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Der Orden Bne Briss · 1930-09-01 · Nr. 9 - September · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 9 - September
Date
1930-09-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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eines sich entwickelnden Geists in Beziehung gesetzt werden können, in das Erleben, die Gesinnung und die Schaffenskräfte dieses Menschen mit dem Ziele einer geschlossenen, objektiv leistungsfähiger voll genießenden Persönlichkeit scheidende, daß hier des Menschen Seele nicht nur e rlebensfähig gemacht seine Kräfte,zu obfür objektive Kulturwerte werden soll, sondern daß alle jektiv wertvoller Kulturl e i s t i n g angetrieben und befähigt werden müssen. und sich selbst lust- Das ist das Entals höchstes Bildungsziel Das heißt: Gestalte Dein Persönlichkeit, indem Du di lufstellt: »Introcipere! Ich mikrokosmisch zur dn Dienst lür die Nicht- Ich-Werte Deinem individuellen Selbstwerte einverleibsf« <W iHiam Stern: Person und Sache, Bd. II. Die menschliche Persönlichkeit) So wird das Individuum wieder verknüpft, ja verkettet mit der Welt, die außer ihm ist, mit den Dingen und den Menschen Ja, es erhebt sich aus jenem Bildungsideal geradez 1 die ethische Forderung dieser Verbindung und danit die der Ausein» Mit dem Glauben an die alleinseligmachende Gewalt der Wissenschaft ist die Grundlage unserer geistigen Existenz ins Schwanken geraten,-ja mehr, unser Verhältnis' zur Welt, unsere Stellung im Kosmos scheint Erschüttert and bedarf —* unsp- Selbstbewußtsein und unser: Vitalität verlangen darnach — einer neuen Fundierung. An Stelle der theoretischen Gewißheiten, die man zu haben glaubte und die man in letzten Dingen doch nicht erlangen kann, muß die praktische Arbeit, die mutige Tat des ganzen Menschen treten. So verlangt Max S c h e 1 e r <Srellung des Menschen im Kosmos) geradezu den Selbsteinsatz der Person : »Erst im Einsatz dertferson ist die Möglichkeit eröffnet, um das SEh des durch sich Seienden auch zu wisse n« E nen Glauben erfordert auch dieser »Einsatz der Person«, ganz gewiß, den Glauben an den Sion des Lebens, aber den Mut und die Kraft zu solchem Glauben müssen wir aufbringen, wenn wir nicht unsere innere Haltung völlig verlieren wollen. Da 3 etwas Unbedingtes, Absolutes, Ewiges, Göttiines, wie wir es'immer nennen wollen, in uns wiiksam ist, müssen wir anerkennen, müssen durch ciese Anerkennung das an sich Sinnlose als Sinnhai tes erleben, müssen an die Heiligkeit, an die Göttlichkeit des Menschen glauben, des Menschen, der die Welt da draußen, der alles Seiende durch Willensentschluß in sein Inneres hineinzuholen und dadurch zu überwinden vermag. Das ist s, was der moderne Philosoph, der moderne Päc agoge und Psychologe andersetzung von Mensch zu Mensch. In dieser Auseinandersetzung wird eine besondere Rolle djas Verhältnis der Erwachsenen zur Jjugend spielen müssen. Nur mit dem Gefühl der ungeheuren Verantwortlichkjeit wird man an dieses moderne Erziehungsproblem herantreten dürfen,j und nur mit* der tiefen Erkenntnis von Wesenj und Wert der Jugend wird es gelingen, sie zu Igewinnen und sie einzugliedern in die Gemeins diaft, in der und durch die sie schließlich erst wirkenj ihre Kräfte entfalten, ihre IdEen realisieren kann- Denn mehr denn je bedeutet heijte Mensdienformuijg eine Erziehung für die sozialen Gebundenheiten,! für Familie, Arbeitsverband, für Gemeinde, Volk, Staat und Religipnägemeinschalt. In unserer Zeit, <jla das Problem der Masse unser Leben beherrscht, kann das Individuum nicht isoliert, nur für siep und von sich aus gebildet werden, sondern immer! mit Beziehung zur Gemeinschaft. Jene ethisdje Forderung William Sterns, den Dienst für die Ff icht-Ich-Werte dem individuellen Selbstwerte einzuyerleiben, bedeutet nichts anderes, als eine Bildung und Erziehung zur verantwortungsbewußten, opferwilligen Persönlichkeit, die bereit |st, ihre besten Kräftp iri den Dienst eines großefi Ganzen zu stellet und .dadurch den Sinn ihres j eigenen Seins zu erleben. »Nicht auf persönliche Bildung, sondern auf den persönlichen Einsatz kommt es an,c sagt F r i t.z K 1 a 11. In der Tat ist darum Gern e i n s c h a f ts e r z i e*h u n g in diesem Sinne die Qrurtd f o'r derung aller modernen pädagogischen Reform. Lü lit diesen modernen Erziehungsproblemen sollten sich unsere Lpgen mehr als bisher beschäftigen. Vor allem ist für uns die Erziehung zur Gemeinschaft von größter Bedeutung, die Erziehung zu unserer Gemeinschaft Es ist die Zukunftsfra^e unseres OT^ens, in welchem Maße es unjs gelingt, junge Menschen mit unseren Idealen zu erfüllen, in ihnen das iGefühl der Verantwortung und den Willen zur Opferbereitschaft zu wedeen uhd zu stärken, daß |sie zu unserer oder auch einer1 ähnlichen Gemeinschaft hinstreben, um im Verein mit andern für aie Allgemeinheit zu wirken. ,Aber auch innerhalb unseres Bjundes wird die Erziehung zur Gemeinschaft immer wieder gefordert werden müssen. Doch für welche< Gemeinschaft? Hier offenbart sich wiederum die Besonderheit und die Schwierigkeit unserer Aufgabe. Was erstreben wir? Erziehung zur Gemeinschaft dies Juden? Des Deutschen? Des Menschen? Verstehen wir »Jude« als religiöses oder als nationales Individuum? Be» 150

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