Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 10 - Oktober
- Date
- 1930-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Guropas zu den Messen oder Märkten zusammen« geströmten Kaufleuten das auf dem Markt eingenommene Geld in eine beliebige andere Sorte Geldes umtauschte. Wenn man bedenkt, wie vielfältig im Mittelalter das Geldwesen Europas zerklüftet war, so wird man einen Begriff davon bekommen, welche Möglichkeiten dieses Geschäft bot. Die »banco« stellte die erste Sorten- und später auch Devisenbörse dar, da man allmählich dazu überging, auch die Wechsel bekannter Handelsfirmen anzukaufen. Man sieht also, daß der Uranfang des Börsenwesens wiederum nicht der Sucht nach Spekulation entsprang, sondern einem wohlbegründeten Interesse des Kaufmannsstandes. Die Entwicklung der »Nomadenbanken« zu feststehenden Banken läuft gleich mit der Entwick- 3 die Makler und Kaufleute Berlins zu einer »Morgen» sprache« ,im Börsengebäude unter, der Bogenlaube an der Stechbahn zusammen kamen. Jeden Dienst tag und Sonnabend wurden von drei Maklern Kurszettel über die Wechselkurse und Geldsorten herausgegeben^ Von einem Umsatz in Wertpapieren resj>. von'einer Effektenbörse konnte allerdings damals noch nicht die Rede sein, weil es zu jener Zeit in Preußen überhaupt noch keine Wertpapiere gab. Erst als nach langen Kämpfen, bei denen sich insbesondere die Kaufmannschaft als G e k n e rin der Gründung von Banken zeigte, hunderts die ersten g a t i o n e n ausgegebei 1 gögen £inde des 18. Jahr» s f a a 11 i.c he n . O b fielen,. als die See« wurden. - h a n d 1 u n g und ein! \e andere Kreditinstitute, Franz Mendelssohn, der Sohn des Begründer» des Bankhauses Mendelssohn Co., 1881 bis 1886 Vorsteher der Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin. v- Joseph Mendelssohn, - * Sohn des Philosophen Moses Mendelssohn. Er gründete 1805 zusammen mit seinem . Bruder Atiraham das Bankhaus Mendelssohn <i Co. inl . Berlin. , ' •' iung der .»Nomadenbörsen« zu feststehenden Börsen. Eine Börse konnte eben nur da entstehen, wo sich eine Reihe von Banken niedergelassen hatte. So, wie die »banco« entsprechend ihrem Namen -zuerst in Norditalien, in Florenz, Genua und Venedig, auftauchte, so wurzeln die Anfänge des Börsenwesens in Italien, außerdem in den Niederlanden und in Frankreich. Das kulturell früher und höher entwickelte Süddeutschland, das den genannten süd« und westeuropäischen Märkten am nächsten lag, machte für Deutschland den Anfang, wenn man von Hamburg absieht, dessen Geschäftsverkehr mit den Hansa^taaten, mit den Niederlanden und England schon im Jahre 1558 zur Eröffnung einer Börse führte Die bedeutende Frankfurter ö r s e entstand Mitte des 18. Jahrhunderts etwa zlu gleicher Zeit mit der Börse zu L e i p z i g. Die hleute bedeutendste deutsche Börse, die zu Berlin, führt ihr Dasein auf das Jahr 1761 zurück, in dem vornehmlich die Land: sien, Pommern, W e s t p re u ße n, Osr preußen sowie in entstanden, konnte sich :in regulärer Börsenverkehr entwickeln. Das erste Berliner Börsenpapier dürfte die A k t i e der Kön Iung gewesen sein, 1 200 000 Talern fast Preußischen Staates war, ins Publikum. Diese bildeten zusammen mit sehr'bald die Aktien der errichteten Tabaks - R die der Zuckersie Seilschaft Und die chaften in Schle- Kur-undNeumark i g 1 i c h e n ’S e e h a n d - deren Aktienkapital von j anz in den Händen des Lediglich 300 Aktien zu 500Talem, im ganzen : Iso 150 000 Taler, kamen 3p0. Seehandlungs - Aktien den Pfandbriefen der fünf erwähnten landschaftlichen Kreditinstitute den Grundstock des Berliner Börselkurszettels. Hinzu kamen von Friedrich dem Großen »gie-Gesellschaft, de.rei-Akiien-Ge» der Emden er Herings-Compagnie, dazu die Staats» schuldscheinePr <: u ß e n s sowie die öster- 177