Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 11 - November
- Date
- 1930-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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t Jnji Jugend in der Loge! <Bericht des Komitees für auswärtige Logeinjugend) Von . Margaiete Fried. I -I- Logenjugeuc aus allen Teilen unseres deutschen Vaterlandes hält sich zum Studium oder aus beruflichen Gründen in Berlin auf. Sei en nur bietet sich die günstige Gelegenheit, bei Verwandten zu Möglichkeit Ge engere Familiet sh wer, Gründe wohnen, noch seltener aber wird von der »auch gemacht, mit^ Verwandten n Berlin >ande anzuknüpfen. Nun ist es ja nicht für die Einstellung der Jugend, Besuche bei Verwandten mich Möglichkeit einzuschränken, geltend zu machen. Es wild manchen Onkel oder manche Tante geben, die sich den helfen oder die Nichte »ganz anders« vorgestellt haben. Unterschiede in der Lebensauffassung von Alter und-Jugend sind nun einmal vorhanden ubd treten im Hause der Verwandten oft. unangenehm in i die Erscheinung. Dieter Erkenntnis haben wir Schwestern Rechnung getragen, als wir uns auf Anregung von Schwester Minna Schwarz zur Beratung zusammersetzten, die cjas Wohl und Wehe der' auswärtigen Logenjugend betrafenL Einig waren wir uns in der Auffassung, daß unsere Millionenstadt nichts üb ig hat, um dem einzelnen überfahrenen aus -der Kleinstadt liier gelandeten jungen Mendchen Wegweiser zu Werden. Eir Problem galt es zu lösen: jungen Menschen Pamilienanschluf bieten, ohne sie mit dem zwar nicht böse gemeinten, aber i er Jugend doch so verhaßten »Familienklatsch zu belasten. Wir erließen einen kurzen Aufruf an die Schwestern im Reich in unserer »Logenschwester«, deuteten unser Vorhaben an. und der Er rolg war ausschlaggebend für den Aufbau dieser neuen Sc twesternaufgabe. Zahlreiche Zuschriften aus allen Teilen de s Reiches gaben. uns die Adressen der in Berlin weilender Logenjugend an, und wir konnten zu einer ersten Zusamm mkunft schon ca.‘ 40 Einladungen herausschicken. Allen Schwestern, die bei dieser Zusammenkunft anwesend, . waren, wird der Eindruck unvergeßlich bleiben, den die heitere Geselligkeit im Kreise der Logenjugend, die sich bisher nicht gel annt hatte, machte, lieber der Aussprache, die dieser Aberd bezweckte, standen unsichtbar die Ideale des Ordensgedai ikens: Wohltun, Brüderlichkeit, Liebe. Keine weltanschauliche! i Gegensätze, keine religiöse Sondereinstellung fand Platz inmitten einer Jugend, die aus dem Elternhause den Logengedanken des Zusammenschlusses mit 'hinausgenommen hätte ins Leben. Wenn aud i dieser Veranstaltung Monate folgten, bis wir wieder die Logenjugend zusammenriefen, so waren doch gerade diese h lonatescheinbarer Untätigkeit reich an Erfahrungen, wie unsere Arbeit mit der auswärtigen Logenjugend sich weiter entwickeln sollte. Es gelangten an uns von seiten der Mütter und von seiten der Jugend Anfragen betreffend Unterbringung in geeignete Berufe; Wohnungsmöglichkeiten, Familienanschluß, Zum Laubhüttenfest waren wir wieder mit der auswärtigen Logenjugend zusammen, und es stellte sich heraus, daß die hiesige Logenjugend die Aufgabe, die wir Schwestern uns gestellt haben, erkannt und bewertet hat. Ca. 100. junge Menschen, die Söhne und Töchter der üroß-Berliner und der auswärtigen Brüder und Schwestern waren zu fröhlichem Tanze vereinigt Die hiesige Logenjugend ließ es sich nicht nehmen, in wahrhaft brüderlicher und schwesterlicher Art sich der, »Auswärtigen« anzunehmen, und sie erklärte sogar ihre Bereitschaft, M. 10.-«- für einen Klavierspieler zu opfern, damit getanzt wurde. Da, Wo sid| gleichaltrige junge Menschen zusammenfanden, sind sie von Unseres Schwestern in ihre Häuser eingeladen worden. Hierblei legin wir Wert darauf, daß die Jugend, die rituell lebt, in rituelle Haushaltungen eingeführt wird. Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß. ein junger Gärtner aus Hamburg, '1er hier bei Berlin seine Lehrjahre verbringt, eine unserer Schwestern dringend aufforderte, den Besuch, den er in ihrem Haute gemacht hat, zu erwidern, um ihr zu zeigen, wie starjk ihn seine Arbeit ausfülle. Wenn es auch unsere Absicht.ist, stets zu den Feiertagen der auswärtigen Logenjugend Festtage zu bereiten, so wird es sich nicht umgehen lassen, dafj wir zum Ausbau unserer Arbeit eine Art Beratungsstelle für die Kinder unserer Brüder und Sdiwestern im Reich einrichten. Eine ganze Anzahl dieser jungen Menschen haben hier in Berlin aussichtsvolle berufliche Posten inne, und sie weiden unseres Rates und unserer Kenntnisse bedürfen, ändert wieder sind mit ihrem möblierten Zimmer unzufrieden, linden aber nicht die Zeit, ein geeigneteres und vielleicht billigeres Zimmer zu suchen, und wieder andere brauchen unseren Rat in Fragtn ihres, jüdischen Erlebens. Hier setzt unsere Schwesternarbeit ein. Wir sind dem Distrikt von Herzen dankbar, daß er unsere Aufgabe erkannt und mit einer kleinen Geldsumme unterstützt hat * Die Schwestern, die sich in engster Arbeitsgemeinschaft in unsere neue Aufgabe eingefühlt haben, haben an reicher Erkenntnis der Idee des Logengedankens gewonnen. Die Jugend aber, die in dieser Aufgabe aktiv und passiv mit uns arbeitet, erfühlt im Logengedanken Lebensnahe. Ans Amerika. LXXX1X. »L'nai Magazine«, März/April 1930. Selten lat unser Ordensorgan so wertvolle Nummern au gewiesen, wie die beiden vorliegenden. Um mit dem Aprilheft zu beginnen: dies — kunstvoll ausgestatiete — Heft ist als Festschrift zur -dreißigsten Tagung der Konstitutions-Großloge <die alle fünf Jahre Zusammentritt) gedacht und enthält demgemäß einen bis ins kleinste eingehenden Rückblick auf die Ereignisse im Leben des Ordens und auf seine Leistungen. Aber nicht nur die Geschichte des Ordens, sondern auch des Gesamtjudentums im letzten Jahrfünft findet auf den Blättern dieser 214