Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1930-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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fühlseinstellung. Ein versdil :icrtes Moll spiegelt jüdische Melancholie, die selbsi in der Freude weint. Das Mystische chassidisdier W »isen klingt an. Frage einer weiteren Entwicklung beibt es, wieweit auf diesem Wege neuschöpfcrisne Gebilde erzeugt werden können. Für uns is auf jeden Fall von Wert, daß ein handwerklich;ut beschlagener und produktiv veranlagter Miisikeden Willen zu jüdischer Musik bekundet. i. Dabei spielt es keine Rolle, daß, nach den" jetzt gehörten Proben zu urt :ilerr, dak Ziel noch nicht allerorts erreicht ist. Las jüdische Gepräge wird zum Teil noch durch ( ine etw?s äußerlich orientalisierende Manier erzeug. Aber in einigen der Gesänge für Bariton und Klavier, nach Bibel— „Worten oder Gedichten jehudz Halevis <in Rosenzweigs Uebersetzung), klingen echte Töne auf. Die Art etwa, wie die freien sp rachlichen Rhythmen, überhaupt der §timmungsgehalt der biblischen Szene »Elieser am Brunnen« in Music umgesetzt werden, die1 Zuhörerschaft — BrC der,<.-Sef Angehörige — zusammenschloß verschiedener Artung ur d Gesin durch die gemeinschaftsbildende die in ihrer Reinheit a t;nd parteilicher Art entrückt ist, »Gemeinde«. Auch auf die ausübenden en Gegensätzen -religiöser trägt stark persönliche Züge. Auch die Chorwerke,tauf Roscnzweigsche Te>te, verraten eigenen Stii Das Violinstück »Jakotslied aus Litauen« ist eine formgewandte folklori »tische Arbeit. Als Gesamteindruck bleibt jedenfalls die Lieberzeugung, daß hier ein Schaffen vorliqt, das, schon um seine» Bekenntnisses zum Judentum willen, Förderung verdient . Vor allem rtuß hervorgehoben Werden, daß Schalits Gesang : eihe Gebrauchsmusi i für Logenfeiem darstelle i. wie wir sie nicht geeigneter wünschen können. Die musikalische Umrahmung unserer Logenabende geschieht meist in eher geschmacklich sehr anfec ctbaren Form Geläufig e Arien oder dürftiges Ha-moniumspiel bilden ihrer Hauptbestandteil. Schalit gibt uns nun eine Mus k an die Hand, die kün: tierisch einwandfrei und zugleich jüdisch ist — also unserem Zwecke in Hervorragendem Maße die it. wünschen, daß recht oft auf sie wird. (Es dürfen natürlich n jr geschulte Kräfte sich ihrer annehmen).* Es wäre zu zutückgegriffen Der Ertrag des Abends b;schränkt> si/h nicht nur auf künstlerisches Gebiet. Wir sehen ihn auch in dem stark fühlbaren Gemeinschaftseriebois, das western und deren Jüdische Menschen lung verschmolzen Kraft einer Kunst,. wahrhalt zu einer Kräfte, die das sich detf Geist des Abends es nicht als ,un» die sonst kaum Konzert bestritten, wirkt: erfreulich aus. Wir betrachten wichtig,, daß geachtete Künstler Gelegenheit haben, für die Sache jüdischer Kunst aktiv zu wirken, sich se bstios u td aufopfernd zur Verfügung stellten. Benn j'2 i e g I e r., eine Hauptstütze unseres Opernensembles, erwies -nicht nur seine vollgültige Bcfähigu ig als Liedersänger schlechthin: er brachte auch mit überraschender Eifitühlung das »Jüdische« der Schal tscheu Gesänge zu, stail;?r Wirkung. Der Geiger Adolf R e b n e r 'nähm sich des Violinstücks mit (bekannter Meisterschaft' an. Ein durch Bemühung von Logenbrüdern ad hoc zusammengestellter Cho klangvoller Stimmen gal» unter sachkundiger Führt ng von iir. Frank Rothschild den Chorwerken einp"ägsame Formung. Schabt selbst — ein Piinist von Rang".— stellte die instrumentale Stütze am Flügel. Ihft^ir allen gebührt reicher Dank. ■ . Mit gewissem Stol :e können .die Frankfurter Logen auf die nach Fo m des Aufbaüs und nach äußerem Verlauf sehr 'rfreuliehe Darbietung zurückblicken. Sie bedeutet nar cinefi Anfang, alter einen verheißungsvollen, ausbaufähigen ' Andere Logen mögen dem hier gegebenen Beispiel folgen. 'Wir können nur bezeugen, daß wir dieses Konzert jüdischer Musik als erhebende Weihestunde erlebt haben, die des großen Menschen und Juden würdig war, dessen Gecenken sie galt: ranz Rc Briefe an den O ,B.B. I Jeher: »Die Krisis der Lo Bürgertums« sendet uns Br. W folgende Ausführungen: )aß wir heute in einer eiheblf stehen, darf offen ausgesprochen wei Auscprechen einer Tatsache kanp min Mittel und Wege finde i, wie einer derartigen Erscheinung, die wir alle, so weit wir von wahrer und starker Lii bc zu unserem Orden erfü| t sind, bedauern, abgeholfen w :rden kann.- Man be-;e als Krisis desi I y Cohn, Breslau, hen Kri»is der L*>ge den, denn nur durdt ffnuj sich nicht mit-der Hoffnung, laß die Erscheinungen der Stagnation, in' der wir sonders dadurch ihren Ausdrfi es nicht ohne weiteres als er: beizutreten, daß diese Stagn: t Beruhigung wieder weihen > Untersuchen wir einmal Ordens. 'Er. faßte in Deutsch tum seinen Siegeszug in u achtziger jahre des vergangen :i land durch einen unerhörte 1 s c h z w e i g s. ert zweifellos idc fmiet, 4rebensw ion beim ird. soziologi and festen iserety V. u :n Jahrliunf Aufstieg sieheri, und die bedaß-jüngere Mensche«! anseheu, ‘dem Orden Eintritt wirtschaftlicher Sch die Struktur unseres Fuß,, als das Bürgeriterlande antrat. Die lerts sind für Deutschder Bürgerklasse ge- 75