Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1930-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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hätten. Br. Weltsch empfiehlt — paradox ausgedrückt <um sein eigenes Wort zu gebt suchen) — Nekrologe bei Leb» Zeiten. Anstatt einem Bruder bei seinen! 50. Geburtstage oder seinem 20jährigen B B.. Jubiläum einige Lobsprüdie und Glückwünsche ins verlegene Gesicht zu sagen, sollte man einmal “den Bruder schön zu ~iause lassen und in seiner Ab» Wesenheit sollte ein Freund »der Kenner seines Lebens einen kleinen Vortrag üb|er das 'S ’esentliche seines Lebensganges — über Vorzüge ebenso w e über Fehler ,— halten. Auf diese Weise würde man rechtzeitig etwas über den Bruder erfahren ... Hierin liegt ein Kern Anlaß geben sollte.' in den Logen zum Nachdenken A. Gdt. B’nai Bfrith, Monatsbl Itter der Großloge für den cechoslovaldschen Staat X. 1. O. B. B., Jahrgang IX, Nummer 3, Mjärz 1930. Br. Großrräsident Kipper Staatspräsidenten des cechoslov Gemeinschaft’ mit Br. August burtstages die Glückwünsche hat dem verehrungswürdigen akischen Staates Masaryk in Stein anläßlich seines 80. Ge» des Ordens überbracht. Es wurde dabei zur Kenntnis_ ge »eben, daß die Großloge und die Logen des 10. Distriktes i t tusgemeinde und anderen Korjorationen ein Lehrlings» heim errichtet haben, das K lasaryks Namen tragen soll. Der Staatspräsident hat die Ehrung dankbar entgegen ge» nommen. Zur Beschlußfassung der Großlöge und der Logen war eine außerordentliche Tagung des General «Komitees e:nberufen worden. Zur Ehruig des Jubilars erschienen in Gemeinschaft mit der Kul* der vorliegenden Nummer Abhandlungen der Br. Br. Dr. I. Hirsch: Masaryks Humanilätsideal, Dr. E. Rychnovsky: Masaryk im Kampf gegen den Aberglauben. Berichte der Logen und Sehwesternyereinigungen liegen gleichfalls vor. —' Ing. I. Meissner und Univ.»Prof. Dr. Julius* Löwy fordern „für die jungen jüdischen Kräfte nicht Bgrufsu mschicht un g sondern Berufsberatung. Br. Löwy'sieht hierin das eigent« fidie Fürsorgeproblem. D>e richtigen Kräfte sollen an die geeignete Stelle geleitet werden. A. Gdt. >! Hamenora, Organe Periodique des Bene Bdrith du District d’Orlent No. 11. Heft 2 des 8. Jahrganges Februar 1930. Die Zeitschrift Hamenora ist bemüht einen Fortschritt herbeizuführen. Sie sucht Mitarbeiter heranzuziehen, durch deren Kräfte eine Höherwertung des Organs erzielt werden soll. Dementsprechend sind in dem vorliegenden Heft Logen» ansprachen auf kleineren Raum besduänkt worden Professor A. Galante Bey veröffentlicht ein neues historisches Dokument über den angeblichen Ritualmordprozeß von Damas und Rhodos. — Ein kurzer Artikel über die Juden.in China ist dem Januar-Heft des B'nai B’rith Magazine entnommen — In Paris soll eine orientalische Sephardimgemeind: gegründet werden. — Br. Maurice Falk, Pittsburgh hat am Ende des vorigen Jahres eine Stiftung von 10 Millionen $ für humanitäre Zwecke genjacht.— Ein größerer Raum wird den Mitteilungen der Zeitschriften anderer Distrikte einge» räumt. Unser Distrikt ist dabei an erster Stelle beteiligt. Ferner sind Notizen allgemeiner Art — verschiedene Länder betreffend — eingestreut. Ar Gdt. \ ■ L - - Bücherschau. j Sigmund Freud: > D a s U n behagen in derKultur.i 1930. In ternation;iler Psycho analytischer Verlag.! W i e n. - ’ Unserer heutigen Kultur ist oft der Vorwurf gemacht worden, daß sie die Mensdien ni ht glücklicher gemacht habe. In seiner neuesten Abhandlung i ntersucht Br. Prof. Dr. Sigmund Freud die Ursachen des Unbehagens in der Kultur. Unter Kultur versteht er. die Summe der Leistungen und Einrichtungen, in denen sich unter Leben von dem unserer tierischen Ahnen entfernt und die zwei Zwecken dienen: dem'Schutz des Menschen gegen.die^Natur und der Regelung der Beziehungen der Menschen untereinander. Was der Mensch durch seine Wissenschaft und Technik auf dieser Erde hergestellt habe, stelle' sich : Is die Erfüllung der meisten Märchenwünsche dar. Der Mensch habe sich seit langen Zeiten eine Idealvorstellung Von Allmacht und Allwissenheit gebildet, die er in seinen Göttern verkörperte. Nun sei & sozusagen selbst eine Art Prothesengott geworden, recht großartig, wenn er alle seine Hilfsorgane.anlege/ diese seien aber nicht mit ihm verwadisen und machten ihm gelegentlich vodi viel zu schaffen. Neben der- Zähmung und Eezwingung der Naturgewalten, der Beherrschung der Eide, den technischen Fortschritten behandelt Freud die Forlerunggp der Kultur nach Schönheit, nach Reinlichkeit und Ordnung sowie die Regelung der Beziehungen der Menschen zueinander.- Das menschliche Zusammenleben werde erst ermögl du, wenn sich eine Mehrheit zusammenßnde, die stärker i ei als jeder einzelne und gegen jeden einzelnen zusammen)alte. Die Macht dieser Gemeinschaft stelle sich nun als «-Recht« der Macht des einzelnen, die als »roh« Gewalt« verurteilt werde, entgegen. Das Endergebnis solle ein Recht sein, zu dem alle durch ihre Triebopfer beigetragen haben und das keinen zum Opfer der rohen Gewalt werden lasse. Ein gut Teil des Ringens der Menschheit staue sich um die eine Aufgabe, einen zweckmäßigen, d. h. beglückenden Ausgleich zwischen den individuellen und den kulturellen Massenansprüchen zu finden. Die Kulturentwicklung erscheine uns als ein eigenartiger Prozeß, den wir durch die Veränderungen charakterisieren könnten, die er mit den menschlichen Triebanlagen vornehme. Einige dieser1 Triebe werden in solcher Weise aufgezehrt, daß an ihrer Stelle etwas auftrete, was wir beim Einzelindividuum als Charaktereigenschaft beschreiben. Andere Triebe werden dazu veranlaßt, die Bedingungen ihrer Befriedigung zu verschieben, was in den meisten Fällen mit der Sublimierung (der Triebziele) Zusammenfalle. Drittens sei es unmöglich, zu übersehen, in welchem Ausmaß die Kultur auf Triebverzicht aufgebaut sei. Die Gründung der Familie als der Keimzelle der Kultur hänge vermutlich damit zusammen, daß das Bedürfnis genitaler Befriedigung befm Urmenschen 'nicht mehr wje ein Gast aufgetreten sei, sondern sich als Dauermieter niedergelassen habe. Damit habe das Männchen ein Motiv bekommen, die Sexual» objekle bei sich zu behalten. In dieser primitiven Familie sei die Willkür des Oberhauptes und Vaters unbeschränkt gewesen. Bei der Ueberwältigung des Vaters hätten die Söhne die Erfahrung gemacht, daß eine Vereinigung stärker sein könne als der einielne (Brüderbünde). bas Zusammenleben der Menschen sei zweifach begründete durch den Zwang zur Arbeit, den die äußere Not geschaffen habe, und durch 80 —