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Der Orden Bne Briss · 1930-05-01 · Nr. 5 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 5 - Mai
Date
1930-05-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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gab anderseits die Gewißheit, mit dieser eigenen Arbeit in die groß? staatliche eingefügt zu sein. Die Bereitwilligkeit, Opfer zu bringen, wurcfe damit gefestigt. Dieser eigentliche Landesverband umfaßt den bei weitem j rößttn Teil der preußischen Gemeinden aller religio: en Richtungen,- nur einige wenige bleiben eigenbiödlerisch bei Seite. Eine, kleine orthodoxe Sondergruppe begründete einen eigenen Verband, und Interessen zu um In mancher Beziehung Verhältnisse i Staaten gelegen. ihre besonderen Aufgaben pfleg« :n. den ier günstiger hatten die süddeutschen bestanden seit langem zuerkannt waren, die Abwanderung unc Bevölkerung vor ernste diese Verminderung festere Zusammenfassungen, zum Teil solche öffentlich rechtlicher Art, denen auch staatliche Mittel Aper hier stellte sie dafür Abnahme der jüdischen Fragen/ in Bayern betrug n,ehr ajls zehn, .in Hessen mehr als fünfzehn Hunlertstel. Auch hier ist_die Aufgabe bald begriffen »worden,- die gegebenen Bindungen wurden verstärkt, neue geschaffen. Ein' ähnliche^ gilt von den 'richtigsten außerpreußischen Gebieten Nordddutschlands. Atornehmlich ist hier Sachsen zu nennen, in c essen Gemeinden die große Zahl der Zugewanderte 1 gewisse Schichtungen und bisweilen Gegensätze tewirken konnte, die ihren Ausgleich verlangten. Z irischen allen diesen Landesverbänden besteht ein» Arbeitsgemeinschaft, die wohl in Bälde die bestimmtere Verfassung eines Reichsverbandes der jüc ischen Gemeinden Deutschs Vollendung des Werkes leuen Ordnung. lands gewinnen wird, einer selbst gewollten r und zum Teil vor ihr, ' menfassung der Neben dieser Zusammenfügung derGemeinden, rollzog sich eine Züsam- Wohlfahrtspflege. Jener alte, immer fesi gehaltene Grundsatz, daß einem jeden als seine Pflicht Ffalle von einzelnen eine die soziale Hilfeleistung zugewiesen sei, hafte und mit einander verbu idenen Kräften, von Individualitäten und Vereinen regsam gemacht. Aber dieser, vor allem menschlich wichtige, Vorzug hatte den Nachteil eines häufigen Nebeneinander und Durcheinander; in der Art, wenn auch nicht in der Wirkung des Wohltuns konnte bisweilen eine gewisse Verschwendung liegen. Die alte Zeit des Wohlstandes konnte dies noch möglich erscheinen lassen; die harte Gegjriwart mußte dem zu begegnen suchen. Man konnte an manches anknüpfen, was vor dem Kriege er leannt und begonnen worden war,- damals schon hatie man dahin gestrebt, alles, ohlfahrts begründet e n was vorhanden war, und was sich b »tätigen wollte, planmäßig zusammenzufugen, und bereits im Herbst 1917 war dann die Zentral w stelle der deutschen J u d < worden. Es war allerdings, ähnlich wie in den Gemeindeverbänden, leichter sie zu begründen, als sie durchzugestalten. Es war aiuch mit ihr, ähnlich wie dort, eine Gefahr verbunden, die jede Orgjani« sation1 begleitet, die aber im Wohlfalirtswesen noch mehr besagt, die Gefahr der Bürokratisierung, durch welche an die Stelle der persönlichen Leistung vieler die beamtete Tätigkeit einiger (tritt. In allem Wesentlichen ist es hier aber gelungen, die Wohlfahrtspflege fast »überall zur Gemejnsamkeit und Einheit der Arbeit zusammenzufügep und doch in den einzelnen das Bewußtsein persönlicher Verpflichtung - lebendig bleiben zu lassen. Durch den Zusammenschluß war dann auch Hier die maßgebende Vertretung gegenüber den Behörden und gegenüber den anderen Wohlfahrtsverbänden sowie die Zusammenarbeit mit ihnen ermöglicht. Auch hier sind dadurch Hilfsmittel von den Ländern und vor allem vom Reiche erwirkt worden; in verständnisvoller und mannigfaltiger Arjt wurde diese Förderung, zunächst auf Grund des Finanzausglei«hgeset?es und dann vornehmlich durch Kredite» an die Anstalten, gewährt Der erreichte Weg bot auch den einzelnen Gruppen def Wohlfahrtspflege die Bahn, so dem . jüdischen Frauenbünde und der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge. Neue Richtungen konnten gewiesen, neue Gedanken verwirklicht werden. * * i ' * Wie allen Einrichtungen der deutschen Judenheit kam dieser Gemeinschafr^wille ihren Schulen der Wiss easf haft zugute. »Hier hätte auch nur der Stillstand einen Rückschritt bedeutet. Man erkannte, daß man durch ideale Güter einbfingen müßte, was an materiellen verloren war,- man ging, bewußt dieser Idee aus den einstigen Tagen von Preußens ^Erhebung nach. So sind geradehin der schwersten Zeit die drei theologischen Anstalten ausgebaut worden; durch neue Lehrstühle und durch neue Aufgaben wurde der Kreis der Arbeit erweitert. Neben ihnen ist dann 1919 in großzügigem Plan durch die Tatkraft und Opferwilligkeit einiger Persönlichkeiten ein Forschungsinstitut geschaffen worden, das den Beginn einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums bilden -soll. In gleicher Weise haben die verschiedenen Gesellschaften, die der fachgemäßen oder volkstümlichen Verbreitung dieser Wissenschaft dienten, ihre Tätigkeit stetig weiter» 88

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