Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 6 - Juni
- Date
- 1930-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Hermann Siidermann. Beziehungen des Dichters Von Br. Leon Scheinhaus, Memel. B In seinem WOrke »Das Jugend« <1922>, in* dem Hermar die äußeren und tinrieren Bedrängnisse, all di: zu Juden un i Judentum. ilderbudi meiner n Sudermann a I die seine Jugend der Dichter und Landin Widerwärtigkeiten des Geschicks, beschatteten, schildert, gelangt letzten, »Die Rettung« überschrie>enen Kapitel zj der ersten Stufe seines literarischen Aufstiegs, zunächst allerdings: auf parteipolitischem Gebiete als Journalist. > Etwa 1681 hjat ihm der.Riichs tagsabgeordnete für Danzig Landesdirektor Heinrich Rickert die Parlament!berichte für di: »Liberale Korrespondenz« und später die Schriftleitung eines neuein Volks-Wohenblattes »Das deutsche Reichsblatt« übertrage i. Rickert, der liebenswürdige1 Führer der »Sezession«, die sin unlängst von den Nationalliberall n getrennt hatte , richtete an Spdernlann während der Anstellung folgende Frage: (»Eine Frage noch. Skid Sile Jude?« Sudermann verneinte. »Das ist gut«, erwiderte Rickert. »Ich - bin zwar Vorsitzender dek Vereins zur Abwehr des Antisemitismus, aber wenn Sie Jude w|ren, könnte ch Sie nicht ank stellen.« Es ist diarakteristisdi, daß den Partei,« intelfigertzen der (»Sezession« die prominente! Parlamentarier Edujard Lasker und Ludwig Barn» berger angehorten. Rudolf Mosse wollte das Blatt drucken undj für die Hälfte der Kosten einstehen. j Erst I88S-S9! kam die eigentliche Tätigkeit Sudermanns in der deutschen Literatur zur Geltung, namentlich am'29 November 188), als sein bürgerk liches Schauspiel »Pie Ehre« im Lessingi theäter zu BerlitJ mit beispiellosem Erfolg aufy geführt wurde, wurde das Publikum auch aufseinO Romane aufmerksänj, und Südermann ist mit seiner^ Dramen und Erzählungen in 'die erste Reihe dej zeitgenössischen Dkfjter eingerückt. Es ist beson«| der% hervorzuheben,|daß Dr. Oskar Bfumenthal, 1868—98 Direktor des Lessingth :aters, es war, der für die dramaturgischen Rühmest iten Sudermann'sj während des ganzen hat. Auch sonst wai en deutsche juden die eifrigstenj S i, Die Beziehungen waren zu Lebzeiten de ausgesetzt. Wir glauben, haus das Interesse unser Auch die in dieser' Lebensbeeinflussung de; jüdische Umwelt dürfte gedankens ausldsen. Rejl Jahrzehntes die Wege geebnet idermanns zu Dichters sch' daß die Einsei Leser finden 'lummer zur Dichters .r nregungen im 1 Juden und Judentum senkender Beurteilung n Jungen von Br. Scheinwerden. I Darstellung gebrachte fons Petzold durch Sinne unseres Ordens- Vorkämpfer und Verteidiger des pichters in der Presse wie im Publikum. Während Sudermann's eigentliche Domäne das moderne Leben ist und bleibt, wagt er sich an eine antike Tragödie heran. Am 15. Januar 1898 wurde gleichzeitig in Berlin und Dresden sein historisches Trauerspiel »Jqhannes« aufgeführt, das berechtigtes Aufsehen, allerdings auch entschiedenen Widerspruch erfahren hat. Ein eminent jüdischer Stoff liegt hier vor, aber die Kenntnis des jüdischen Volkslebens im Zeitalter der Entstehung des Christentums und die ursprünglich: Wissenschaft der jüdischen Geschichte während jener fernen Zeit fehlen naturgemäß dem Dichter ebenso.gut wie den Romanschriftstellern, die sich mit ener bewegten Periode beschäftigt haben Dennoch, in dem einzigen wirklich literarischen Urteil, das der weltberühmte dänische Aesthetiker und Literarhistoriker Georg Brandes <Georg Morris Cöhen) am Tage nach der ersten Vorstellung veröffentlicht hat, heißt es: »Sudermann hat sich hier in den Stoff vollständig vertieft, alles Modermjifxen ausdrücklich vermieden. Der Stoff hat in Sudermann's Händen alles geleistet, was aus ihm zu ziehen war, sogar ungeahnte dramatische und theatralische: Effekte von schlagender Gewalt. ' Nie ' war der Eindruck des großen Talents von Sudermann so stark wie bei dem genial erfundenem Schluß-Taßleau. Salome ist ein Geschöpf des Dichters, vielleicht nicht ohne Einwirkung Heine'scher und Flaubert'scher Vor-* bildet « Im Herbst 1903 erscheint auf den Brettern, die die Welt bedeuten, Sudermann’s neueste Komödie in vier Akten »Der Sturmgeselle Sokrates«. Man hat darauf dem Verfasser vorgewjorfen, er wolle, die alten 48er Helden verhöhnen und ihre Taten dem Gelächter der 'Zuschauer pr^isgeben. Was Sudermann in seiner Komödie dem Lachen preisgehen will, das Demokratie, die ist, wie er selbst sagt, »nicht die den Reichsgedanken schuf, die spärlichen Freiunsere Staatsverfassung und unsere heiten erzwang, sondern den Niedergang und die Auflösung der Demokratie, wie die siebziger Jahre sie mit sich brachten, jene Elntartungs Umwandlungsprozesse, die unter Uebermacht Bismarckischer Ideen den Gemütern sich vollzogen«. |06 j und erdrückender lind Erfolge in