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Der Orden Bne Briss · 1930-10-01 · Nr. 10 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 10 - Oktober
Date
1930-10-01
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
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nicht unmittelbare Anwendung finden können, so herrscht doch heute Einstimmigkeit in allen an dieser, Frage interessierten Ländern und Kreisen: Intensive Berufsschulung und Berufsumschichtung für die jüdische Frau, das jüdische Mädchen. Aus den Ant- Worten *äüf gut gestellte Fragen an 225 jüdische Sektionen in U. S. A. geht ziemlich übereinstimmend hervor, daß den jüdischen Mädchen eine »völlig soziale und erzieherische Neueinstellung nottut« <Philadelph<a). »Die Mädchen selbst sollten weitere Gesichtspunkte betreffs ihrer Zukunft einnehmen. Zu viele jüdische Mädchen betrachten eine Anstellung als Stenografin als <lie höchst mögliche Form der Beschäftigung« <St. Louis). »Das jüdische Mädchen muß den verschiedenen Zweigen der Fabrikarbeit zugeführt werden, muß für den Verkäuferinnenberuf besser ausgebildet werden«' Was Dr: jur. Rebecka Zadik, Hamburg zu dieser Frage auf dem Weltkongreß in prägnantester Form gesagt hat, sei hier auszugsweise wiedergegeben. Sie stellt die grundsätzlich wichtige Frage nach der Einstellung der jüdischen Eltern zum Berufner Kinder: »Sie wollen ihre Kinder geehrt und geachtet, versorgt und gesichert in Berufen stehen sehen, die Selbständigkeit, gutes Auskommen und Möglichkeiten zum Vorwärtskommen gewährleisten . Die Kinder, sollen es besser haben; als sie es selber gehabt haben, alles was die Eltern (an Entbehrungen, Enttäuschungen, Schicksalsschlägen erlitten haben, das alles soll ihren Kindern erspart bleiben. Das vom Schicksal gezeichnete Leben der jüdischen Gemeinschaft läßt eben diejenige selbstverständliche Lebensbejahung nicht zu, wie sie bei den nichtjüdischen Eltern anzutreffen ist, die ihren eigenen gegebenen Lebensst^nd als ebenso selbstverständlich auch Für ihre Kinder hinnehmen«. Diese Einstellung dürfen wir uns heute weniger leisten,! denn je. Darum fprt1 mit adler hemmenden Sentimentalität unyl datum Ausbildung unserer Jugend für aussichtsreiche; produktive] Berufe. Sir stehen noch zu sehr im Strome der Entg, um eine solche ■ Betrachtung über die Frau im Wirtschaftsleben! abschließen zu können mit dem Versuche, ihre Eignung und Bewährung zu bewerten unddas Schlagwort vom »Typenwandel der modernen Fraii« auf seine Berechtigung hin zu prüfen. Die tifcfere Betfeutung der Umgestaltung des Frauendaseins wird erst später; sichtbar werden, wenn der geschichtliche Prozeß die Gesinnungen und; Ideale I der besinnlichen Generationen unserer Eltern und Großeltern mit den radikalen Strömungen unserer schneilebenden; Jugenq verschmolzen hqben wird zq einer gesicherten Einheit der Lebensgdstaltt ing. An dieser Verschmelzung bewußt mitzuart eiten, d. h. den geistigen und ethischen Sinn des Le bens hochzuhalten und ihn btji allem Verständnis für dije Notwendigkeit * realer/praktischer Lebensgestaltung und harten Lebenskampfes zu sicherer, st irker Wirkung kommen zu lasken, ist vomehirtste I flicht der zwischen den Generationen stehenden Flauen unserer Zeit. Sie sollte 1 als eine der veran iwortl chsten Aufgaben der Schwestern werden. in uns :rem Orden * erkannt. * : 191

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