Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 12 - Dezember
- Date
- 1930-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Er besuchte ihn Rabbi Jodianan. Arm, und das dunkle Zimmer strahlenden Schönheit seines K Rabbi E|ieser weinte. Da fragte i! Warum weinst du, mein Freunc mehr in der Thora forschen kann was geschrieben steht: Ob einer geleistet hat, wenn nur sein h galt. Oder wegen der Sorgen, geblieben sind? Nicht jeder ist Tischen zum vollen Mahle sich und dort, im Diesseits und Jens|e Elieser erwiderte: Lieber so ich, die im Staube verwesen so mit Recht, schloß Rabbi Jodianan Das Weltgeheimnis. entblößte seinen ward von der örpers erleuchtet, n Rabbi Jodianan:? Weil du nicht st? Du weißt ja, inehr oder weniger erz dem Himmel die dir nicht ausberufen, an zwei njiederzulassen, hier its. Doch Rabbi Schönheit weine Da weinst du und sie weinten beide zusammen, heute gilt, sei diesejs endlich viel Streben und. gerade aus der Frucht versprach, Leben hat er geeri und zu denen, die mächlich genießen Und doch hat er einer sieghaften S Schönheit, die un|s läßt, und deren Einer Schönheit ajn lierbar und unzefs unser nicht idigt, dü sei Vel er nur W;l: ■ Im Geiste dessen, dem es Talmudwort gedeutet.; Undas noch der Erfüllung harrte beste Ein an wohl verdientet) Ruhe die ging mit ihm zu Grabe. reich an Mühe und Plage,, vollbesetzten Tischen gerfen, hat er mit nichten gehört, inem Lebensinhalt den Stempel hönheit aufgeprägt — einer voll Wehmut ihn vermissen ust wir auf imrrufr betrauern, auch, die im Grunde unver» i örbar ist, in der Simchowitz r, sondern unser auch bleibt... Johannes Keplers Jugendwerk Von Br. Prof. Basnizki, Heidellerg. Da es zu unseren wesentlidien Aufgaben ge* hört, Wissenschaft und Kunst zu unterstützen, so ziemt es sich, auch in die >en Blättern von einem unserer größten deutschen Geisteshelden zu sprechen, dessen 300. Todestag jetzt gefeiert wird, lieber das biographisch W issenswerte orientieren unsere Tageszeitungen wohl zur Genüge. Deshalb haben wir uns vorgeno umen, die Grundzüge seines Jugendwerkes vom »Weltgeheimnis« zu ümreißen, das eine würdige Vorarbeit zy den Großtaten in der »Neuen . Astronomie« und »Weltharmonie« bildet. In ‘den Bahnen der Pythagoreer wandelnd, die in der Zahl und den Zahlenverf ältnissen das Maß aller Dinge sahen, die von der Sphärenmusik träumten, wenn sie zum Hitmnel emporblickten, * entrollt uns der kaum 25 jähri je Kepler in dem Erstlingswerk sein Weltbild, das die Zeitgenossen aufhorchen ließ. Er bekennt sich offen zur kopernikanischen Lehre, nach welcher die Erde und die Planeten sich um die feststehende Sonne bewegen und stellt seinem großen Geist die Aufgabe, die von Kopernikus errechneten Pia letenabstände und Planetenbahnen in ein harmonisci gegliedertes Gebäude einzuordnen. Nach Kepltrs Grundanschau»' ungen konnte die göttliche Wdtschöpfung nur in vollendeten geometrischen Formen sich offenbaren. »Die Geometrie ist in Gott unc nichts außer Gott, und Gott ist reine Geometrie stlbst. Auch Gott verwirft in diesem Sinne alles, was sich nicht durch rein geometrisches bilden läßt. Er hat schon die Siebenzahl aus der Schöpfung verbannt, weil das reguläre Siebeneck nicht mehr geometrisch kon- I struierbar ist.« Di« letzte Anspielung können wir nur aus der Tatsa he begreifen, daß zu Keplers Zeiten erst 6 Plane :en bekannt waren — Merkur, Venus, Erde, Mars Jupiter, Saturn — die beiden äußersten Planeten LFantis und Neptun sind ja erst 200 bezw. 250 Jahre später entdeckt worden. Die Kugel gilt ihm als göttliches 5ymbol. Ihr Mittelpunkt ist der Sitz der Seele, die Radien sind Verbindungswege :u den Lebensgeistern auf der Peripherie. Der Kugel am nächsten kommt der Kreis mit seinen regelmäßigen Vielecken, dem Dreieck, Viereck, Fünfek, Sechseck. Atn 9, Juli 1595 kam Kepler auf die: Idee, ob die kopernikanischen Bahn- und Abstanc sverhältnisse der Planeten sich mit diesen regulären Vielecken vergleichen ließen.' Als der Plan nicht j gelingen wollte, schaltete er in kühnem Gedarikenßug zwei theoretisch angenommene Planeten (»in in der Erwartung, daß.die Zukunft mittels besserer Fernrohre diese noch entdecken werde. Dcjch auch dieser Plan, der in wochenlanger Rechnerei durchgeführt' wurde, brachte keine Harmonie. Dann schreibt er weiter: »Was sollen ebene Figureh bei den räumlichen (Bahnen? Man muß eher zu Festen Körpern greifenj -Siehe, lieber Leser, nun hpst du meine Entdeckung und den Stoff zum ganzin vorliegenden Büchlein! Dehn wenn man einem, der die Geometrie auch nur wenig kennt, das sagt, so treten ihm sogleich c^ie fünf regulären Körper mit ihrem Verhältnis der um- und einbeschriebenen Kugeln vor Aipgen/sofort erinnert er sich an jenen bekannten Satz des Euklid, daß unmöglich mehr als 5 reguläre Körper existieren oder ausgedacht werden können|. — Zlur 227