Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 11 - November
- Date
- 1930-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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von Max SAeier mit 4 charakterisiert worden, dachte wie Goethe hoch nisationen der Gesel; Wiederkehr solcher unberücksichtigt bleiber. Vielleicht ist es später einmal möglich, dieses 'ehlende wichtige Stück von Rathenaus Weltanschauung noch gesondert nachzutragen. Rathenaus eigenti mliche Einstellung zur Religion ist anläßlich der Gedächtsnisfeier, die die Universitär Köln <übrij;ens als einzige deutsche Universität) am 16^. Juli 1922 für ihn veranstaltete, einigen treffenden Worten SAeier sagte damals: »Er von dem großen historisAen Tat.« In diesen Wo: steckt angedeutet, daß und Moral <im übrige zwisAen der Religion nisationetr gezogen ha ften SAelers ist bereits verfür Rathenau zwar, Religion i auA Naturempfinden) zu- und ihren kirAliAen Orga DoA bevor wir auf diesen Punkt des näheren cingehen, muß zunäAst ein grundsätzliAes Wort :u Rathenaus LebensansAauung gesagt werden. . < . Rathenau steht h der Reihe der Philosophen philosophisAen Zunft außer Max SAeier freiliA niemals eigentümliA es schwer ist,‘ihn in eine — <er wurde von de von seinem Freund reAt ernst genommen) — an so exponierter Stfelle. daß es sAwer »RiAtung« oder gar »SAule« einzurjrihen. Er stand, ein SAüler Di theys, jedenfalls in gewissem Zusammenhang mit c er sogenannten Lebensphilosophie, und wenn m; n sein Werk aufmerksam und liebevoll durAarbeitet so werden einem Anklänge an die Romantiker, zn NietzsAe*und sogar, an die neuere Tiefenpsy'Aof 3gie von Freud und Adler niAt entgehen könnsn. <Zu den beiden letztgenannten vergleiAe een »Traktat vom bösen Ge-j wissen« und das fibAinteressante Essay »Von SAwaAheit, FurAt und Zweck«.) Am ähnliAsten sieht der Rathenäusc ten Philosophie noA die Lehre des vielleiAt größter -lebenden Philosophen Ludwig Klages. FreiliA liejt bei Rathenau der Akzent mehr auf der religiös-transzendentalen Seite, während bei Klages me ir das sAIiAte NaturgesAehen an skh im Mittelpunkt des Lehrgebäudes stehr Wie Klages sAIießliA die große Antithese »Geisi Zeitalter des Glauben» und der kirAliAen OrgasAaft, aber er hielt eine Zeiten für ausgesAlossen.« Und ein StückAen wteiter heißt. es in derselben Rede: »Gegen SAle ermaAers Bestimmung der Religion als des Gefühls sAÜAt-inniger Abhängigkeit fordert er mehr Aktivität und Würde des MensAen. vor der Gottheit und ebenfalls im Gegensatz zu SAleiermaAer, der Religion und Moral bis zur vollständigen Trennung gesAieden hatte, engste Verbindung von Glaube/Gesinnung und sammengehörten, daß «r aber eine strenge Trennung, und Leben« herauskristallisiert hat, wobei er skh mehr auf die Seite des Lebens stellt, so zieht siA auA durA Rathenaus WeltansAauung der rot< Faden eines Gegensatz-Paares, das er meist »In» tellekt und Seele« nennt, allerdings bisweilen auA statt Intellekt denselben Ausdruck »Geist« gebrauAend. Trotzdem es so den AnsAein hat, als ob Rathenau itn Gegensatz zu Klages, der den Willen als Hauptkriterium des: Geistes ansiehr, mehr den Intellekt in den Vordergrund stellt, so fehlt es doA niAt an deutliAen Hinweisen, daß auA Raihenau den Willen als Exponent des Geistes und als lebenseinsArlnkend betraAtet hat. Es würde viel zu weit führen, Belege hierfür aus Rathenaus SArifren im einzelne^ zu zitieren. Die Grundlagen seiner WeltansAaiiung hat Walther Rathenäu in seinem groß atfgjelegten Hauptwerk »Zur MeAanik des Geistes« diedergelegt, eines j der am wenigsten gelesenen utjd doA interessanj testen und wiAtigsten BüAer unserer EpoAe. Dieses Werk trägt, wie aus d'nem SAreiben an Sabine Lepsius hervorgehr, durAaus in seinem Sinne nunmehr den Untertitel »Vom ReiA der Seele«, den »versAwiegenen Namen des BuAes, den iA niAt auf seine erste S^ite setzen wollte«, wie es in dem Brief heißt. Raihenau hat siA ver» mutliA gesAeut, das Wort »S^ele« auf das Titelblatt seines Werkes zu serzeti, weil »Seele« in seinem Sinne gewissermaßen der, Sitz des transzendentalen Empfindens im MensAen ist, also ein Etwas, das siA eigentliA niAtj reAt philosophisA definieren läßt. In einem Brief1 an Dr. Wittenstein vom 2 Juni 1914 lehnt er denn auA die von ihm verlangte Definition mit der treffenden Bemerkung , ab, für ihn bedeute die »Definition« eines erlebten inneren Vorganges wenig. Wir können es uns niAt versagen, die eigen* artige RathenausAe WeltansAauung mit den telegrammartig kurzen Ausführungen darzustellen,’ mit denen er selbst inf einem Ejrief an Dr. Paul Eberhard vom 12. Juli 1915 seine Stellungnahme Umrissen hat. Es heißt dort:; »Meine Vorstellung ist etwa die; Der MensA.steht an def Grenze zweier Welten. , - In der Welt des Denkens ist er alt und erfahren / sie beginnt von ihm abzu/allen. In der f Welt der Seele ist er kipdliA neu und jung, er tastet SAritt für SAritt voj^wärts. Die Welt des Denken! ist geordnet naA eien Prinzipien von Raum und Zeit/ sie steht unter der gedaAten Ordnung der Entwicklung. Die Welt der Seele ist Erfüllung/ sie bedarf der gedankliAen Ordnung niAt mehr. 206