Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 5 - Mai
- Date
- 1930-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Boston für . die — Zeitunj sjungen unter einem Kostenaufwand^ von 3000 X) Dollars errichtete,- schwerlich wenden die kleinen Schreihälse einen Juden in ihreri Reihen duldet! Schlimm sind auch die jüdischen Studierenden an den Universitäten der Un on daran. Hat doch der exklusive Hasty Puddinj Club an der Har» vard«Universität die Gepflogenheit, den neuaufgeoommenen Aristokraten da; Verprügeln jüdischer Mitstudenten zur Pflicht zu mähen. Neulich warfen sie versehentlich einen Chine sen die Treppe hin» unter! Dergleichen Angriffetj hat der Orden in den »Hillelstiftpngen« einen Riegel vorgeschoben, deren Mitglieder neuerdings auch zur Betreuung der in den Krankenanstalten liegenden Juden artgehalten werdest* Aus dem amerikanischen Logenleben erfahren wir, dal) die Jepnthah-Loge in Ptterson <New Jersey) einstimmig beschlossen hat, do'tselbst ein^n großen — Flughafen ^nzulegen. Die Brüder erbljdcen in diesem Unterrtehmen eine »Tat von nationaler Wichtigkeit« Auch der groß«; Philanthrop David Guggenheim vitidmet einen großen Teil seiner , Spenden dem Flugwesen. In Amerika zeitigt jlie Zerlegung der Logen in »Heimaltende« gute Erfolge. Freilich finden diese »Abendeam Mittag staft: die Seattle-Loge stellt fest, da) sie mehr Logen- ^ibeit beim allwöchentlichen Lunch als abends in der Geschäftssitzung leistet! Bein Frühstück werden Reden ‘gehalten, und viele Mitglieder bringen ihre Freunde mit, die dann gleichfills das Wort ergreifen. — Bei der Jahrhundertfeier der Stadt Berlin <im Staate New Haven) gehörten »IGO Prozent der jüdischen Bevölkerung« dem Orden B. B an. Beim Jubiläumsfestzuge erregte ler Festwagen der . »Berlin-Loge« wegen seiner die Drdensideale sinnvoll darstellenden Ausstattung allgemeines Aufsehen. — Die Portland-Loge hat festj;estetk, daß es in ihrer Stadt noch 1000 Juden%gibl, die nicht unserm Orden angehönen. Sie setzt c eshalb Preise für diejenigen Brüder aus, welche dem Orden den meisten Zuwachs zuführen ,• hauptsächlich liegt ihr an Leuten, die; keiner jüdischen Organisation angehören — Di* Loge zu Wab ish <lndiana) hat in dem 84jährigen Br. Abe Simons ein Mit^ glied, das seit 1878 dem Orden angehört/ seif 1884 hat Br. Simons nicht eine eirzige Logensitzung versäumt! — Das Ordensorgan berichtet uns, daß der bedeutendste spanische Stierkämpfer der Gegenwart ein amerikanischer Jude, Sidney Franklin, ist. Er hat die Columbiaj'Univjfsität absolviert. Als er in Mexiko zuerst .einen St erkämpf sah, war seine Zukunft entschieden. In der 30 000 Zuschauer umfassenden Arena »El Toro« ha: er bei 200 Stier» kämpfen mirgewirkt und ist dann in Madrid und Barcelona aufgetreten. Er beabsichtigt, i diese Art der Unterhaltung in New York einzuführen.-Vorher will er noch in Südamerika Gastspiele absolvieren. Von den wertvollen Aufsätzen der vorliegenden Nummern sei besonders der Artikel »Wir brauchen eine Aristokratie!« von E. David Goitein erwähnt. Der Verfasser warnt davor, daß der Jude von heute immer" an die Masse dänkt, nicht än die Einzelpersonen, immer an die Yergangenheit, selten an die Zukunft,- er will i^nmer eine große Gemeinde sehen, nie eine gute, lind glaubt, daß ein Million-Dollar-Tempel ein Gott wohlgefälligeres Werk ist als ein »Minjanj; frommer Andächtiger. So gut die Demokratie im politischen Leben wirkt, so deplaziert« ist sie auf religiösem Gebiete. Deshalb sollten wir weniger in die Erhaltung des Judentums denken als an die; der Juden, Wenn \ wir 36 jüdische Aristokraten hätten, sagt Br. Goitein, wäre uns geholfen. Aristokraten, d. h. Männer, die fest im Judentum wurzeln, die mit der Kultur ihrer Umwelt innige Liebe ^um Judentum verbinden. Als solche erscheinen ihm die echten Brüder unseres Ordens. Jeder einzige Btude^B. B soll ein solcher Aristokrat] sein, der durch Beispiel und sanfte Ueberredung Entfremdete, Entwurzelte für die heilige Sache Israels zurückgewinnt. Verfasser glaubt, ein solcher] Missionar werde die bisher Gleichgültigen sog^r für die Beobachtung des Zeremonjalgesetzes j wiedergewinnen. Jüdische Menschen, die so für ihren alten Glauben erwärmt werden, kommen dani^ von selbst zur eigenen Beschäftigung mit jüdischer Geschichte: bei den Schriftstellern und Denkern, die während der ’ letzten zwanzig. Jahre in Amerika und in Deutschland erstafiden sind, soll-er sich Unterrichten. Ben Briss, sagt Goitein, sorge Dich nilcht zu sehr um die Zukunft,- kümmere Dich nicht um das Judentum und um die Juden: ein I Jude, das genügt! Mach Dich fr^i| von dem Vorurteil, als ob es in der Welt besser zuginge, \^enn keine Juden darin wären <eine Ansicht, die kein deutscher Jude teilt! Der Referent) Beobachte 'dert Juden scharf und vergleiche ihn mit den Menschen seiner Umwelt. Findest Du dabei, daß Hanjs Robinson ethisch höher steht als Moses Cohen, dann laß die Hände vbn Deinem Missionswerk,- zunk mindesten kannst Du niemals einer aus der Aris okratie der Juden sein!; t Das Ordensorgan bringt auch einen ausführlichen Aufsatz über Paul Nathan, Buches von Ernst Feder. Br. Prof. Dr. Eugen! Wölbe, Montefiore-Loge zu I Berlin. an Hand des 96 i