Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 11 - November
- Date
- 1930-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Geschehens, über Verhetzungen, Torheiten und Brutalitäten, über all; Abrüstungsersdiwerungen und Minderneitsbedrüc lungen drängt die Zeit in ihrem tiefsten Wesen dodi einer höheren Einsicht entgegen. Sie wird sich durchsetzen, weil ihre Nichtbeachtung.— Weltzen -ümmerung bedeuten würde. Ideen werden über Iiteressen siegen. Während früher der Sieg bei de i stärkeren Bataillonen war, wird er in Zukunft b:i der höheren Einsicht, der tieferen Erkenntnis sei l. Unsere Gegner h; tben uns in der Vergangenheit — wir brauchen jar nicht so weit zurückzudenken — schon des öfteren geholfen: durch ihre eigene Uneinigkeit, durch die Sinnlosigkeit ihres Wollens, durch ihre Zersplitterung. Wir selbst müsser fein Uebriges tun. Uns ist die große Aufgabe ges :ellt ‘— jedem einzigen unter uns — der schwerer Situation der Gegenwart durch Takt, durch Mut, durch Tapferkeit, durch Besinnlichkeit, durch \ Verbreitung von Erkenntnis zu begegnen. Darum keine Verzagtheit! Wir handeln, wenn wir als wahre Brüder uh; eres Ordens uns erwfeisen, im Interesse von Vaterlane, Judentum und Menschheit. . Es gilt Schweres zu überwinden. Ein böser Schlag] ist gegen das Aufbauwerk in Palästina geführt worden. * Die englische Regierung hai die Balfour-Deklaration in ihren wesentlichsten Punkten außer Kraft gesetzt. Auf der Grundlage ces Berichtes der englischen Regierungskommission (Simpson-Bericht) wird die Einstellung der jüdische 1 Einwanderung und Verbot des Landverkaufs verfi gt. Ferner wird die Einsetzung eines Geset ^gebenden Rates angekündigt. Die Geringfügigkeit der jüdischen Sitze jüdischen Einfluß zu Bemken lassen. Vorgehen mit der arabischen in reform zur Behebung c verkaufe sollen der Regierung unterliegen. diesem Rate würde deutungslosigkeit herab:; Motiviert wird das Arbeitslosigkeit. Die Regierung plant eine Agrar- : er Bodenknappheit. Boden- Kontrolle der Palästina« Es soll Raum geschaffen werden für neue Ansiedler, nicht allein für jüdische Einwanderer, sondern! auch für ‘eine arabische Klasse von Landlosen. Als Protest gegi gierung legte Dr. Cha Vorsitzender der Jewisl Felix M. Warbur dieses Vorgehen der Re- Weizmann sein Amt als Agency nieder, trat von seinem Amt als Obmann des Adminislrativ-Komitees zurück. Er bezeichnete das Vorgeien der Regierung als einen Verrat an der Engianc übertragenen Aufgabe. Lloyd Georges kennzeichnete es als den Wider- Er befürchtet, Welt von einem ruf eines feierlichen Versprechens. Idaß man wieder in der ganzen i »perfiden Albiohc sprechen werde General Smuts ' forderte die Innehaltung einer verpflichtenden Politik [auf der Grundlage der Balfour-Deklaration. j Der Zionisten* Kongreß wurde für Februar 1931 leinberufen. Weizmann ermahnt^ alle Anhänger | der Idee Palästinas zur Disziplin, ^um Zusammen« | Schluß, zu tatkräftigem Handeln. Er erinnerte daran, idaß aus eigener Kraft eine Landwirtschaft, aus |e i g e n e m Fleiß eine . Industrie, aus eigenem Geist eine Universität geschaffen sei. In Europa und Amerika wurden stark besuchte, stürmische {jüdische Protest-Versammlungen uhgehalten. Es ist und kann nicht Aufgabe dieser Zeilen sein, in eine politisch-kritische Würdigung aller der Vorgänge und Geschehnisse ein^utreten, die mit dem Vorgehen der englischen Regierung in Beziehung stehen. Aber dies soll ausgesprochen werden: Wie man auch sojist dem Problem Palästina gegenüber einge* stellt sein möge —- in allen jüdischen Herzen wird die Feststellung Felix M. Warfourgs Widerhall finden, die in seinem Demissions-Gesuch zum Ausdruck gekommen ist: Millionen von Pfunden sind ins Land gebracht worden, ein gewaltiges Maß vom Arbeit für Verbesserung dfer Gesundheitsverhältnisse, Aufbau jüdischer Kolonien, Förderung van Landwirtschaft, gekrönt von geleistet worden. Trauer mischt sich der En auch die Hoffnung und Zuversicht, nicht verloren gehen werden. titüstung bei, aber daß solche Worte / Von der alltäglichen Judenriot in Polen, in Rumänien zu sprechen, muß zurücktrfeten hinter, den aufrührenden Begebenheiten des aktuellen Geschehens. Es gilt Schweres zu überwinden. Aber Juden haben es Schulung gelernt, Schweres zu überwinden. tausendjähriger I Industrie, des Erziehungswesens der Hebräischen Universität — ist! Ausrottung der Malaria, Verbesserung der Lebensverhältnisse, Straßenbau, Entwässerung und Aufforstung, Werkstätten und kleine Fabriken, Ausbau der Elektrizitätskräfte, Verwertung der Naturschätze des Toten Meeres — alles dies sind Errungenschaften, die jüdischem Idealismus, jüdischer Tatkraft zu danken sind. —?04 —