 zu der bisher letzten Kalenderreform. Diese bestand darin, daß er im Oktober des Jahres 1582 zehn Tage im Kalender überspringen ließ, um den Fehler im bisherigen Kalender auszugleichen. Um aber auch für die Zukunft den Fehler zu vermeiden, verfügte er, daß alle vollen Jahrhunderte, z. B. im Jahre 17Q0, 1800 und 1900 der Schalttag ausfällt, dagegen alle vier Jahrhunderte, z. B. im Jahre 1600 und 2000, der Schalttag eingesetzt werde. Infolge dieser Regelung ist auf Jahrtausende hinaus das Kalenderjahr mit dem Sonnenjahr in Uebereinstimmung gebracht. Durch die starke Entwicklung von Handel und Verkehr in den letzten Jahrzehnten haben sich jedoch an ’iesem Kalender folgende Tatsachen als naditei ‘lerausgestellt: 1. Die ungleiche Tageszahl der Monate <28, 29, 30 und 31 Tage), der Quartale <9Ö, 91 upd 92 Tage) und der Falbjahre <18|1, 182 und 1&4 Tage)/ ferner die uigleidie Zahl der Wochen j in diesen Abschnitten. Die Folgen dieser Tatsachen sind Schwierigkeiten für statistische Berechnungen, für die Aufstellung von Voranschlägen, Verkehlrsplänen, für die Berechnung von Löhnen, Versicherungen, Pensionen, Mieten itnd Renten, der Unterschied in der Berechnung laufender Gonti, die auf 360 Tage für da< Jahr und 30 Tage für jeden Monat berechnet werden, und der WejhseJ, die nach der Zahl der lat fenden Tagei verzins^ werden. 2. Da das Jafr 52 Wochen und! 1 oder 2 Tage beträgt, ist in edem Jahre das gleiche Datum an einem anderen Wochentag. Efst nach z8 Jahren wiederholen sich regelmäßig die Jahre, deren Kalender identisch sindj. Ist ein volles Ja irhöndert dazwischen, das ohnfe Schalttag Ist,' dar in^ erfolgt die identische Wiederholung erst nach f5 Jahren. Man braucht 14 Japreskalendertfaf^ln, un festzustellen, welch ein Weichentag der ’soundscjvielte! ist, oder der wievielte ein bestimmter Wochentag! ist: also z. B. welch ein Wochentag der 27. April 1941 ist/ oder der wievielte der-dritte Montag jm Oktober 1932 ist.’ Diese Feststellungen sind aber für die Gerichtsverhandlungen, Bestimmung von Märkten, Versammlungen, der Unterrichtszeiten und der Ferien wesentlich! , * 3. Die Wochen gehen nicht im Monat! auf. 1 Die Folge ist eine komplizierte Berechnung | von Terminen und Märkten- Besonders utjangetiehm ist dies für laufende Termine, und jda namentlich beim Handel, für cen die einzelnen Wochentage durchaus nicht gleichwertig sind. Zu diesen Naditeilen des I^alenders ist noch ein weiterer durch cfie Veränderlichkeit des Cjsterfest » Datums gekoipmen. Das jOsterf^st - Datum schwankt zwischen 22- März uPd 25. j^pril, eine Differenz von 35 Tagen,1 Es i}t interessant, daß diese komplizierte Ifestlegüng des Osterfeste^ im christlichen Ritus at^f dem .Konzil zu Nicaea 325 ihren Beweggrund darin hatte, daß man!unter allen Umständen ein Zusammenfaß^n des | christlichen Osterfestes mit dein jüdischen .vermeiden wollte/ was aber mangels durchgreifender Berechnung nicht vollständig gelang. Diese stark^ Beweglichkeit des Osterfestes hat große Nachteile im Handel, Unterricht und Verkehr. Es sei, nur erwähnt, daß bei frühem Datum des Osterfestes der Touristenverkehr langsam und dünn feinsetzt / Schiffährt und haben dadurch halbleere Besetzung. Ist dak Osterfest Mitte oder Ende April, so der Frühjahrsmode viel Deshalb sind von den K 2?Q — habendie jn geringere zu Anfang Eisenbahn Geschäfte Umsätze. erwähnten

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