Mannheim
Compact Memory

Der Orden Bne Briss · 1930-11-01 · Nr. 11 - November · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 11 - November
Date
1930-11-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/6727475-6029149-6074837--2508-4869098
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

FestsArift ihren Widerhall. Es liegt in der Natur der Sache, daß die Leistungen der amerikanischen Distrikte ganz besonders ausführlich gewürdigt werden. Nahezu astronomisch muten die Zahlen an, welche die amerikanischen Brüder in der Nachkriegszeit für Wohltätigkeit ausgegeben haben. Unser Ördenspräsident, Br. Alfred M.Cohen, gibt der Jubiläumsnummer ein mit seinem faksimilierten Namenszuge geschmücktes Geleitwort mit. Voll Stolz gedenkt er der nunmehr an acht amerikanischen Universitäten blühenden Hillelstiftungen, die 7000 Studierende umfassen und der kommenden Generation einen tüchtigen Führerstamm sichern. Ebenso erblickt Br. Cohen in den Jugendlogen A.Z.A. mit ihren in 120 Kapiteln wirkenden 3000 jungen Leuten die Vorkämpfer für ein neues amerikanisches Judentum. Bei Seinem Rückblick auf die Ausdehnung des Ordens interessiert uns die Mitteilung, daß der Orden sein Banner nunmehr auch auf den Hawaii-Inseln aufgepflanzt, hat. »»In dem abgelaqfenen Jahrfünft«, berichtet der Ordenspräsident, »hat sich der Orden B. Ban allen Bewegungen im Schoße der Gesamtjudenheit beteiligt. Manchmal hat er die Führung übernommen, oft aber hat er s:ch der Führung anderer unterstellt Wenn irgendwo eipe Katastrophe die Juden heimsuchte, war der Orden unter den ersten, die deren Opfern Hilfe und Aufrichtung gewährten.« Der letzte Aufsatz der Festnummer, »Fünf Jahre jüdische Erziehung«, von Br. Dr. Emanuel G a m o r a n , gibt der Klage aller ernstgerichteten jüdischen Kreise über die religiöse Verwahrlosung der amerikanischen Jugend einen ergreifenden Ausdruck. Alle jüdischen Körperschaften beschäftigen sich zur Zeit mit diesem Problem, ohne eine befriedigende Lösung zu finden. Die meisten jüdischen Kinder empfangen nur in den beiden GrundsAuljahren Religionsunterricht. Infolge der ungeheuren Gleichgültigkeit der jüdischen Eltern wird den Kindern die Wohltat weiterer religiöser Unterweisung vorenthalten. Die Folge dieser Fernhaltung vom Religionsunterricht ist die waÄsende Zahl jugendliAer VerbreAer. Während noA vor zehn Jahren | das DurAsAnittsalter der Gefangenen 43 Jahre betrug, ist es heute 21- GlüAliAerweise hat siA in letzter Zeit der Prozentsatz der jugendliAen Gefangenen vermindert, weil Gemeinden und Logen stärker als je zuvor ihre Kräfte für die Erziehung der Jugend einsetzen. Beide Faktoren riAten ihr Augenmerk auA auf eine gründliAe Reform der Lehrerbildung und der Lehrmethoden. Dies — auA bei uns — aktuelle Thema behandelt Br. Rabbiner Jacob S. Minkin in einem großangelegten, als Referat für unsere Logen geeigneten Aufsatz i »Jüdische Erziehung — ein AusbliA, ein RüAbliA.« Juden und Judentum bei sollen, Iso kann diese nur Br. Minkin sagt': »Wenn uns eine Zukunft haben durA jüdische Erziehung werden. Unsere Jugend muß .für: den und die Ueberljeferungen des Judentums anders diese Heiligtümer gesiAert Glauben gewonnen werden, wenn auf die folgenden Generationen übergehen sollen. Sie muß erfüllt werden mit einem liebevollen Verständnis seiner GesAiAtei und Literatur. Im Vcrdem Eifer und den ge- Ae die Juden hierzulande gleiA zu dem Interesse, wattigen Geldmitteln, we für die AufreAterhaltung unserer Wohltättgkeitsanstalten aufwenden, ist die für jüdisAe Er? ziehungszwecke hergegejbene Geldsumme; verhjältnismäßig klein und unbedeutend. Aber ehdliA haben unsere Führer ein gesehen, daß Altersheime Und Krankenhäuser füi Unheilbare | allein; den Juden und der Judenhe t in Amerika keinej Zukunft siAern — soll diese Zukunft gesiAert werden, so sind'eine gesündere Kost und eine bessere Pflege nötig, und zu dieser können wir allein auf dem Wege der jüdisAen Jugenderziehung gelangen. Nun sollte man mei ten, daß das allenthalben erwaAte Interesse für Erziehung eitel Freude aus- (ösen würde. Statt dessen sehen wir Überall EnttäusAung, ja Verzweifle ng. Wo sind d:e AnzeiAen. der verheißenen jüdisAen Renaissance? Wo ist das neuerwaAte Interesse der Jugetjid für jüdisAe Dinge? Der alte Cheder hat trotz vieler handgreifliAer Mängel gfoße Charakt(efe hervor-l gebraAt/ wo aber sind [die großen jüdisAen Per-j SönliAkeiten, welAe die verbesserten Methoden! jng heryorgebraAt haben?« rt Br. Minkin1 fort <— die Irian befürworten. Gewiß, keine Pädagogen/ sAon {dieser bloße Name hätte ihnen seltsam im Ohre geklungen. Aber irgendwie wußten sie instinktiv den Weg und die Methode, um die jüdisAe Erder heutigen Jugenderzieh IA will niAt — fäl Rückkehr zum alten SAli unsere Vorfahren wäre z'iehung wirkungsvoll zu mit wahrer LeidensAaft gestalten. Da sie selber am Judentume hinten, so verlangten sie dieselbe Begeisterung auA von den Lehrern ihrer Kinder. (Und in dieser Erwartung erlebten sie selten eine i EnitäusAung. Die jüdisAe Erziehung krankt an einem Zuviej 'an VerweltliAung. Der jüdisAen SAule von heute fehlt die Wärme. Es fehlt der göttliAe Funke jüdisAen Lebens, der* den Cheder von einst zu einem Heiligtum j in Israel maAte. Es fehlt jene geheimnisvolle MaAt, welAe die SAule von einst!zu einer Kraftquelle des jüdisAen Idealismus maAte. Die Entwicklung zur jüdisAen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.