Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 5 - Mai
- Date
- 1930-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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c Zeitschriften andere - Distrikte. B’nal B’rith, Monatsblfitter dei Großloge für den cechoslovakischen Staat X. I. O. B.B., Jahrgang IX, Nummer 4, April 1930. Der eingehende Bericht des Großprä: identen Br. Popper anläßlich der Tagung der Großloge di s 10. Distriktes vom 27. April 1920 gibt einen lehrreichen Ueberblidc über die umfassende Tätigkeit des Distriktes. n der Berichtszeit ist die Menorah-Lcge zu den bisherigen Logen als 14. hinzu» gekommen. Die Frage der Pflichier üllung »auswärtiger Brüder«, die auch für unseren Distrik: aktuelle Bedeutung hat, wird einem eingehenden Studiun unterzogen werden. Die Tätigkeit der | Logen hielt sich auch weiteihin in den bisherigen ansehnlichen Grenzen. L er Mitgliederbestand betrug am Ende des Jahres 1929 1741 Brüder, ein Zuwachs von 25 Brüdern war zu verzeichnen. Die Neuaufnahmen betrugen 83; die Zahl der Todesfälle : 3, ausgeschieden sind sieben Brüder. Die Tätigkeit der Frau ^Vereinigungen weist ein stark geistig pulsierendes 1 ^ben auf. Charitative und soziale Arbeit wird nach Maßgabe der zur Verfügung jstehendenj Mittel mit Erfolg geleistet - lieber das Thema: »Planwirtschaft und Wirtschaftsplan« schieibt Wilhelm Fischer» I! Bücherschau. f Theodor Les$ing. Europa und Asien (Unter» gang der Erde am Geist). 5te völlig neu gearbeitete Aufl. Veilag von Felix Meiner, Leipzi j 1930. S. 358. Das zweifellos hochinteressante Bi ch, das Lessing zum fünften Male, diesmal in völlig neue' Durcharbeitung, der Oeffentlichkeit -unterbreitet, gehört zu jenen Büchern, die fesseln und packep, auch wenn sie weler in der Grundidee noch in Einzelheiten scharfer.Kritik stau dhalten. Die Grund» these, von der er ausgeht, ist die sehr geistreiche, aber nicht zu beweisende Annahme, daß der s :iner selbst bewußte Geist und alles zielstrebige Wissen aus ler Not des Menschen geboren sei und der Stillung und Ueberwi idung derselben diene. Der Verfasser, der hier eine u ngeheure Fülle von i Wissensstoff verarbeitet und cRirch eine frische und originelle Sprache sich auszeichnet, stellt sich m t größter Schärfe den allgemein geltenden Bewertungen men chlicher Geistes* und Kulturgüter entgegen — ein echter t nd rechter Nachfahr Rousseaus und Nietzsches. Die Frage, < ie einst die Akademie von Dijon aufwarf, wie Wissenschaft und Kunst auf die Entwicklung des Menschengeschlechts ewitkt jhaben, nimmt < r aufs neue auf und verfolgt sie bis zi r letzten Konsequenz. Auch ihm gilt es als sicher, daß die Cultur die menschliche Satur verdorben habe. Das ganze R istzeug umfassendsten modernen Wissens wendet er an, u n mit scharfsinnigem (leiste nachzuweisen, daß der Geist vnser Verderber ist, ja caß das menschliche Geschlecht, sowei: cs europäisch-amerikanischem Kulturgeiste folge, ah ihm : ugrunde gehen müsse. Aber auch die asiatische Welt, t tag sie sich auch noch zi einem Teil die ursprüngliche Natur Verbundenheit bewahrt laben, kann sich auf die Dauer dem vethängnisvollen Schicksal der Kulturwelt nicht entziehen. Audi sie gerät allmählich in de Fangarme des Geistes, um sih vor der Tyrannei desselben und seiner eutopäisch-ame ikanischen Kultur zu retten, und so kommt sie aus vorüb »gehender Rettung zu dun am Ende der Entwicklung stehenc en sicheren Untergang. Prag. Er bemüht sich, seine Ausführung unpolitisch zu gestalten. Ausgehend von der Lehre von- Karl Marx und von dessen fundamentalem Satz: »eine Wirtschaftsform geht nicht unter, ehe nicht eine neue, höhere,' im Schoße dfr alten ^herangereift ist« bespricht er das Buch des sozialistischen - Wiener Führers Otto Neurath: »Natiiralreduvmg und Wirtschaftsplan«. Neurath geht von einfcr geldlosen Naturalwirtschaft ohne die automatische Produktion iregelung des Preises aus. Ein Wirtschaftsplan wird dem Gedanken zugrunde gelegt. Fischer kommt zu einer Ablehr ung der Neurathschen Theorie, bekennt aber gleichzeitig, da zur Zeit alles ineinander fließt, daß gegenwärtig eilte Prophezei mg über .eine Wirtschaftstheorie nicht möglich sei. Unter dei ■Uebju'schrift : »Lebendige jüdische-Wissenschaft« gibt ßr. Israel Auerbach Berlin auf "Wunschder Redaktion Mitteilun;e4 $ber die Akademie für die Wissenschaft des Judentuns,| ijjtre Geschichte und ihre Pläne. — Das auch in u lobend äsereim Organ Die.j großen ermähnte Werk von WiJI Durant: Denker« wird von F. T. unter der Zusammenft ssu^g: »Eine Heldengeschichte des menschlichen Denkens« mit gebührender Anerkennung besprochen. Diese Philosophie des Untergangs begründet der Verfasser |naturpt)ilosophisch und geschichtlich. Weitaisholend entwirf er grandiose Bilder aus der Geschielte <jer Religionen und der Kultur in ihren mannigfachen Erscheinung*- I formen, wobei der jüdische Leser mit besonders trvoßem Interesse bol den Kapiteln »Islam« sowie »Parser uni Juden* verweilen wird trotz arger Irrtümer,die in ihhen enthalten sind, und der sehr ernsten und unwiderlegbaren Eiriwendungem die man von jüdisch-wissenschaftlicher Seite gegen!einzelne Aufstellungen machen muß. Er zeigt, welchen furchtbaren Tötungen, Marterungen und Ausrottungen die irme Tierwelt durch clen Fluch menschlichen Erfindungsgeistes und fortschreitender Kultur unterworfen worden ist, Sahllcjse Tierarten soien so bereits verschwunden und andere im Aussterben begriffen. Nicht viel besser sei es zahlreichen schuldlosen Naturvölkern und Rassen außereuropäischer Erdteile ergangen, denen »Europas rettende Liebe« als Mission oder Kolonisation zuteil ward. Vielfach von den Bildmgsmenschen getreten und gemartert, wurden sie, soweit sie »ich am Leben erhielten, in ihrem Wachstum geknickt und zu Anbetern der Ideologie ihrer Unterdrücker, der Vertreter! skrupellosen Europa [eistes. , . . . > i v Diese leidenschaftlichen Erörterungen uiid ‘biamweyeschließt der. Verfasser nicht so hoffnungslos für den Leser ab, wie man es erwarten sollte. In dem Schlaßkapfte)'bringt er »Er ösung und Ausgleich« .dem durdt [die Scheidung von Natur und Geist innerlich entzweiten Bilpungsmenschen. Hier kenn der Dichterphikrsopfi zur Wirklichkeit des 'Alltags zurück und versöhnt den Menschen der Kultus mit dem Leben und der «Arbeit wieder. Wie man aber auch ßber (ien Grundgedanken und Einzelheiten dieses1 Buches denken mag, seine Lektüre ist für den aufmerksamen Lest r reich) an Anregung und Belehrung.' R^bb! Dr. Hol :'er, Worms. AL Gdt. 97