Mannheim
Compact Memory

Der Orden Bne Briss · 1930-11-01 · Nr. 11 - November · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 11 - November
Date
1930-11-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/6727475-6029149-6074837--2496-4869086
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nummer 11. Berlin, November 1930. ^Utteüuti^n ^jin (Singsfragettev fttvtin. Stflnui IJnlafl Der CtDjlogr. ftnxan: SD 62, SlrtDDiage 12. ffitUpIjini: Jurt $ 5, farbatofla 4619. Doltyfyti Batfjbruife fämfltdier Hrtthel au» triefen Sttttetlunnen berboten. ftjunrto: gcrltn 16383 taäalts Jadennot. - Walther Rathenaus Stellung zur Religion und zum Judentum. — Briefe an den O. B. B. — Kürzt Denkmal. — Aut der Tätigkeit des Hilfsvereins der Deutschen Juden. — Logenabende für auswärtige Logenjugend, den Süddeutschen Monatsheften. — Jugend.In der Logei — Aus Amerika. — Zeitschriften anderer Distrikte. — Büch^i Büro der Oroüloge. — Mitteilungen. Uebersicht. — Ein — Die Judenfrage lis rachau. — Aus dem Judennot. Von Alfred Goldkcbmidt. Es gilt, Schweres zu' überwinden. r Die Sinnlosigkeit des Krieges, der, abgesehen von seiner moralischen Verwerflichkeit, schon längst kein lohnende^ Geschält mehr auch für die so« genannten Siegerstaaten geworden ist, zeigt sich immer mehr und überall 'in den drückendsten Formen. Die, Kleinheit der Erde wird immer offensichtlicher, nicht bloß dadurch, daß man sie in ungefähr drei Wochen umfliegen kann, sondern auch dadurch, daß die Wirtschaftsverhältnisse eines Erdteiles die anderen nicht unberührt lassen. Wirtschaftskrisen — Weltkrisen. Fast in allen zivilisierten Ländern herrscht erschreckende Arbeitslosigkeit. Die Alten, die noch arbeiten könnten, sind vom Wirtschaftsprozeß so gut wie völlig ausgeschlossen, die Jugend steht vor Aussichtslosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Die kaufmännischen ‘Berufe bieten wenig Verlockendes. Aus Verzweiflung studiert man. Ein Teil unserer tüchtigsten j'ungen Menschen wandert aus, um nur irgend eine der wenigen gesetzlichen Möglichkeiten des Aufbaues auf . Uebersee zu erwischen. Schuldlos werden viele der selbständigen kaufmännischen Existenzen in den Abgrund gezogen. Der Drude ist groß, wobei man die umstrittene Frage ganz außer acht lassen kann, ob die Reparationen überhaupt das Wesentliche der Leiden ausmachen. Genug — sie sind da und sie drücken —- vielleicht mehr noch mit ihrem moralischen Drück der Ungleichheit, der Ungerechtigkeit, der Wehrlosigkeit, des »Ver+ sklavungsgedankens« auf 60 Jahre.! ' In der allgemeinen Verzweiflung haben 67» Millionen bei den Reichstagswahlen gegenüber den bestehenden Verhältnissen «in: Nein|! ausgesprochen und 107 Menschen sind ihre Exponenten. Ihr positives Programm ist Phantasie, es zerflattert bä den ersten Auswirkungen, die Methoden ihrer Politik sind Verhetzung, Ungestüfjn, Ueberrennen,' Rücksichtslosigkeit. j In diesem: Nein! sind als (pbjekt die Juden mit eingeschlossen. Vielleicht nur bei tinem Teil, vielleicht nicht einmal bei der Mehrheit, aber wir müssen es aussprechen: es hat viel: nicht gehindert, die umgebenden Verhältnisse mit ihrem Ndn abzulehnen, trotzdem sie j sich bewußt sein mußten, daß mit ihrem »Program|n« die Jujden die schwerst Betroffenen sind. | ( Diese Situation stellt! die deutschen Juden, trotzdem sie durch Verfassung, durch Rechtsanspruch, durch Geltung bei großen politisch < ungeheuren Fortschritt gegenüber . heit zu verztidhnen haben, vor en Parteien einen der Vergangenschwerwiegende Aufgaben. Eine Erkenntnis dajrf ausgesprochen werden, die vielleicht den Wert einer Prophezeiung beanspruchen darf — wenn män sich gewöhnt, in großen geschichtlichen Epochen nicht kurzfristig zu denken —: über alle Sinnlosigkeiten politischen - 203 -

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.