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Der Orden Bne Briss · 1930-12-01 · Nr. 12 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 12 - Dezember
Date
1930-12-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Erinnerung hieran teile ich dir einen Satz mit, so ■wie er mir, ei; ifiel und wie ich ihn in jenem Augenblick in Wort: faßte: Die Erde ist das Maß für alle anderen Bahnen. Ihr umschreibe ein Dodokaeder. Die dieses umspan» _ nende Sphäi e ist de'r Mars- Der Marsbahi umschreibe ein Tetraeder. Die dieses umspannende S >häre ist der Jupiter. Der Jupi:erbahn umschreibe eine* Würfel Die diesen umspannende Sphäre ist der Saturn. Nur lege in die Erdbahn ein Ikos jeder. Die diesem einbeschrieber e Sphäre ist die Venus. In d ie Venusbahn lege ein Oktaeder Die diesem einbeschriebene Sphäre ist der Merkur.- Nun hast du den Grund für die Anzahl der Planeten.« Die Ercenntnis 'solchen Weltenaufbai^s betrachtete Kepler als eine ihm zuteil gewordene göttliche Oft :nbarung. »Vater der Welt — betete •er — was >ewegte Dich, ein armes, ein kleines schwaches Erdengeschöpf so zu erheben, so hoch, (planze dasteht, ein weithin herrschender . .A._ daß es im König, fast ein Gott, denn er d:nkt Deine Gedanken Dir nach.« Sogleich machte er sich daran, das visionär erschaute rechnerisch zu fundieren Derin darüber waf sich Kepjlcr vollständig im klaren, daß aich dje i beste Intuition nur Bedeutung durch Uebereinstimmung mit den von der Natur dai gebotenen Tatsachen gewinnen kötine. Die mühevolle mathematische Arbeit der folgenden Wochen lieferte ihm ganz günstige Ergebnisse bezüglich Jupiter, Mars, j Erde und Venus. Für die anderen Planeten ergaben sich zum Teil wesentliche Abweichungen, die er aber lieber dem ungenauen Beobachtujjgsmaterial zuschrieb, als daß er den \V underbau, wie er ihn geschaut, fallen ließ. Und selbst als er kurze Zeit danach zum Gehilfen Tycho Brahes geworden war, und nach Tychos Tod dessen bedeutende Beobachtungsergebnisse in die berühmten drei Kepler - sehen Gesetze bannte, ist er von bäu nie ganz gewichen seinem Lieblings» Kalenderreform.’ I Von Adolf Scfcaalm arn n , Müftdien-Loge. , Mit Beginn des 20 Jahrhunderts setzten besonders voi Seiten wirtschaftlicher Interessenten Bestrebungejn ein, den gegenwärtigen Kalender zu reformierenj Diese Bestrebungen fanden hauptsächlich* ihrem Ausdruck in den Tagungen der Internationalen Handelskammer/ so l9l2 in Boston, 1923 in Rom, 1925 in Brüssel. Diese Anregungen erweckten lebhaften und zustimmenden Widerhall bei Vertreten der einschlägigen Wissenschaften. So hat 1924 e ie Versammlung der Geodätischen und Geophysisihen Gesellschaft in Madrid eine durchgreifende Reform des julisdr-gregorianischen . Kalenders ver angt. Diese Anregungen hat der Völkerbund ausgenommen,; der »Beratende Technische Ausschuß ür Handel und Verkehr« im Völkerbund ernannte ii seiner' Sitzung vom 29. August bis 1. September 1923 einen Sonderausschuß für das Studium c er Kalenderreform, dejaus Vertretern der astronomischen Wissenschaft, <les Handels und Verkehrs und der religiösen Organisationen zu- . sammenges etzt wurde. Dieser Ausschuß tagte dreimal, im Mai 1924, im Februar 1925 und im April 1926. Sejme Arbeiten standen ' von Anfang an *) Die F -age der Kalenderreform, die vom Völkerbund behandelt wird, berührt seit Jahren die jüdische und oidit-jüdische Welt. Widrige Interessen stehen dabei auf dem Spiele. Wir bringen Ausführungen aus sachkundiger Feder. unter dem Grundsatz, daß ohne Uebereinkunft mit den religiösen Autoritäten keine Kalenderreform vorgenommen werden könne. Er begann seine! Arbeit mit einem Rundschreiben an die Regierungen i 'aller Staaten und an die religiösen Oberhäupter, in dem das Generalsekretariat | des Völkerbundes, die Adressaten ersucht, alle Funkte mitzuteilen, welche die Arbeiten des Ausschusses erleichtern! könnten. Im Jahre 1924 wurde idiese Enquete noch durch Einbeziehung zahlreicher! großer intemationaler Verbände und insbesondere Verkehrsgesellschaften erweitert. Im selben Jahre wurden auch Vertreter der deutschen Protestanten und der.Israj eliten persönlich angehört. Mit dem Jahre 1926 kamen diese Arbeiten durch einen Beruht des Aus Schusses zum Studium der Kalenderreform zu ein gewissen Abschluß. In welchem Maße beeinflussen diese Reformi bestrebungen die jüdischen Interessen? Die Beantwortung dieser Frage erscheint umso notwendiger^ als die Beriditerstattung der Presse, insbesondere aber der jüdischen, in dieser Angelegenheit versagt hät; Lediglich einige sensationelle, nur zur Hälfte richtig^ Mitteilungen sind ins Publikum gelangt. Sie haben infolge ihrer Unklarheit nicht einfmal da alarmierende Wirkung gehabt, wo sie notwendig gewesen wärel 'Cnji — 228 —

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