Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 6 - Juni
- Date
- 1930-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Uebrigens st es bloß eine Komödie. Blödsinniges Gelichter, das sind die Mitglieder des Geheimbundes i die Sturmgc seilen« in der Kleinstadt im äußersten Osten. Die bona fides der Gesellschaft ist der relativ Bsste und Klügste des Bundes, der Rab >iner Dr. Ma -kuse, Das Prototyp dieses »Rabbi« soll vielleicht Rabbiner Friedeberg sein, der während Sudermarn's Gymnasialreit in Tilsit amtiert h it, aber es sind diesem sowohl streng talmudisci wie modert wissenschaftlich gebildeten Rabbir er direkt llnwahrscheinlichkeiten hier angedichtet worden. Jedenfalls im 3. Akt des Stückes legt der Dichter dem Rabbiner Dr. Markuse, der zweifellos de klarste Figl r^des ganzen Stückes ist, folgende Worte in den Mund, seinem durch den Antisemifisr ius verbitterte n Sohn Siegfried die Ruhe des Gemüts wiederzugeben: »Mein lieber Sohn, als Gott das Eisen schuf, so steht im Talmud geschrieben, da erzitterten alle Bäume/ aber das Eisen sprach zu ihnen: , Hütet euch, njr, mir Holz :um Stiele .zu geben, dann wird aich kein Schaden von mir geschehen. Zwei Fehler liast Du begangen : durch zu große Demut und zu großen Dünkel. Aber gut: ich will mal der Fall setzen, Du hättest recht und die Welt will der Deutsche daß wir mit wir eben d a und Verden der Russe, da) wir mit ihm I Bussen, der Franzose, maf wieder richts von uns wissen, will nicht, ejaß wir mit ihm Deutsche, hm Franzosen sind. Dann werden was sie nicht sein wollen^ 1$ sein so der Menschheit das kostbarste Kleinod auflewahren, das sie besitzt und das 'sie achtlos weggeworfen hat: den Menschen; Aber hierfür müssen wir uns auch würdig halten.« In diesen Worten hat fnan in der Berliner Kritik etwas \on Lessings Nathan, ein Fünkchen von dem Geis e des klugen, alles ausgleichenden jüdischen Weisen sehen wollen. Karl Emil Franzlos hat in seiner »Deutschen Dicntung« <Band aXXV, Heft 4 1903) eine sehr eingehende Studie über Sudermann's Komödie »DeV Sturmgeselle Sokrates« veröffentlicht und schließt mit den Worten: »Die Sturmgesellen sind nausetot . ., er ist Zeit, daß wir sie er wenn nun einige Kritiker Miene machen, den Dichter mit in: Grab zu werfen, so darf da kein - sachlich denkender Schriftsteller mittun. jämmerliches Stüde geschrieben haben Man kann ein und doch ein bedeutender Sdiriftsteller sein. Das ist Sudermann. Nur muß er auch selber dran denken. Ein mit aufgepeitschte t Nerven geschriebenes Zerrbild — das ziemt iich hicht für einen ziemt sich, von ch der Erfolg dem | ißt, als durch die Werkes. Auf die Autor seines Ranges. Für ifjn dem Irrwahn zu lassen, daß : Publikum anders suggerieren künstlerischen Qualitäten eines Dauer nur dadurch. Und er gehört zu den Glück liehen, die sich, wenn sie ernstlid wollen, mit dieser Art Suggestion genügen lassen (können«. Hermann Sudermann stand mit T h e-o d o r Herzl lange Jahre in Verbindung, . Nicht nur in literarischer Hinsicht. Herzl, cer jüdische Staatsmann und Führer hatte Gelegenheit, von Sudermann's Freundlichkeit Gebrauch, zu machen. Professor L. Kellner berichtet in sein »m Buche »Herzl's Lehrjahre«: im Jahre 1887—88 und Sudermann in Capri kennet hattep sich Herzl gelernt und eine ihrer Meiningen über das siet in einer Zusammeneinem Briefe rate Ihnen, über Vor zehn Jahren in ^malfi zusammen, von Amklfi nach Ravello H Uebereinstimmung Feuilleton erzielt. Eine weitere Erinnerung vor kunft mit Sudermann findet Heizl's an Fürst Wrede: »Tdh Amalfj nach Ravello zu gehen. (war ich mit Sudermann Eines Tages ging ich hinauf. Das Meer aus der Höh^ gesehen, ist dort, etwas Unglaubliches. Ich habe jnir immer vorgenommen, mein Meisterstück in Rajvello zu schreiben — und bin nie dazu gekommen 1 Dr, T. N u s s e n b I a 11, Wien (»Zeitgenossen über Herzl*) regte 1928 den.Dichter ari, er möge über seine Bekanntschaft mit Hetjzl nähere Mitteilung machen. Sudermann erwiderte : »Mir selbst wäre es ein Bedürfnis,-dem Anderjken voh Theodor Herzl einige j warme Worte zu bin ich. jedoch im Augenblick nidit imstande Ihren da ich mitten in ori jeder anderen nuß. Vielleicht upd meinen Wunsch zu erfüllen, schwerer Arbeit stecke und midi geistigen Betätigung fernhalten wird es mir später noch möglidj sein. Ihnen den , geforderten Beitrag einzusenden Der Brief ist Ende September 1928 geschrieben worden. Kurz darauf erkrankte der Dichter, welcher leider sein Krankenbett erst Fahrt verlassen sollte. — zur letzten irdischen 107 - -