Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 5 - Mai
- Date
- 1930-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Zwischen der Vereinigung amerik; und der hebräischen Universität in |eru: einbarungen in Bezug auf Austauschnischer Universitäten ^alein kam es zu Verstvorlesungen. C a Die fünf großen Krankenhäuser def ifl Budapest veröffentlichten ihre Statis stellt sich heraus, daß mehr als die Häl t< Freistellen der n.i c h t j ü d i s c h e n jüdischen Gemeinde ik für 1929. Dabei e der Pflegetage und Bevölkerung zugute kamen. Auch, in Berlin ist der Nutzen der charitativen Tätigkeit der jüdischen Krankenhäuser für die nichtjüdische Bevölkerung sehr groß. Professor Dr. Siegfried Mardc, ein bekanntes und sehr geschätztes Mitglied der Breslauer jüdischen Gemeinde, wurde auf Vorschlag der Fakultät hin zum Ordinarius für Philosophie ut)d Sozialrecht an der Breslauer Universität ernannt. and Dez. 1929. unter der Leitung Aus Amerika. LXXXVII. B. B. Magazine, Nov. Unser Ordensorgan hat sich des leider frühvollendeten Or lenssekretärs Dr. Boris D. Bogen zu einer vlilseitigen jüdischen Revue ausgewachsen. Wir dürhn hoffen, daß der neue Ordenssekretär Br. Dr. Isaac Max Rubinow der jahrzehntelang journalistisch |ätig war und mit sozialen Aufgaben vertraut ist, jdem Ordensorgan seinen Platz sichern wird. , ■ Br. Rubinow wurde 1873 in Grodno geboren., Br erwarb seine Hochschulbildung tuf der Columbia- Universität, die ihn mit dem phi osophisdien Doktordiplom entließ. Seine hervori agende Begabung für Volkswirtschaft und statisti;che Folgerungen stellte die amerikanische Regieru lg in die Dienste des Ackerbau- und des Handelsministeriums sowie des Statistischen Rei&samts. Währenddessen war er fünfzehn Jahre lang als Ausländskorresppndent für russische Zeitungen tätig. \lehr als 200 Aufsätze soziologischen, nationalökonomischen und finanzpolitischen Inhalts hat Br. jRubinow zu den verschiedensten Zeitschriften beigejtragen. WHfc der verstorbene Orclenspräsident Br. A d o I f K r a u s, so hat auch der »isherige Ordenssekretär seine Lebensgeschichte i liedergeschrieben / drei Wochen vor seinem Tode schloß ,Br. Bogen sie. ab. Der Orden gibt jetzt da» »Jud4 von Geburt« betitelte Werk heraus und erwartet, daß es * im Hause eines jeden Ben Briss »gelesen und al$ teures Vermächtnis seines erhabenen Geistes aufbewahrt« werde. Dä in Amerika die Verb ndung zwischen Gotteshaus und Logentempei enger ist als bei uns — geht doch sehr häufig die Grüidung einer Ge-f meinde auf die Initiative der Loj;e zurück — so nimmt der Orden auch zur ge ilanten Revision des »Allgemeinen Gebetbuchs« Stellung, freilich in dem Sinne, daß er vor dessjen allzu großer Rationalisierung warnt: der moderne Jude darf zu dem persönlichen Gott nicht mit den kalten Worten moderner Philosophen spr ’chen! Trotz aller Anstrengungen d :s Ordens^ trotz der Heranziehung weitester Kreise zum Neuaufbau des religiösen Lebens steht die amerikanische Judenheit dessen Entwicklung ratlos gegenüber ' ' Der Trost, daß auch die Führer der anderen Relij gionsgemeinschaften über schlechten Besuch der Gottesdienste klagen, überhebtdie amerikanische Judenheit nicht der Verpflichtung, die Jugend bei der j Fahne Israels festzuhalten. Wäs kann geschehen, um der Gleichgültigkeit so vieler Glaubensgenossen zu steuern? So fragt der wohlhabendste Glaubens- - genösse Amerikas, der Freund von Adolf Kraus, . Julius RoSen wald, .indem er ein Preisausschreiben für den besten Aufsatz über das Thema > »Die Zukunft des amerikanischen Judentums« er- » läßt Der Orden Bnc Briss hofft, daß die preisgekrönte Beantwortung dieser Frage auch den; Füh/ern der anderen Religionsgemeinschaften wichtige Fingerzeige gehen wird. Neben der Gleichgültigkeit muß der Orden in Amerika noch den infamen Seelenfang bekämpfen, wie ihn die Mission] in Amerika, England, in Palästina, in der Türkei und in Polen bei armen, j unwissenden Juden versucht. Das Ordensorgan weist darauf hin,, daß die deutsche Großloge diesem unwürdigen — meist von getauften Jude# aus- . geübten — Gewerbe schon lange ihr Augenmerk zuwendet. Da in Amerika kein-Verein besteht, der gegen die Zurücksetzung von Juden einzig aus religiösen Gründen auftritt, so fällt dem Orden Bne Briss die Aufgabe zu, gegen die in solchem Gebaren liegende Verletzung des Staatsgesetzes einzuschreiten. Neuerdings mehren sich die Fälle, in denen Jüdinnen die Anstellung als Lehrerin verweigert wird. Außer dem Orden hat in 32 Staaten der Jüdische Frauenbund den Kampf gegen diese Boykottbewegung in die Hand genommen. Betrübend klingt die Nachricht, daß in manchen Städten der Union jüdische Bewerberinnen überhaupt keine Anstellung finden — und dabei füllen die Berichte über gewaltige Hilfswerke »ohne Unterschied des Glaubens«, von Juden ins Leben gerufen, ganze Spalten amerikanischer Zeitungen! Da erzählt auch unser Ordensorgan von einem großartigen Klubhause, das Rechtsanwalt Harry E. Burroughs in — 95 — 1 -1 I