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Der Orden Bne Briss · 1930-07-01 · Nr. 7/8 - Juli/August · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 7/8 - Juli/August
Date
1930-07-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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jene Geihren aus der Zukunft zu machen berufen sind, schichte, die Eure Söhne und Töchter kleinen Büchern lernen werden. In jeder Minute wird Geschichte gemacht. Hier habt Ihr zum Beispiel ein kür dich stattgefundenes Ereignis, das; Euch allen bfkannt ist, und das 'Ihr in keinem der Bücher findet —1 Eines Abends entschließt sich in Amerika ein junger Mann von 25 Jahren, ein tapfere* Flieger, der ein sehr gutes Flugzeug und einen vorzüglichen Kompaß hat, am nächsten Morgen na<h Paris zu fliegen. Er sagt seiner Mutter Lebewohl, schläft drei bis vier Stunden, und schon sitzt er am Steuer! Und das Flugzeug fliegt davon, es j fliegt, fliegt. Ueber Amerika, über die Inseln desi weiten Oze ans, durch Wolken, in der Sonne, durch Nebel, in der Nacht. Noch einen Tag — noch eine Nacht Dort unten, in Le Bourget, erwarten ihn Tausende von Menschen, in Freude, in Angst . . . und zur festgesetzten zu Stunde gleitet der amerikanische Voge anspruchslos auf die Erde Frankreichs nieder. Auf diese Weise hat Carl Lindbergh leise und Geschichte 30, in 60 Jahren zu lesen bekommen? Ihr, meine Kinder, seid es, die die Handelnden dieser letzten Seiten sein werdet. Eure Geschichte wird es sein, traurig oder heiter, und alles was. d^rin von Häßlichem und Großartigem berichtet wird, wird Euer Werk sein. : , Wohl möglich, daß Eu e Namen unbekannt bleiben werden/ vielleicht w»rden sie nach einer glorreichen Stunde wie der Name Lipdberghs sich mit denjenigen, die gleich Eiuch am selben 'Werk gearbeitet haben, zu einer Gruppe verschmelzen. Aber ich weiß; daß die bescheidensten unter Euch, zusammen mit vielen anderen, Dinge vollbringen werden, die dereinst der Geschichte angehören. Ein unbekannter Gelehrt :r nützt seine Kräfte, um in seinem Laboratorium Untersuchungen anzu» stellen / er findet vielleicht n jr kleine Dinge, aber die Geschichte wiird berichten, d aß dem Laboratorium, in dem er gearbeitet hat, e ne große Entdeckung verdanken ist. — Ein Ländmann bestellt sein gemacht! — Auf diese Weise ist Carl Lindbergh, ein Amerikaner schwedischen Ursprungs, ih die Geschichte Frankreichs eingetreten. Taufende von Franzosen und Menschen aller Nationen, die in dem Flughafen von Le Bourget dieses unerhörte Wunder erlebten, streckten diesem Helden ihre Arme entgegen. Gerne hätten sie alle ihn als ihrenj Sohn umarmt, denn die große Tat, die er ausgefiührt haue, gehört nicht zu jenen, die die Menschheit zerreißen, sondern ist eine jener Taten,.jdie die Mertsdien einander näherbringen und für difc Zukunft den Frieden, die Verbrüderung der Menschheit sichln. Noch keine zwei Monate waren ^ergangen, als andere den Spuren des Triumphfluges Lindberg hs folgten. Vor ihm sind es wieder aiijdere Flieger gewesen, deren Namen wir zwar nochj kennen, d e aber allmählich in dem Gedächtnis def Menschen verlöschen. In zehn Jahren, wird das Erlebnis von Zeppelin, von Bleriot, der als Erster den Aermelt anal überjflog, von Lindbergh, Byrd lund anderen, die es ihnen vor kurzem nachgemacht haben, diese ganze märchenhafte Geschichte dessFliegens in unserem Jahrhundert, das alles wird iur einen 1 urzen Abschnitt in den kleinen Geschichtsbüchern bi den. Meine lieben Kinder, denkt daran, paß alle Zfilen Eures kleinen Buches voll von großen Taten sind Wie wird die Geschichte sein, dije Ihr maqien werdet, wenn Ihr groß seid? Ein Kapitel in den Geschichtsbüchern ist genau ein Menschenleben. Was werden Eure Söhne und Enkel im letzten Kapitel ihres Geschichtsbuches in Feld wie alle anderen, aber‘irr der Geschichte wird stehen, daß seih Land während des Zeitabsd nittes, in dem er lebte^ den Ertrag , les Kornes ungeheuer vermehrt hat. 1 Und dann [gibt es auch weniger schöne Dinge: ohne etwas Sdjlimmes zu beabsichtigen, hat ein Kaufmann den; Preis seiner Ware etwas zu hoch angesetzt/ und j die Geschieb e wird darüber berichten, wie infolge der zu teuren Lebensmut»! eine ganze Generation sich mehr attessen konnte. Kleine Ursachen — gfo ie Wirkungen/ Ereig- und häßliche, solche, die man gern der Geschichte auslöschen njiö^16' die nisse, traurige von der Tafel ■ und wiederum : großartige i jeschehnisse, d Herzen der Mehsdien mit F'eude erfüllen. Meine Kinder, macht sciöne Geschichte! Und möge es eine Geschichte ohre Kriege sein, Viele Eurir Väter sin d| gestorben, inj ihren Augen die Schreiben der furchtbaren Metzelei Aber sie starben in de^ Hoffnung, c aß sie für den Frieden sterben. Macht diese Lktfnung, die sie in Euch setzten, 3|Ur Wirklich teit, verabscheu: den Krieg! i ' I Hört auf jene Stimmen, die aus Wales ^ich an alle Kinder mit jder Bitte riciiten, den Friedenj heilig zu halten. Aber es genügt nicht, dzn Krieg zu verfluchen, damit dieser Alpdruck vers thwindet, und darum müßt Ihr Eure Augen nach Genf richten, wo sich, wie Ihr wißt, der Völkerbu id befindet. Es wird das Werk Eure^ Generation sein, ihn grof und stark zu machenl Es hängt von Eurem Will tn ab, ob er leben wird/ wenn Ihr es wollt, wird e nimt nur den Friedetli sichern, er wird auch die wir: schaftliche Organisation der Wek. schaffen. -i 131

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